07.08.19

Review: "Trajan" von Stefan Feld

Fakten

 

Autor: Stefan Feld

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 30 Min. pro Spieler

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2011

Preis: UVP 31,99 Euro

Verlag: Hutter Trade

Spielbeschreibung

 

Zu Zeiten des Kaisers Trajan geht es staatsmännisch zu. Das Römische Reich erlebt seine Blütezeit unter dem „optimus princeps”. Die Spieler agieren in sechs verschiedenen Bereichen des Imperiums. Es gilt, den Städtebau voranzutreiben, die Ausdehnung des Reiches im Blick zu behalten, den Seehandel auszubauen, den Senat zu lenken, das Volk zufriedenzustellen und nicht zuletzt die Gunst Trajans zum eigenen Vorteil zu nutzen.

(Quelle: Huch & friends)

 



Hintergrundinformationen

 

"Trajan" ist ein Spiel vom bekannten Autor Stefan Feld. Das Spiel hat beim "Deutschen Spielepreis 2012" den zweiten Platz belegt und war der Sieger des "International Gamers Award 2012". Ob "Trajan" auch noch im Jahr 2019 brandaktuell ist, wird der vorliegende Testbericht aufzeigen. Ihr könnt gerne hier klicken, um mehr über Stefan Feld zu erfahren.

 


Spielmaterialien

 

Das Spiel basiert auf vielen wertigen Materialien, wie z. B. Holzfiguren und Holzmarker. Ebenso beinhaltet "Trajan" sehr viele Plättchen, die auf dem Spielbrett wie auch auf dem eigenen Spielertableau platziert werden. Der Spielplan wurde in einer angemessenen Größe produziert, wodurch alle Bereiche gut erreichbar sind. Auf dem eigenen Spielertableau werden sehr viele bunte Holzmarker versetzt und verschoben. Diesbezüglich wäre es optimal gewesen, wenn die Tableaus kleinere Einkerbungen enthalten würden, damit einem Verrutschen der Marker entgegengewirkt wird.

 


Illustrationen

 

Die optische Aufmachung ist leider kaum zeitgemäß und hat den Testspielern nicht zugesagt. Die Farben auf dem Spielfeld sind sehr blass und auch die optische Umsetzung von Gebäuden, Symbolen und Schiffen wirkt schon eher wie die Darbietung eines Prototypen und nicht die eines finalen Spiels. Im Rahmen der Optik wäre definitiv eine Neuauflage angebracht, da durch die "eingestaubten" Illustrationen der Spielspaß etwas zu leiden hat.

 


Spielmechanik

 

Stefan Feld hat mit "Trajan" eine gute Entwicklerarbeit geleistet. Das Spiel ist der Kategorie  des "Kennerspiels" zuzuordnen (mittlerer Schwierigkeitsgrad) und beinhaltet viele verschiedene Bereiche auf dem Spielplan, die es zu beachten gilt. Der Hauptmechanismus ein "Mancala-Mechanismus", der auf dem eigenen Spielertableau ausgelöst wird. Im Zentrum stehen hierbei die bunten Steinchen, die man von einer Mulde in die nächste Mulde (im Uhrzeigersinn) transportiert, wodurch je nach Mulde die entsprechende Aktion ausgelöst wird. Auch die Farben der transportierten Steinchen spielen eine wesentliche Rolle, um noch zusätzlich Boni zu erlangen. Dieser Mechanismus ist grandios und es lassen sich gut Züge vorausplanen, wodurch eine strategische Vorgehensweise möglich wird.


Um diesen "Mancala-Mechanismus" wurden viele Aktionen drumherum aufgebaut, die sehr gut verzant sind und auch gleichwertig erscheinen. Das Spiel ist nicht sehr interaktiv, wobei hier und dort kleinere interaktive Elemente existieren, z. B. , wenn es darum geht, etwas als erster Spieler durchzuführen. Alles in allem ist "Trajan" kein thematisches, aber mechanisch funktionierendes Brettspiel, das viel Überlegungszeit und strategisches Handeln erfordert.

 


Innovationen

 

Der "Mancala-Mechanismus" mit den bunten Steinchen wirkt auch noch heutezutage sehr frisch und elegant! Das, was auf dem Spielplan an Aktionen drumherum aufgebaut wurde, enthält keinen besonderen spielerischen Charakter und ist eher als "Beiwerk" zum Hauptmechanismsu zu sehen. Hier hätte man sich gewünscht, das bei den eigentlichen Aktionen kleine kreative Ideen implementiert worden wären, da diese im Großen und Ganzen hinsichtlich der Frische etwas unspekakulär daherkommen. Der Hauptmechanismus ist dementgegen so genial, dass dieser auch im Jahre 2019 brandaktuell wirkt!

 


Spielspaß

 

"Trajan" hat den Testern gut gefallen! Den Spielern stehen auf dem eigenen Spielertableau durch das Verschieben der bunten Steinchen etliche Möglichkeiten zur Verfügung, wodurch gleichsam auf dem Spielplan ebenso vielfältige Handlungsmöglichkeiten vorhanden sind. Wie bereits erwähnt, wird der Spielspaß etwas durch die Optik gedämpft, da diese relativ mau wirkt. Die Handschrift des Entwicklers ist definitiv zu erkennen, da das Spiel auf einem hohen Level sehr gut mechanisch verzahnt wurde und viele "Wege nach Rom (Sieg)" führen. Vereinzelt kann es je nach Spielertyp vorkommen, dass einem das Spiel überhaupt nicht zusagt, da "Trajan" kein bisschen thematische Amtosphäre aufweist. Wer jedoch bereits andere Spiele von Stefan Feld gespielt und für gut befunden hat, der kann dieses Spiel auch gerne antesten, wobei zu erwähnen ist, dass "Trajan" gemäß den Testern nicht zu den Top 3 Spielen von Stefan Feld gehört.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP  von "Trajan" liegt bei 31,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer sehr guten Qualität. Die optische Aufmachung lässt hingegen stark zu wünschen übrig, wobei eine Erneuerung des Gesamtbildes wünschenswert ist. Stefan Feld hat mit "Trajan" ein mechanisch hervorragendes Spiel "auf die Beine gestellt", das den Spielern diverse Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Der innovative Kern liegt beim "Mancala-Mechanismus", der auch noch heutezutage frisch wirkt. Spielerisch hat "Trajan" den Testern gut gefallen, wobei der Wiederspielreiz durch den starren Spielaufbau nicht extrem hoch ist.

 


Geamtwertung

 

Kauf dir "Trajan", wenn du...

 

- der Meinung bist, dass der Hauptmechanismus mit dem Verschieben der Steine für dich interessant sein könnte - in den Testpartien kam der Mechanismus super an

 

- ein Fan von den Spielen von Stefan Feld bist. Man kann definitiv die Handschrift des Autors erkennen

 

 

Lass die Finger von "Trajan", wenn du...

 

- ein Spiel mit einer zeitgemäßen Optik suchst

 

- ein Spiel mit einem extrem hohen Wiederspielreiz spielen willst