09.07.16

10 Fragen an Ulrich Blennemann

 

Hallo Herr Blennemann, vielen Dank, dass Sie sich für das Interview Zeit nehmen.

 

1. Sie sind der Inhaber des Verlages "Spielworxx". Können Sie einmal Ihren Verlag denjenigen vorstellen, die Ihre Spiele noch nicht auf dem "Schirm" haben (Entstehung, Produkte, Tätigkeitsbereiche)?

 

Überlegungen gab es lange vor der Gründung 2010. Zunächst habe ich Lokalisierungen anglo-amerikanischer Spiele gemacht, dann eigenständige Spiele. Die Produkte sollen immer „außergewöhnlich“ sein und sich an den Spielkenner richten.

 

2. Was war die Intention bei der Gründung des Verlages?

 

Die Weltherrschaft zu übernehmen. Wir sind aber noch auf Feld „Los“.

 

3. Vor nicht allzu langer Zeit sind die Spiele "Kraftwagen" von Matthias Cramer und "West of Africa" von Martin Schlegel erschienen. Sind Sie letztendlich mit den Produkt und mit den Verkaufszahlen zufrieden?

 

Unbedingt – beides sind ganz wundervolle Spiele von tollen Autoren, graphisch herrlich umgesetzt. "Kraftwagen" geht nun bereits in die zweite Auflage.

 

4. Es ist ja allseits bekannt, dass es kleine Verlage finanziell sehr schwer haben, zu überleben. Wie sieht es bei Ihrem Verlag aus? Ist es auch ein stetiger Kampf, um über die Runden zu kommen oder sieht das bei Ihrem Verlag dann doch schon alles entspannter aus?

 

"Spielworxx" steht auf festen Beinen. Dennoch muss man von Spiel zu Spiel schauen; 2 Flops in Folge wären sicherlich unangenehm.

 

 

5. Sie kooperieren mit "ADC Blackfire Entertainment GmbH". Können Sie diese Kooperation beschreiben und was zeichnet "ADC Blackfire Entertainment" aus?

 

Kooperation ist vielleicht etwas unscharf. Ich trage "Blackfire" interessante Spiele zu, die dann Herstellung, Vertrieb und Marketing übernehmen. "Blackfire" verfügt über viele Partner und hat eine herausragende Logistik, so dass die Spiele schnell weltweit beim Kunden sein können.

 

6. Was wünschen Sie sich für Zukunft im Rahmen Ihrer Verlagsarbeit?

 

Neben der Weltherrschaft? Eine Reduzierung meiner Wochenarbeitszeit, mehr Freiräume zum Nachdenken und mehr Spielzeit.

 

7. Wenn wir schon mal bei der Zukunft sind ;). Bald erscheinen die Spiele "Solarius Mission" und "North American Railways". Was können Sie über die Spiele verraten? Und an welche Spielegruppe richten sich diese Produkte?

 

Wie immer sind Spielekenner die Zielgruppe. Beides sind anspruchsvolle Spiele – "North American Railways" von Peer Sylvester mechanisch einfach, "Solarius Mission" von Mike Keller und Andreas Odendahl ungeheuer vielfältig und flexibel – beide auf ihre Art famos.

 

8. Gibt es andere Verlage, deren Arbeitsweise Sie sehr gut finden und für Sie sogar eine Art Vorbild darstellen?

 

Ja…die Liste würde aber zu lang geraten. Im In- und Ausland wird großartige Verlagsarbeit geleistet.

 

 

9. Das langfristige Bestehen eines Verlages hängt von den verkauften Spielen ab. Was heißt das eigentlich, wenn man sagt, dass ein Spiel gut verkauft wurde. Von welchen Stückzahlen redet man da?

 

Dies muss jeder Verlag angesichts der eigenen Strukturen für sich definieren. Bei "Spielworxx" sind meist 750 verkaufte Spiele gut, 1000 fantastisch.

 

10. Können Sie sich vorstellen, auch Spiele ins Ausland zu verlagern und mit internationalen Verlagen zu kooperieren oder anderweitig zu expandieren?

 

Expansion ist für mich kein Wert an sich; diese müsste ja „unterfüttert“ werden. Kooperationen bei zweiten Auflagen gibt es aber bereits – Spielworxx-Spiele sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, in den Niederlanden und demnächst auch auf Japanisch erschienen.

 

Danke für das Interview und ich bin sehr auf die neuen Spiele gespannt!

 

Gerne.