5 Fragen zu "Kampf um den Olymp"

21.07.16

 

1. Hallo Matthias,

bald wird dein Spiel "Kampf um den Olymp" über den Verlag "Lookout Spiele" erscheinen. Plaudere doch mal ein bisschen aus dem Nähkästchen, um den Lesern und Leserinnen einen Vorgeschmack zu bieten ;)

 

In meinem Spieleregal sind zwei Fächer mit diversen "Trading Card Games" gefüllt. Ich liebe dieses Genre, aber die meisten Spiele in diesen beiden Fächern liegen dort seit Jahren ungespielt herum. Mir fehlt, wie vielen Menschen, einfach die Zeit, die Regeln zu lesen, mich in die verschiedenen Karten reinzufinden und Decks zu bauen.

 

Aus diesem Gedanken ist "Kampf um den Olymp" entstanden. Ich wollte ein Kartenspiel haben, das sich wie ein "TCG/LCG" anfühlt, aber auf diese Einstiegshürde verzichtet. Deshalb durfte das Spiel nur einen Kartenstapel haben und nach dem Mischen und Austeilen geht es auch schon los. Ich wollte auch auf eine Aufbauphase am Anfang des Spiels verzichten. Die erste ausgespielte Karte sollte bereits eine Bedrohung sein. Der Gegner kann auf diese Bedrohung reagieren oder er schafft eine Gegendrohung.

 

Diese Direktheit hat natürlich ihren Preis: der Kampf um den Olymp ist nicht immer gerecht. Schlechte Entscheidungen oder Pech können zu einem schnellen Ende führen. Aber durch die kurze Spielzeit gibt es die Möglichkeit zur Revanche. Wenn beide Spieler das Spiel beherrschen gibt es viele Partien, bei denen bis zur letzten Karte gekämpft wird.

 

2. Es ist dein erstes Spiel, das du über den Verlag "Lookout Spiele" veröffentlichst. Wie ist die Kooperation zustande gekommen?

 

Mir gefallen die bisherigen 2er-Spiele bei Lookout. Außerdem fand ich es spannend, dort ein Spiel vorzustellen, das weder ein typisches "Lookout-Spiel" noch ein typischer Cramer ist. So durfte ich das Spiel dann auf der Messe Klemens Franz vorstellen und bekam schließlich eine Zusage, nachdem der Verlag es ausgiebig getestet hatte.

3. Werfen wir mal einen Blick hinter die Kulissen: Wie lange hast du an dem Spiel gearbeitet und wer war noch an dem Entwicklungsprozess beteiligt?

 

Das ist schwierig zu sagen, da "Die Kinder des Olymp" (der Arbeitstitel) früher ein ganz anderes Spiel war. Das einzige Element, das sich durch alle Versionen zieht, ist, dass man Karten mit farbig passenden Karten bezahlen muss. Das Ur-KdO war eine Art Deckbuilder für 2-4 Spieler mit Problemen im Spannungsbogen und einer ordentlicher "Downtime". Dann kam "Dominion" und konnte das alles viel eleganter und direkter. Die Kinder landeten erst mal im Hades und ich beschäftigte mich mit "Rokoko" oder "Kraftwagen". Als ich später in punkto "durchgestylter" und "gebalancter" Optimierungsspiele die Nase voll hatte, bekamen die Kinder ihre zweite Chance und das Spiel erhielt seine heutige Direktheit.

 

4. Die Illustrationen sehen sehr episch aus. Der Illustrator ist Javier González Cava, der in der Brettspielszene noch recht unbekannt ist. Wie seid ihr auf ihn gestoßen und bist du mit den Illustrationen zufrieden ;)?

 

Wir hatten einen Grafiker gesucht, der gute Fantasy Illustrationen zeichnen konnte. Im Spiel gibt es 60 verschiedene Helden – jeweils mit eigenem Portrait – und noch ein paar weitere Karten. Zusammen mit dem Spielplan und dem Cover ist das eine große Herausforderung. Auf Javier wurden wir durch "Watson and Holmes" aufmerksam und sahen uns weitere Arbeiten an (http://inkgolem.com). Das Ergebnis ist großartig und mir gefallen vor allem die vielen Details in den Zeichnungen.

 

In einer frühen Version von "KdO" hatte ich mich in die griechische Mythologie eingearbeitet und die Helden ausgewählt. Als ich später die Entwürfe für die Karten bekam, war das ein schönes Erlebnis, viele Elemente der Geschichten in den Zeichnungen wiederzufinden – sei es Ariadne mit dem Faden oder Iason und das erbeutete Vlies

 

5. "Kampf um den Olymp" ist ein Spiel für zwei Spieler. War es dir ein persönliches Anliegen ein Spiel zu entwickeln, das exakt diese Rahmenbedingungen vorgibt? Es ist ja dein erstes 2-Personen-Spiel.

 

Ich setze mich nie mit einer solchen Rahmenbedingung hin und fange an zu entwickeln. Es muss immer schon ein Stückchen Spiel vorhanden sein, um festzustellen, dass es in einen bestimmten Rahmen besser hineinpasst. Im reinen 2er-Spiel heißt das: „Jetzt lassen wir mal das ganze Balancing beiseite und hauen uns ordentlich auf die Nase“ Muss ja auch mal sein …

 

 

Vielen Dank für die Antworten und ich bin sehr gespannt auf das Spiel!