17.11.17

5 Fragen zu "The Rise of Queensdale"

Hallo Inka und Markus Brand,

 

auf dem "Ravensburger Presse-Event" wurde das Spiel "The Rise of Queensdale" für das Jahr 2018 bekannt gegeben.

 

1) Um was geht es in diesem Spiel und welche Mechanismen enthält es?

 

Es ist ein "Legacy-Spiel", das man über viele Partien hinweg spielt. Dabei wird eine Geschichte erzählt, die ständig voranschreitet. Natürlich wird das Spiel – wie für ein "Legacy-Spiel" üblich – auch Schritt für Schritt in den Regeln erweitert. So kommen manche Spielelemente dauerhaft, andere nur temporär neu ins Spiel. In jeder Partie haben die Spieler persönliche Epochenziele, die sie durch Sammeln von Siegpunkten erreichen wollen. Ist das geschafft, steigen die Spieler eine Epoche auf und nehmen alle Vorteile aus der vorherigen Partie mit in die nächste. Dabei dauert eine Partie zwischen 45 und 60 Minuten. Das übergeordnete Gesamtziel ist es natürlich, als erster die letzte Epoche in Queensdale zu gewinnen - denn damit steht der eigentliche Sieger des Spiels fest! Allzu viel können wir hier natürlich noch nicht verraten, weil eben viele Komponenten erst nach und nach ins Spiel kommen und wir hier nicht spoilern möchten. Grundsätzlich setzen die Spieler in ihren Spielzügen Würfel ein, die ihnen das Ausführen bestimmter Aktionen erlauben. Mit diesen Aktionen bauen die Spieler ihre eigenen Stadtviertel aus, die ihnen dann dauerhafte Vorteile bringen. Zu Beginn sehen alle Würfel und Stadtviertel gleich aus, aber das wird sich im Laufe der Partien natürlich ändern.

 

2) Die Verpackung des Spiels war auf den ersten Blick immens. Ist der Karton auch mit entsprechend vielen Materialien ausgestattet, oder enthält dieser nur viel "Luft" ;)? 

 

Das Spiel ist auf dem Presseevent in einer überdimensional großen Verpackung vorgestellt worden, die nicht den Maßen der tatsächlichen Schachtel entspricht. Jeder sollte das traumhafte Cover von Michael Menzel auch aus weiter Entfernung sehen können.

Trotzdem bekommt "Queensdale" eine größere als die für die "Alea-Spiele" typische Box. Deshalb trägt es auch die Nummer 1 als erstes Spiel in dieser Box-Größe. Und diese Schachtelgröße wurde gewählt, weil sie tatsächlich  randvoll gefüllt sein wird. 

  

3) Bei dem vorliegenden Produkt handelt es sich um einen "Legacy-Spiel". Ist dies euer erstes "Legacy-Spiel" und wie kam es zu der Entwicklung?

 

 

Das ist unser erstes "Legacy-Spiel". Durch "Risiko Evolution" haben wir den "Legacy-Mechanismus" kennengelernt und hatten sofort Lust, ein Spiel in dieser Art zu entwickeln. Zufällig hat "Ravensburger" uns dann angesprochen, ob wir uns vorstellen können, an einem "Legacy-Spiel" zu arbeiten. Da haben wir sofort zugestimmt. Kurze Zeit später kam dann "Pandemic Legacy" auf den Markt, dass wir mit großer Begeisterung gespielt haben. Nach dieser Erfahrung fanden wir es total reizvoll, ein nicht kooperatives "Legacy-Spiel" zu entwickeln. Selten steckte so viel Arbeit in einem Spiel, wie in Queensdale. Und diese Aussage bezieht sich nicht nur auf unsere Entwicklungsarbeit. Bei unserem Illustrator Michael Menzel dürften die Buntstifte inzwischen qualmen, beim Graphiker Christian Fiore läuft der Rechner heiß und unser Redakteur André Maack träumt vermutlich schon von "Queensdale", sofern er überhaupt noch zum Schlafen kommt. Das gesamte Team steckt unglaublich viel Zeit und Herzblut in dieses Projekt und dafür können wir allen Beteiligten immer wieder nur herzlich danken! Wir freuen uns wirklich sehr darauf, das fertige Spiel bald in den Händen halten zu dürfen. 

 

4) Welchen Zeitraum umfasste die Entwicklungszeit und welche Hürden gab es zu überwinden?

 

Wir arbeiten jetzt etwa drei Jahre an diesem Projekt. Das "Legacy-Prinzip" lässt die Tests zu einer anspruchsvollen Aufgabe werden. Zum einen muss man Tester finden, die nach Möglichkeit das komplette Spiel durchspielen, denn jede neue Regel muss ja auch getestet werden. Zum anderen wirken sich schon kleine Änderungen im Regelwerk auf alle Folgepartien aus, so dass man die Tests wieder bei Null starten kann. Bei möglichen 18 bis 29 Partien pro Spiel wird das zu einer richtigen Mammut-Aufgabe! 

Wir sind sehr dankbar, dass wir auf diversen Spieler-Treffen wunderbare Menschen getroffen haben, die das komplette Spiel für uns durchgetestet haben. Eine Gruppe hat drei komplette Tage ihrer Spiele-Woche für unser "Queensdale" geopfert. Das wirklich tolle daran war, dass sie bis zum Ende mit vollem Eifer dabei waren. Ein besseres Feedback konnte man eigentlich nicht bekommen. Aber auch das Material stellte uns vor eine wirklich große Herausforderung. Denn hier kann man nicht einfach alles in die Schachtel werfen. Die Spieler müssen ja zwischen Spielmaterial, mit dem sie spielen und dem, was sie erst noch entdecken sollen, unterscheiden können. In Ravensburg existiert vermutlich inzwischen eine Projektgruppe "Queensdale" verpacken", in der überlegt und geplant wird, wie das Spielmaterial am sinnvollsten unterzubringen ist.

 

5) Das Cover der Schachtel sieht sehr ansprechend aus. Was könnt ihr noch zu den Illustrationen erzählen?

 

Wie bereits erwähnt, stammen die Illustrationen von Michael Menzel. Der ist einfach herausragend! Er bringt ganz viele eigene Ideen ein und setzt das Thema perfekt um. Wenn wir im Vorfeld Illustrationen zugeschickt bekommen und unsere Meinung gefragt ist, können wir immer nur staunen und mit Begeisterung zustimmen.

 

 

Vielen Dank für das Interview!