05.07.18

Review: "Race To The New Found Land" von Martin Kallenborn und Jochen Scherer

Fakten

 

Autor: Martin Kallenborn

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 60-90 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 46 Euro

Verlag: Hans im Glück

Spielbeschreibung

 

Wagemutige Seefahrer erkunden die Weltmeere und machen eine gigantische Entdeckung: Neufundland. Das neu gefundene Land. Eine riesige Insel vor der Küste Nordamerikas. Und schon bricht der Wettstreit der Nationen aus. Wie so oft will jeder das größte Stück vom Land. Du musst deine Flotte geschickt einsetzen, um deinem Königshaus stetig Erfolge zu präsentieren. Stichst du schnell in See und besiedelst die ersten bekannten Landstriche? Erkundest du zuerst neue Gebiete? Oder treibst du Handel und baust zuerst deine Flotte weiter aus? Finde es heraus in einem spannenden Rennen nach Neufundland!

(Quelle: Hans im Glück)

 



Hintergrundinformationen

 

"Race to New Found Land" ist das neuste Spiel von Martin Kallenborn und Jochen Scherer. Martin Kallenborn ist ein relativ neuer Spieleentwickler und einige Spieler und Spielerinnen werden ihn von "Helios" kennen. Martin Kallenborn und Jochen Scherer haben bereits bei "Assel Schlamassel" kooperiert. Mal schauen, ob die Zusammenarbeit funktioniert hat.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind im Großen und Ganzen von einer guten Qualität! Das Spielbrett ist hochwertig und auch die Plättchen konnten in einer Vielzahl von Partien hinsichtlich ihrer Langlebigkeit überzeugen. Die Karten sind ebenso nicht minderwertig und auch der Umstand, dass auf Holzsteine für die Waren anstatt auf Plättchen zurückgegriffen wurde, ist ein postiver Aspekt.  Einzig und allein die Spielertableaus mindern den positiven Gesamteindruck, da diese aus einem sehr dünnen Material bestehen und kaum in das qualitative Gesamtbild passen. Vor allem werden dort dicke Plättchen platziert und bei einem dünnen Bogen wirkt dies alles ganz schön wackelig.  Ansonsten alles top!

 


Illustrationen

 

Die optische Darbietung ist solide! Sie bleibt auf einer abstrakten Ebene und ist eher verhalten. Es wurde auf Minimalismus gesetzt, sodass auf viele Details und auf Feinheiten verzichtet wurde. Gemäß der Meinung der Testspieler fehlt es aber an vielen Stellen an Details, um dem Spiel "Schwung" zu verleihen. Denn es handelt sich schließlich um ein Rennen ("Race to the New Found Land") und der Umstand, dass das Brettspiel optisch "leblos" wirkt, drosselt in gewisser Weise das Gefühl von Geschwindigkeit. Das Aufheben einer optischen Abtraktheit würde dem lebendigen Thema an Fahrt verpassen. Zudem wurde die Planungsphase nicht auf die Spielertableaus verzeichnet, was aber essentiell gewesen wäre. Positiv hingegen ist der Stil der Personenkarten, die sehr gelungen sind und auffallen. Alles in allem ist optische Aufmachung o.k. und man könnte definitiv mehr aus dem Thema rausholen.

 


Spielmechanik

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass das vorliegenden Spiel gut und klar in einzelne Phasen strukturiert wurde. Zentral ist das Erfüllen von Aufträgen und die Platzierung von eigenen Spielsteinen auf den einzelnen Inseln (Mehrheitensystem). Ein weiteres sehr zentrales Element ist die Rennleiste, durch die Effekte und Boni freigeschaltet werden, sobald man einige Marker erreicht. Sehr gelungen ist, dass diese Marker nach hinten wandern und schlechtere Spieler die Boni schneller erreichen, was ein äußerst gelungener Aufholmechanismus ist. "Race to the New Found Land" ist ein asymmetrisches Spiel, in welchem man unterschiedliche Nationen mit individuellen Fähigkeiten spielen kann. Negativ ist bei vielen Testpartien aufgefallen, dass die Nationen nicht perfekt ausbalanciert wurden und die Fähigkeiten schon sehr unterschiedlich stark sind.

 



Innovationen

 

Mit dem vorliegenden Spiel wird das Rad nicht neu erfunden! Mehrheitenwertungen werden durchgeführt und Aufträge mittels der Abgabe von Rohstoffen erfüllt. Das frische Elemente ist eindeutig die Rennleiste, die spannende Akzente setzt und das Spiel belebt. Leider ist das drumherum schon sehr "oldschool", sodass die Leiste mit ihrer Frische den Rest nicht ganz ausgleichen kann, da sich dieser schon sehr lahm anfühlt.

 


Spielspaß

 

"Race to the New Found Land" ist ein gutes Spiel, aber kein Überflieger! Der Umstand, dass die Fraktionen unterschiedlich stark sind, mindert schon erheblich den Spielspaß. Es wäre wünschenswert, wenn man diesbezüglich in einer neuen Auflage einen besseren Ausgleich schaffen würde. Hingegen wird das Spiel das gesamte Spiel durch die Rennleiste belebt, wodurch ein langanhaltender Spannungszustand entsteht. Zudem verlangt das Spiel sehr viele wichtige Entscheidungen, die wohl überlegt getroffen werden sollten, wenn es um die Platzierung von Schiffen und die damit zusammenhängende Akivierung von Aktionen geht. Es ist zu resümieren, dass "Race to the New Found Land" ein gutes Spiel ist, das aber die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Race to the New Found Land" liegt bei 46 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, die Tableaus fügen sich aber nicht gut in die restlichen Materialien ein. Die Illustrationen sind solide, können jedoch nicht ganz das Gefül eines Rennens transportieren. Die Abläufe wurden gut strukturiert, das Balancing der einzelnen Nationen lässt doch stark zu wünschen übrig. Die innovativen Impulse basieren auf der Rennleiste, die äußerst gut gelungen ist, wobei die restlichen Elemente des Spiels allseits bekannt sind. "Race to the New Found Land" ist spannend und schafft es, das Gefühl eines Rennens zu erzeugen. Es bleibt jedoch hinter Erwartungen, die man an eine "Hans im Glück" Neuheit stellt.

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Race to the New Found Land", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das über einen langen Zeitraum Spannung erzeugt (Rennleiste)

 

- ein Fan von Mehrheitenwertungen und der Erfüllung von Aufträgen bist

 

 

Lasse die Finger von "Race to the New Found Land", wenn du...

 

- ein perfekt ausbalanciertes Spiel suchst

 

- dich nach vielen kreativen Einfällen sehnst