08.02.18

5 Fragen zu "Nimble" von Peter Jürgensen

 

Hallo Herr Jürgensen, bald erscheint Ihr Spiel "Nimble".

 

1) Geben Sie doch einmal bitte einen Einblick in das Thema sowie in den Spielablauf von "Nimble".

 

"Nimble" ist ein Geschwindigkeits-Kartenspiel, bei dem alle gleichzeitig spielen. Wer zuerst seine Karten losgeworden ist, gewinnt die Partie. Bei zwei Spielern gewinnt, wer nur noch eine Karte übrig hat.

Dabei funktioniert das Spiel Komplett über Farben. Alle Karten zeigen eine Kreisfarbe (innen) und eine Randfarbe (aussen). Die Ablegeregel lautet simpel "Innen ist das neue Aussen" und es gibt drei Stapel in der Mitte, auf die alle Spieler ablegen dürfen. Interessanterweise ist es gar nicht so einfach unter Druck diese Ablegeregel zu befolgen, so dass man im Endeffekt am besten spielt, wenn man den Kopf komplett ausschaltet und die Regel "sieht" und nicht mehr "denkt". Dann kann man in dem Spiel sehr schnell werden, sofern man sich nicht von den anderen ablenken lässt. Man spielt gewissermassen mehr gegen sein eigenes Gehirn als gegen die anderen Spieler.

Das Thema bezieht sich auf phantastische Literaturklassiker wie "Alice in Wonderland" oder "Krieg der Welten", allerdings hat es mehr illustrativen Charakter und zeigt keinen Einfluss auf das Gameplay. Dafür sind aber die Karten und die Box sehr schön geworden.

 

2) "Nimble" enthält ein recht farbenfrohes Cover, was schon einmal sehr positiv auffällt. Der Illustrator ist Christian Schupp, der sein erstes Spiel illustriert hat. Hatten Sie während der Entwicklung mit dem Illustrator Kontakt? Wenn ja, welche Bereiche wurden hinsichtlich der optischen Gestaltung abgestimmt?

 

Christian lebt genau wie der Redakteur und ich in Berlin. Wie hatten deswegen die Möglichkeit, mit Christian frühere Prototypen zu spielen bevor er seine Arbeit aufgenommen hat. Ich denke das war bei diesem Spiel ausserordentlich wichtig – da das Gameplay visuell funktioniert, hätte man durch eine falsche Maßgabe an die Illustration das Spiel sehr einfach und mit den besten Absichten zerstören können.

Im weiteren Prozess habe ich häufig Updates bekommen und konnte mein Feedback einbringen, auch zu grösseren Entscheidungen. Welches Thema wir nehmen und welche Bücher wir für die Illustrationen verwenden beispielsweise.  Julian – der Redakteur – war dafür sehr offen, auch wenn er natürlich das letzte Wort hat.

Eine besondere Herausforderung bei diesem Spiel waren tatsächlich die Farben und da hat Christian wirklich fantastische Arbeit geleistet: sie sind nicht nur schön und passen jeweils gut zueinander, sondern sie ermöglichen es, auch den allermeisten Farbfehlsichtigen das Spiel nach Farben spielen zu können. Das war für uns ein besonderer Fokus, und dann sieht es auch noch gut aus – perfekt!

 

Peter Jürgensen - der Autor
Peter Jürgensen - der Autor

3) "Nimble" ist Ihr erstes Spiel, das veröffentlicht wird. Wie ist es für Sie, es bald auf dem Markt zu sehen?

 

Nun, im Moment habe ich recht viel zu tun und ich glaube ich habe das noch gar nicht richtig realisiert.

Der Moment, wo ich das erste Spiel im Laden sehe, wird auf jeden Fall sehr interessant! Und wenn ich die erste final gedruckte Schachtel in der Hand halte.

 

Übrigens: im Moment ist der Plan, dass es ab April im Fachhandel zu bekommen ist und ab Juli dann auch in online Shops und anderen Läden.

   

4) Wie kam es eigentlich zur Kooperation mit Michael, dem Verlagsinhaber von der "Edition Spielwiese"?

 

In der Spielwiese gibt es immer am Montag einen Autorenstammtisch. Vor etwa drei Jahren bin ich dazu gestoßen und bei meinem ersten Besuch stand Michael hinter dem Tresen. Später haben sie dann den Verlag gegründet, aber der Autorenstammtisch ist natürlich immer noch da.

Das allererste Spiel von "Nimble", das jemals gespielt wurde – damals noch mit etwas anderen Regeln – war übrigens mit Julian Steindorfer (Redakteur der "Spielwiese"), Carlo Bortolini (Autor von "Memoarrr!") und mir. Nicht mal eine Woche später hatte ich die mündliche Zusage, dass die "Spielwiese" "Nimble" gerne machen würde.

 

5) Hegen Sie noch Ambitionen, weitere Spiele zu entwickeln?

 

Aber natürlich! An Ideen mangelt es mir nicht, allerdings führt auch nicht jede Idee zu einem guten Spiel.

Zu Essen 2018 ist meine zweite Veröffentlichung bei einem anderen Verlag geplant, allerdings ist sie noch nicht angekündigt. Und dann habe ich noch jede Menge Prototypen herumliegen und ein paar Projekte, die gerade bei Verlagen begutachtet werden.

 

Vielen Dank für das Interview und wir freuen uns schon auf "Nimble"!