08.06.16

10 Fragen an Andreas Steding

 

Hallo Herr Steding, vielen Dank, dass Sie sich für die 10 Fragen des Brettspiegels Zeit nehmen. Dann fangen wir mal mit dem Interview an.

 

1) Sie haben erfolgreiche Brettspiele, wie z.B. "Hansa Teutonica", "Firenze" und "Staufer" entwickelt. Sie sind Historiker. Da liegt die Frage nahe, inwiefern das Spielthema durch ihren Beruf beeinflusst wird? Und gibt es noch weitere Spielelemente, die durch Ihr Dasein als Historiker bestimmt werden?

 

Teilweise ja, manchmal steht ein historisches Thema im Mittelpunkt, manchmal ein Mechanismus, für den ich dann das passende Setting suchen muss. Grundsätzlich ziehe ich historische Thema als Autor vor, als Spieler bin ich offener und spiele auch Spiele mit einem SF oder Fantasy Setting.

 

2) Seit 2014 ("Hansa Teutonica" Erweiterung) hat man von keinen Projekten mehr gehört. Haben Sie sich eine Schaffenspause gegönnt oder arbeiten Sie seit zwei Jahren heimlich an interessanten Projekten ;)? Wenn ja, können Sie schon mal was über diese Projekte berichten?

 

Die Heimlichkeit ist relativ. Spiele werden nur durch spielen mit anderen getestet von daher weiß meine Spielrunden schon, was da auf meinem Schreibtisch liegt und irgendwann werden es auch andere wissen.

Im Moment kann ich da wenig zu sagen, aber ich bin doch sehr optimistisch, das es nächstes Jahr etwas Neues von mir gibt.

 

3) Welche Brettspiele spielen Sie derzeit und welche können Sie den Lesern empfehlen?

 

Zuletzt habe ich sehr gern "Roll for the Galaxy" und "Evolution" gespielt. Empfehlungen sind immer schwer, weil die Vorlieben sehr unterschiedlich sind, manche wollen Interaktion, manche puzzeln lieber vor sich hin, manche wollen schnelle spiele, manche epische. Um jemanden etwas zu empfehlen muss ich wissen, wo seine Vorlieben liegen.

 

4) Wie würden Sie Ihren Entwicklungsstil mit drei Wörtern beschreiben?

 

Langsam, Reduzierung, try and error

 

5) Es wurde bekannt, dass Sie in Foren nachfragen, ob eine Neuauflage von "Hansa Teutonica" mit einem anderen Thema bei der Community erwünscht ist. Was sind die Beweggründe dieser Umfrage?

 

Die Erweiterungen für "HT" kamen gut an und viele Spieler fragten nach weiteren. Meine letzte Idee war mit dem originalen "HT" nicht mehr zu verwirklichen, so habe ich überlegt eine Sonderausgabe zu gestalten mit einem anderen Setting und da es auch ständig "Beschwerden" über das Mittelalter Setting gab, wollte ich wissen welches Thema denn eigentlich beliebter ist.

 

6) Welche Erwartungen haben Sie an die SPIEL (Messe) in diesem Jahr und gibt es schon heimliche Favoriten von Ihnen bzw. Verlage und Spiele, auf die Sie sehr gespannt sind?

 

Viele neue Spiele, ansonsten habe ich keine Erwartungen.

 

7) Gibt es weitere Autoren, die Sie in letzter Zeit wirklich überzeugt haben?

 

Vlaada Chvátil und Matt Leacock.

 

Die Staufer Brettspiel Bild
Bild: Prototyp "Die Staufer"

8) Ihre Homepage mod-games ist gerade in Arbeit. Eröffnen Sie Ihren eigenen Verlag, über den Sie dann Ihre Spiele veröffentlichen wollen? Wenn ja, welche Vorteile würden sich für Sie ergeben?

 

Falsche Reihenfolge; ich hatte vor mehr als 10 Jahren zwei Spiele im Eigenverlag veröffentlich (Kogge und Macht&Ohnmacht). Im Moment plane ich keine Spiele selbst zu veröffentlichen.

 

 

9) Mit welchen Autoren und Illustratoren stehen Sie im Kontakt und könnten Sie sich evtl. eine Kooperation vorstellen?      

                                 

Vorstellen kann ich mir vieles, aber wahrscheinlich ist das nicht. Ich bin als Autor eher ein Eigenbrödler.

 

10) Mit welchem Ihrer letzten Brettspiele ("Firenze", "Die Staufer", "Five Point: Gangs of New York") sind Sie aus heutiger Sicht am meisten zufrieden und warum?

 

"Firenze" gefällt mir von der Gesamtgestaltung (Material und Graphik) am besten, "Die Staufer" haben einen sehr starken Grundmechanismus.

 

Danke für das Interview!