24.05.17

5 Fragen zu "Rajas of the Ganges"

Hallo Inka und Markus Brand,

es freut mich, dass ihr beide mal wieder Zeit für ein Interview gefunden habt.

 

1) Bald erscheint euer Spiel "Rajas of the Ganges". Da ich überhaupt noch nichts über das Spiel weiß, wäre eine Einführung (mit Eckdaten) super ;).

 

"Rajas of the Ganges" ist ein spannendes Workerplacement-Wettrennen um Ruhm und Reichtum für 2-4 Spieler und dauert ca. 60 bis 90 min. Das Spiel hat einen besonderen    Kniff, denn es besitzt zwei Punkteleisten - eine Ruhmes- und eine Geldleiste. Die beiden Leisten liegen gegenläufig um den eigentlichen Spielplan herum. Im Laufe der Partie versuchen die Spieler sowohl Ruhmespunkte als auch Geld zu generieren. Und das so schnell und effektiv wie möglich, denn es gewinnt der Spieler, dessen Spielstandanzeiger auf der Ruhmes- und Geldleiste sich zuerst begegnen. Als Ressourcen dienen den Spielern Würfel in vier verschiedenen Farben. Mit diesen errichten sie Gebäude in der eigenen Auslage, die wertvolle Ruhmespunkte bringen, oder Märkte, die kontinuierlich Geld in die Kassen spülen. Gewisse Felder auf den beiden Punkteleisten schalten zudem neue Worker frei, die den Spielern dann zusätzliche Aktionen für die Ressourcenbeschaffung, den Bau von Gebäuden, Marktwertungen oder andere spannende Dinge ermöglichen.  Es gilt also stets abzuwägen, ob und wann man auf welcher Leiste "punkten" will, um dieses Wettrennen für sich zu entscheiden.

 

2) Wie kam es erneut zu der Zusammenarbeit mit dem Verlag "Huch & friends"? Liegt der Prototyp von "Rajas of the Ganges" evtl. schon länger beim Verlag?

 

Wir haben mit "Was klotzt Du?" und "Touria" bereits zwei Mal sehr positive Erfahrungen mit der Redaktion von "Huch and friends, insbesondere mit Britta Stöckmann, machen dürfen. Da lag es nahe, dass wir dort auch weitere Projekte vorstellen würden. Interessanterweise haben wir sogar zwei Spielideen vorgestellt. In beiden Spielen gab es je ein Element, dass begeisterte und man bat uns , aus zwei Spielen eines zu machen. So nahmen wir dann die Würfel-Ressourcen aus dem einen und die gegenläufigen Spielstandleisten aus dem anderen Spiel und "Rajas of the Ganges" entstand.

 

3) Ich persönlich finde das Thema sehr frisch :). Wie kam es zu der Thematik? Und wart ihr beide schon einmal in Indien/Bangladesch?

 

Nein, wir waren leider noch nicht in Indien. Die Idee zum Thema kam von unserem Illustrator Dennis Lohausen, der sich gleich nach der ersten Probepartie vorstellen konnte, das Setting nach Indien zu verlegen. Das gefiel sowohl uns, als auch unserer Redakteurin Britta sehr gut. Sie war gleich Feuer und Flamme und recherchierte das Thema bis ins kleinste Detail. Die Anleitung wird sogar eine Extra-Seite mit historischen Hintergründen zur Spielthematik haben. Übrigens ist "Raja of the Ganges" bereits unser zweites Spiel mit Indien-Thematik, dass wir gemeinsam mit Dennis machen. Eines unserer ersten Spiele "Der Palast von Eschnapur" stammt auch aus seiner Feder.

 

4) Habt ihr euch evtl. mit dem vorliegenden Spiel einen Wunsch erfüllt? Bei manchen Autoren realisiert sich ein Wunsch ja auch mit einem Projekt.

 

Ja, haben wir tatsächlich. Den Mechanismus der gegenläufigen Siegpunktleisten haben wir erstmals in unserem Prototypen "Marburg" untergebracht, welches 2007 den ersten Platz beim Hippodice-Autorenwettbewerb belegte. Das Spiel konnten wir aber nie unterbringen, so dass wir immer wieder neue Ideen mit diesem Mechanismus ausprobierten. 10 Jahre später gelang es dann endlich, ein wirklich rundes Spiel zu gestalten. Und jetzt freuen wir uns umso mehr auf "Rajas of the Ganges".

 

 

5) Eine "knallharte" Frage muss auch mal sein ;): Würdet ihr sagen, dass das Spiel eines eurer besten Strategiespiele ist? Wenn ja, was sind die Stärken von "Rajas of the Ganges"?

 

Ob es unser bestes Strategiespiel ist, müssen die Spieler entscheiden. Uns gefällt es sehr gut, denn es hat einen ganz frischen Ablauf. Die Spieler sammeln zwar Siegpunkte und Geld, wie in vielen anderen Spielen auch - durch die gegenläufigen Siegpunktleisten und das damit verbundene Spielziel entwickelt sich das Ganze dann aber zu einer Art Wettrennen. Es kommt auf das richtige Timing an. Wann baue ich welches Gebäude, wann werte ich welchen Markt? Wie lange kann ich meine Maschinerie weiter ausbauen, bevor mir die Mitspieler davon laufen und womöglich nicht mehr einzuholen sind?

 

Danke für das Interview und ich freue mich schon sehr auf das Spiel. Es hört sich alles sehr interessant an!