03.08.17

5 Fragen zu "Feuville" von Udo Peise

Guten Tag Herr Peise, bald erscheint Ihr Spiel "Feuville" beim Verlag "Huch & friends". 

 

1) Es gibt noch nicht viele Informationen zu dem Spiel. Um was geht es konkret in "Feuville"?

 

"Feuville" ist ein Aufbau-Spiel für 2 bis 4 Spieler ab etwa 10 Jahren und dauert angenehme 60 Minuten. Jeder Spieler baut eine mittelalterlich anmutende Stadtansicht mit Mauern, Türmen und dem Himmel darüber. In den 3 "Ebenen" sind Symbole, die gewertet werden können. Ebenso werden bestimmte Anordnungen von Bauplättchen gewertet, ähnlich den 4-er oder 6er-Flächen beim Roulette, auf die man tippen kann. Wichtig ist dabei der Zeitpunkt der Wertungen, da diese unterschiedlich hoch sind. Für das gesamte Spielziel ist auch entscheidend, möglichst viele unterschiedliche Wertungen gemacht zu haben, denn das gibt Zusatzpunkte. 

Kern des Spiels ist es, dass sich um die Wertungsplättchen ein Wettkampf entwickelt, der das Spiel spannend und interaktiv macht. Motor sind 2 Würfel, die mit ihren Augen entweder Bauplättchen, Wertungsplättchen oder einen Charakter aktivieren, wie z.B. den Wirt, den Baumeister oder den Gaukler.
Nun ist das Bauen allerdings immer überschattet vom Feuerdrachen, der bei einem Pasch gnadenlos zuschlägt und aufgebaute Stadtteile ohne genügend "Löschwasser" verwüstet. Bauplättchen, die vom Feuer betroffen sind, können dann natürlich aktuell nicht mehr gewertet werden. Zum Glück gibt es Vorkehrungen gegen den Drachen, wie etwa den Magier oder den Kobold.
Am Ende gewinnt, wer seine Stadt bestmöglich gebaut und am meisten Punkte mit möglichst unterschiedlichen Wertungsplättchen erreicht hat.

 

 

2) Auf der Hompage von "Huch & friends" steht zu "Feuville", dass es einen innovativen Würfel-Mechanismus beinhaltet. Wie funktioniert dieser Mechanismus?

 

Bei dieser Ankündigung musste ich etwas schmunzeln. Ich denke damit ist der Würfeleinsatz für verschiedene Aktivierungsmöglichkeiten oder das Spielen mit den Ereignissen beim Würfeln - wie etwa der Pasch - gemeint. Ebenso ein kleines Zockerspielchen mit einem Würfel innerhalb des Gesamtspiels. Das "Innovative", wie ich es sehe, ist es vielleicht auch, mal keinen Gimmick oder sonstigen "Eye-catcher" im Spiel zu haben, sondern klassisch zwei Würfel, die sich einfach nur gut in der Hand fühlen und wo beim Würfeln alle gespannt auf das Ergebnis schauen.

 

3) An welche Zielgruppe richtet sich das Spiel?

 

Die Zielgruppe ist ganz klar die gelegentlich und gern spielende Familie. Wobei auch Öfter-Spieler ihre Freude haben dürften, wenn sie etwas leichtere Kost nicht verachten. Als ich begonnen habe das Spiel zu entwickeln, waren meine Kinder genau in dem Alter, in dem sie gerne zusammen etwas leicht Zugängliches spielen wollten. Da lang es nahe, ein entsprechendes Spiel zu machen: eine Stunde Spaß und Abwechslung. In den Testrunden ist das Spiel recht gut aufgenommen worden, ich hoffe, es kommt bei den Käufern ähnlich gut an. 

 

4) Wie lange haben Sie an dem Spiel gearbeitet und wann war der Moment, in dem Sie auf den Würfel-Mechanismus gestoßen sind?

 

Ich habe 2010 mit der Entwicklung begonnen. Ich erinnere mich noch genau an das schattige Plätzchen auf dem Zeltplatz in Italien zur Zeit der Fußball-WM. Ich bin nicht der Spieleerfinder, der komplexe und abendfüllende Spiele entwickelt. Ich komme aus der "Kinderspiel-Ecke", dort habe ich auch schon einige Ideen verwirklicht. Mit "Feuville" wollte ich eine pfiffige, atmosphärische und einfache, aber nicht banale Idee umsetzen. Diese entspannte Urlaubszeit hat mir damals sicher geholfen. Die Würfel und deren Einsatz kam fast von alleine: sie stehen für Zufall, Glück und Pech, sind bekanntes Material für jedes Spieleralter und haben einen nicht zu unterschätzenden haptischen Bonus.

 

5) Wie können Sie die Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes mit "Huch & friends" beschreiben?

 

Die Zusammenarbeit mit "Huch" bzw. dem zuständigen Redakteur Simon Hopp war und ist sehr angenehm und professionell. Ich bin gut eingebunden, was ich bei der Entwicklung von manchem Kinderspiel in der Vergangenheit leider nicht sagen konnte. Simon und ich haben uns zum Testen getroffen, wir telefonieren bzw skypen und ich bekomme die neuesten Grafiken zugesandt. Auch haben er und der Grafiker Dennis Lohausen einige wichtige Änderungen und Ideen mit in das Spiel eingebracht und es dadurch besser gemacht. Übrigens finde ich die grafische Umsetzung von Dennis sehr gelungen. Sie unterstützt nicht nur den Spielablauf, sondern hebt auch, wie beabsichtigt, die leicht ins Fantasy-Genre neigende Geschichte dezent und mit einem kleinen Augenzwinkern prima hervor. "Feuville" ist mein erstes großes Spiel und ich bin sehr gespannt, wie es dem Spielepublikum gefallen wird.

 

Danke für die Vorschau zu dem Spiel!