Review: "Troyes" von Sebastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban

Fakten

 

Autor: Sebastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban

Spieleranzahl: 1-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2022 (Neuauflage)

Preis: UVP 49,99 Euro

Verlag: Huch!

Spielbeschreibung

 

Im Jahre 1200 wurde mit dem Bau der Kathedrale von Troyes begonnen. Aber erst 400 Jahre später, nach zahlreichen Zwischenfällen, wurde sie vollendet. In diesem historischen Spiel erlebt ihr den Auf-stieg der bemerkenswerten mittelalterlichen Stadt Troyes und seid Mitgestalter dieser ereignisreichen 4 Jahrhunderte. Nutzt euren Einfluss auf Adel, Klerus und Bürgertum, um den Namen eurer Familie in der Historie dieser bedeutenden Stadt zu verewigen.

(Quelle: Huch!)



Hintergrundinformationen

 

Das Spiel "Troyes" erschien bereits 2010 und nun hat der Verlag "Huch!" das Spiel erneut aufgelegt. Sebastian Dujardin ist Inhaber von "Pearl Games" und ein relativ erfolgreicher Autor. Er hat u.a auch das gelungene Spiele "Deus" entwickelt, was im Test gut abgeschnitten hat (Review: hier).

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Troyes" sind von einer tollen Qualität. Das Spiel beinhaltet zahlreiche Holzfiguren, Würfel sowie qualitative Karten. Das Spielbrett ist ausreichend groß, sodass die gesamten Spielmaterialien ohne Mühe platziert werden können. Das Regelwerk ist "so lala", da es nicht sehr eingängig ist und offene Fragen übrig lässt.

Dennoch handelt es sich im Großen und Ganzen um eine gute Produktion.

 


Illustrationen

 

Der Stil dieser Illustration wird von der Brettspielgemeinde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. In unseren Testpartien ist der Stil auf Anklang gefunden und passt gut mit seiner Einfachheit zur Thematik. Des Weiteren glänzt die Optik mit einem sehr individuellen Illustrationsstil, was das Spielbrett und die Karten betrifft. Leider sind die Symbole  der Karten nicht sehr eingängig, sodass immer wieder in den Regeln nachgeschaut werden muss, was diese bedeuteten. Hier hätte definitiv optimiert werden müssen, da diese nicht sehr eingängig sind.

Nichtsdestotrotz kam die Optik gut an.

 


Spielmechanik

 

Es handelt sich bei "Troyes" um ein gehobenes Kennerspiel, das mit einem Würfelmechanismus ausgestattet wurde. Klar, Würfelglück ist vorhanden, nichtsdestotrotz kann man seinen GegnerInnen Würfel abkaufen (auch wenn diese es nicht wollen) oder kann man seinen eigenen Wurf modifizieren. Auffällig ist, dass nur hohe Augenzahlen in diesem Spiel einen Reiz haben und mächtig sind, wohingegen in anderen aktuellen Würfelspielen auch niedrige Würfelaugen auch einen gewissen Reiz haben können. In diesem Aspekt merkt man dem Spiel an, dass es in die Jahre gekommen ist. Eine tolle Mechanik ist hingegen, dass im Verlauf der Partie Karten variabel aufgedeckt werden, die dann neue Aktionsfelder entstehen lassen, wodurch sich das Spiel entwickelt, was gut gelungen ist. Je mehr eine Partie voranschreitet, desto mehr Aktionsfelder stehen den SpielerInnen dann zur Verfügung. Ein negativer Aspekt der Entwicklung neuer Aktionsfelder ist, dass dadurch erneut mehr Glücksfaktoren ins Spielgeschehen gelangen, die man nicht vorher nicht absehen kann. Die TesterInnen waren sich einig, dass das Spiel aufgrund der Mechanismen sehr sperrig rüberkam und ein gewisser "Flow" fehlte. Es fühlte sich nicht rund an und der Umstand, dass man MitspielerInnen mit "Gewalt" Würfel abkauft ist erneut ein Faktor der Unberechenbarkeit, der diesem gehobenen Kennerspiel nicht gerecht wird.

Alles in allem gibt es noch im Bereich der Mechanik "Luft nach oben"

 

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Innovationen

 

Das Spiel erschien bereits 2010 und hatte in der Zeit auch einen großen Hype. Es war wahrscheinlich eines der Spiele, das die "Euro-Games" auf das nächste Level gebracht haben. Doch leider ist aus heutiger Sicht aus der Sicht der TesterInnen ersichtlich geworden, dass das Spiel nicht gut "gealtert" ist. Man merkt dem Spiel sehr prägnant an, dass einem älteren Jahrgang entstand und mittlerweile nicht mehr elegant rüberkommt, wenn man es mit anderen "Dice-Placement-Spielen" vergleicht. Auch auf der Ebene der Mechanik sind einige Schwächen zu verzeichnen, die aktuelle Spiele in diesem Segment nicht vorweisen. 

 


Spielspaß

 

Heiß erwartet, hat die erste Testpartie von "Troyes" begonnen, doch leider konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. Auch nach vielen Testpartien konnte sich der Eindruck nicht merklich verbessern. Das Spiel kam etwas dröge und sperrig rüber, wobei es unaufgeregt vor sich hinplätscherte und man nach Spannungsmomenten suchte. Auch das aggressive Wegschnappen von eigenen Würfeln durch die MitspielerInnen sowie der Fakt, dass nur hohe Augenzahlen als effektiv angesehen werden, ist für ein strategisches Spiel in der heutigen Zeit nicht mehr ganz angemessen.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Troyes" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und auch die Optik weiß durch ihre Individualität zu gefallen. Im Kontext der Mechanik kam eine Ausgewogenheit zum Vorschein, die sich auf verschiedenen Ebene entfaltete. Im Kontext der Innovationen wurde ersichtlich, dass das Spiel etwas "altbacken" wirkt und nicht sehr gut "gealtert" wird. "Troyes" ist keineswegs ein schlechtes Spiel, es hat jedoch in den Testpartien leider nicht gezündet, da Spannungsmomente fehlten und eine Vielzahl an unberechenbaren Faktoren vorhanden waren.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Troyes", wenn du...

 

- grundsätzlich ein Fan von Würfelmechanismen bist

 

- ein Spiel haben willst, das in allen Spielerbesetzungen gut funktioniert

 

- es magst, dass sich das Spiel im Laufe der Partie entwickelt und neue Aktionsfelder hinzukommen

 

 

Lass die Finger von "Troyes", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, dass sehr frisch und innovativ sein soll

 

- ein sehr gut ausbalanciertes Würfelsystem suchst, das nicht zu aggressiv bzw. konfrontativ ist