06.07.16

5 Fragen zu "Great Western Trail"

 

Hallo, Herr Pfister! Danke, dass Sie uns etwas über Ihr bald erscheinendes Spiel "Great Western Trail" erzählen möchten.

 

1. "Great Western Trail" – Sie hatten im letzten Interview gesagt, dass es ein richtiges "Vielspielerspiel" sein wird und dass Sie sich im Endstadium der Entwicklung befindet. Wie ist der aktuelle Status? Wurden noch gravierende Veränderungen vorgenommen?

 

Das Spiel ist nahezu fertig - sowohl Spiel als auch die Illustration. Nur der große Brocken Spielbrett Illustration fehlt noch. Dann natürlich Anleitung und ab zum Drucker.

 

2. Geben Sie uns doch mal Einblicke in die Entstehungsgeschichte. Was können Sie alles über die Entwicklung erzählen? Mit welchen Redakteuren haben Sie zusammengearbeitet? Und wie kam es zu der Illustration und zu der Annahme des Prototypen?

 

Angefangen habe ich mit dem Spiel vor glaube ich 5 Jahren. Ich hatte damals eine akzeptable Version, war aber noch nicht so richtig glücklich damit. Es fehlte noch ein Kniff. In diesem Fall war es, dass der Verkauf des Viehs in Kansas City nicht nur gut sein kann. Nur schnell herumziehen ist keine sinnvolle Strategie. Im Rahmen eines Autorentreffens in Wien habe ich mit dem Redakteur von Eggertspiele Philippe Schmit die letzte Version von "Mombasa" gespielt. Und anschließend ihm dann "Great Western Trail" gezeigt. Ihm hat es gefallen, er hat es mitgenommen. Es dauerte nicht lange, dann kam die Rückmeldung, dass "Eggertspiele" es machen will. Im Oktober haben wir dann Andreas Resch als Illustrator an Bord geholt. Das Spiel wurde nun auch von Viktor Kobilke mitbetreut, der schon letztes Jahr bei "Mombasa" wahre Wunder bewirkte.

"Great Western Trail" Prototyp
"Great Western Trail" Prototyp

 

3. Ist der Druck nun höher, da Sie mit "Mombasa","Isle of Skye" und "Broom Service" einen sehr großen Hype erlebt haben? Und welche Erwartungen haben Sie selbst an die Veröffentlichung?

 

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Eigentlich glaube ich nicht. Denn die Leute wollen ein gutes Spiel haben - egal von welchem Autor. Außerdem mache ich sowohl komplexe Spiele wie "Mombasa" als auch sehr leichte Spiele wie "Broom Service" Kartenspiel. Nur wenn jemand immer die gleiche Art von Spiel von mir erwartet oder einfach blind kauft, könnte er/sie entäuscht werden. Für Vielspieler ist "Great Western Trail" sicher sehr interessant.

 

4. Wie war es eigentlich bei dem Spiel: Erst Thema und dann Mechanik oder umgekehrt? Oder sogar gleichzeitig?

 

Hier war es mehr oder weniger gleichzeitig. Bereits die ersten Prototypen hatten dieses Thema. Ich finde, es passt gut zur Spielmechanik: Man treibt das Vieh vom Süden aus zu den Eisenbahnlinien in den Norden und liefert dort sein Vieh ab. Auch der Illustrator Andreas Resch hat sich bei der Recherche toll eingebracht z.B. die sinnvollsten Städte der Eisenbahnlinie gefunden! Nachdem das Vieh verkauft wurde, fängt man wieder von vorne an und treibt neues Vieh nach Norden. Das Dilemma: Einerseits sollte man mit wertvollem Vieh in Kansas City ankommen, andererseits ist es auch gut schnell zu sein. Unterwegs muss man immer wieder Halt machen, bei eigenen oder neutralen Gebäuden. Deren Aktion nutzt man dann. Im Spielverlauf versucht man bessere Gebäude zu errichten. Dazu sollte man aber auch zusätzliche Personen einstellen. Cowboys dürfen natürlich nicht fehlen, aber auch Ingenieure und Handwerker kann man anheuern. Unterwegs lauern Hindernisse wie eingestürzte Brücken, Steinschlag usw. Sie erschweren das Vorwärtskommen, können aber aus dem Weg geräumt werden. Und natürlich dürfen auch Indianer nicht fehlen. Mit ihnen können die Spieler Handel betreiben.

Das alles klingt auf den ersten Blick nach viel, aber "Great Western Trail" spielt sich zügig. Wer an die Reihe kommt zieht mit seiner Figur und führt die Aktion des erreichten Gebäudes aus und fertig!

 

5. Wie würden Sie das Spiel mit drei Wörtern charakterisieren?

 

Viehtrieb, Vielspielerspiel, Viele Gebäude

 

Danke für das Interview!

 

Sehr gerne.