10.06.16

10 Fragen an Mac Gerdts

 

Hallo Herr Gerdts, es freut mich, dass Sie sich Zeit genommen haben, um die Fragen des Brettspiegels zu beantworten. Dann fangen wir mal an...

 

1. Sie arbeiten sehr eng mit dem PD-Verlag zusammen und im Sortiment sind fast nur Spiele von Ihnen vorzufinden. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

 

Mit Verleger Peter Dörsam bin ich seit vielen Jahren eng befreundet. Wir haben schon vor 30 Jahren so manchen denkwürdigen Spieleabend bestritten und dabei meine Spielideen einem harten Realitätstest unterworfen. 2005 haben wir dann gemeinsam beschlossen, davon auch mal was zu veröffentlichen. 

 

2. Mit Ihrem im Jahr 2013 erschienen Brettspiel "Concordia" haben Sie in der Brettspielszene auch international Wellen geschlagen. Mit welcher Erwartungshaltung sind Sie an die Veröffentlichung herangetreten und wann entstand der Gedanke, Erweiterungen zu diesem Spiel zu entwickeln?

 

Ziel ist es eigentlich immer, ein gutes, flottes, dabei aber auch anspruchsvolles Brettspiel zu machen. "Concordia" hat sich über mehrere Jahre entwickelt und dabei verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen. Dass mehrere Landkarten möglich sind, zeigt ja schon das Basisspiel. Nachdem "Concordia" so erfolgreich angenommen wurde, fiel es nicht schwer, weitere Landkarten mit zusätzlichen Varianten zu basteln.

 

3. Sind zu "Concordia" weitere Erweiterungen geplant, oder ist das Kapitel nun vollends abgeschlossen?

 

Es wird im Herbst 2016 eine neue Erweiterung geben. Darunter auch einen Spielplan mit nur 20 Städten, so wenig wie noch niemals zuvor.

 

4. Es ist deutlich erkennbar, dass Sie für Ihre Spiele meist auf die Arbeit der Illustratorin Marina Fahrenbach zurückgegriffen haben. Warum haben Sie sich für diese Illustratorin entschieden und was macht, in Ihren Augen, die Arbeit so besonders?

 

Die Entscheidung wird ja im Wesentlichen vom Verlag getroffen. Mit Marina kann man wunderbar zusammenarbeiten, sie hat gute Ideen, und ist auch sehr offen für Anregungen und Wünsche. 

 

5. Ihre Spiele behandeln oft geschichtliche Thematiken. Sie haben nicht Geschichtswissenschaften studiert, oder? Wie kommt es zu diesen thematischen Einbettungen?

 

Geschichtliche Themen haben mich schon als Schüler sehr interessiert. Sieben Jahre Lateinunterricht haben mir damals insbesondere die Antike nähergebracht. Es macht auch heute noch Spaß, fremde Länder zu besuchen und dort auf den Spuren der Geschichte zu wandeln, oder zuhause bei einer guten Tasse Tee in alten Atlanten zu versinken. Studiert habe ich dann aber Ökonomie.

 

6. Dieses Jahr (2016) erscheint Ihr Spiel "Steam Ship Company". Sie haben jetzt Gelegenheit dafür Werbung zu machen... ;)

 

Das Spiel ist leider noch nicht fertig. In diesem Jahr wird es jedenfalls nichts mehr.

 

7. Ihr „Hausverlag“ (PD-Verlag) hat bisher nur ein Spiel zweier weiterer Autoren außer Ihnen veröffentlicht, und zwar "La Granja" von Andreas Odendahl und Michael Keller. Hatten Sie einen Einfluss auf das Spiel evtl. auf die Testphasen etc.?

 

Nein, "La Granja" war ja schon ein fertiges Spiel, als der PD-Verlag es übernahm. Und vorher hatte ich es nicht gekannt.

 

8. Welche drei Worte beschreiben Ihren Autorenstil am besten?

 

a) Strategisch: die Spieler treffen eigene Entscheidungen, und lassen sich ihr Handeln nicht von Würfeln, Karten oder anderen Glücksfaktoren diktieren. 

b) Historisch: interessante historische Themen, die sich gut auf einer Landkarte umsetzen lassen.

c) Flüssig: viele kurze Spielzüge ergeben nicht nur einen guten Spielfluss, sondern führen auch zu hoher Varianz und abwechslungsreichen Spielverläufen. Das funktioniert nicht nur mit dem Rondell ganz gut, sondern kann auch wie z.B. bei "Concordia" mit Spielkarten passieren. 

 

9. Wie kam es eigentlich zu Ihrem Künstlernamen „Mac“ Gerdts und welche Intention steckt dahinter?

 

Als ich in der Schule von meinem schottischen Vorfahren erzählte, der seinen Stammbaum auf den alten schottischen König Robert de Bruce zurückführte und 1842 mit dem Segelschiff nach Hamburg ausgewandert war, hatte ich ziemlich schnell den Spitznamen „Mac“. Dabei ist es dann bis heute geblieben.

 

10. Gibt es evtl. Projekte, die auf der "SPIEL 16" erscheinen und auf die sie sich besonders freuen?

 

Mein „Großprojekt“ ist es, sich auf der Messe mit vielen Freunden und Autorenkollegen zu treffen, Döntjes und Erfahrungen auszutauschen, und über unsere Spiele zu fachsimpeln. Da lass ich mich gern überraschen: Es ist immer wieder toll zu erleben, womit andere auf der Messe auftauchen, und wieviel Herzblut in ihnen und in ihren Spielen steckt!

 

Danke für das Interview!