06.01.2020

Review: "Steamopolis" von Gerhard Hecht

Fakten

 

Autor: Gerhard Hecht

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 60-100 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 45 Euro

Verlag: Corax Games

Spielbeschreibung

 

Fliege als einer von 1 bis 4 Kenner-Luftschiffkapitänen ab 12 Jahren in Gerhard Hechts Steamopolis mit deinem Luftschiff die verschiedenen Ebenen der Turmstadt an. Dazu brauchst du richtig viel Druck in deinen Dampfkesseln. Denn diese Luftschiffe steigen auf den ausgestoßenen Dampfsäulen in die Höhe! Und je höher du kommst, desto bessere Angebote erwarten dich.

 

Statt hoch hinaus zu fliegen, kannst du den Dampfdruck auch in die Maschinerie deines Luftschiffs leiten! So treibst du die Maschinen an, die du in dein Luftschiff eingebaut hast. So kannst du ganze Produktionsketten betreiben. Jedoch ist der Platz auf deinem Luftschiff stark begrenzt, also überlege dir gut, was du wohin baust und was du für Ersatzteile ausschlachtest!

(Quelle: Corax Games)

 



Hintergrundinformationen

 

"Steamopolis" wurde auf der Crowdfundingplattform "Spiele Schmiede" erfolgreich finanziert. Dieser Trailer zum Spiel wurde veröffentlicht:


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer sehr guten Qualität! Im Spielumfang sind viele Holzmaterialien und Plättchen dabei, die einen gehobenen Eindruck hinterlassen. Auch enthält das Spiel individualisierte Marker, wie z.B. Kristalle und Zahnräder, die thematisch gut abgestimmt wurden. Leider sind die Siegpunketmarker in Relation zur Siegpunkteleiste viel zu groß geraten, auch wenn diese schön anzusehen sind (wir haben deshalb andere Marker benutzt in den Testpartien). Funktional sind diese leider kaum. Im Großen und Ganzen handelt sich bei dem vorliegenden Spiel dennoch um eine sehr wertige Produktion.

 


Illustrationen

 

Die optische Aufmachung ist gut gelungen und sehr zu loben. Das Thema "Steampunk" kommt durch die Art der Illustrationen sowie durch die Farbgebung außerordentlich gut zur Geltung. Auf dem riesigen Spielbrett sind viele Symbole enthalten, jedoch besticht die Optik durch eine gute Aufteilung, wodurch das Gesamtbild übersichtlich wirkt. Des Weiteren hat es sich der Illustrator Dennis Lohausen nicht nehmen lassen, viele Details in die Optik zu integrieren (Schrauben, Rohre etc.), was perfekt gelungen ist. Auch an Vielseitigkeit mangelt es dem Spiel kaum, da unterschiedliche Personen und Luftschiffe angefertigt wurden.

 


Spielmechanik

 

"Steamopolis" ist definitiv ein gut konzipiertes Spiel, das im oberen "Kennerspielbereich" ansiedelt. Es sticht hervor, dass es ein rundes Gesamtbild ergibt und alles sehr gut miteinander verzahnt wurde. Dies bedeutet, dass die Entscheidung für ein gewisses Plättchen weitreichende Folgen für den weiteren Spielablauf hat. Folglich sollten die Entscheidungen wohl überlegt sein und es kann auch zu "Grübel-Phasen" kommen. Die Aktionswahl ist zwar sehr überschaubar (Dampf generieren auf dem eigenen Tableau, Marker auf den Spielplan setzen, Marker wieder einsammeln), dennoch enthält "Steamopolis" sehr interessante sowie wohl überlegte Entscheidungen, wodurch sich die Komplexität erhöht. Zudem das Spiel sehr interaktiv, da die beiden Passagierfiguren von allen SpielerInnen von A nach B transportiert werden sollten und dadurch ein Konkurrenzkampf entsteht. Hinzu entsteht ein weiteres interaktives Element durch das Blockieren von Aktionen, was z. B. aus dem "Wokerplacement-Bereich" kennt. Zudem kann man noch eigene kleine Holzmarker in die Maschine des Gegners verbauen und auf diese Weise auch von Effekten profitieren. Zusammengfasst ist "Steamopolis" demzufolge ein sehr interaktives Spiel auf verschiedenen Ebenen.

Dementgegen sind in den Testpartien die "Banner" jedoch negativ aufgefallen. Diese kann man während der Partie sammeln und dienen als Siegpunktgeneratoren. Es kam eindeutig zum Vorschein, dass der "Passagierbanner" nicht enen gleichwertigen Bonus bietet wie die anderen beiden Banner. Auch die anderen beiden Banner scheinen nicht ganz gleichwertig in ihrem Benefit zu sein.

Dessenungeachet funktioniert "Steamopolis" sehr gut!

 


Innovationen

 

"Steamopolis" bietet optisch schon einmal ein individuelles Gesamtbild und es macht Spaß, sich die bildliche Darstellung anzuschauen, da es mit dem länglichen Spielplan und den Spielertableaus, die von der gängingen Norm abweichen, sehr eigen aussieht. Auch spielerisch wirkt "Steamopolis" frisch und sehr individuell, weil die Aktionsmöglichkeiten sehr eng mit der Thematik verwoben wurden (was auch der Anleitung und der Illustration geschuldet ist). Dieses Spiel spielt sich, anderes als Spiele mit dem gleichen Mechanimsus. Es fühlt sich in dieser Sparte sehr eigen an.

 


Spielspaß

 

"Steamopolis" wurde in den Testgruppen für gut befunden. Das Spiel beinhaltet viele knifflige Entscheidungen, die weitreichende Folgen mit sich bringen. Thematisch wurden die Aktionen sehr gut eingebunden und das Spiel fühlt sich atmosphärisch an. Zudem beinhaltet "Steamopolis" viel Interaktion, was positiv aufgefallen ist. Es macht Spaß, sich seine "Engine" nach und nach aufzubauen, um diese dann in einer Kettenreaktion zu aktivieren (eigenes Luftschiff). Einzig und allein der Bereich der Banner wirkte etwas unausbalanciert, was störend aufgefallen ist.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Steamopolis" liegt bei 45 Euro. Die Materialien sind von einer super Qualität und auch die Illustrationen sind sehr zu loben. Auf spielerischer Ebene hat der Entwickler Gerhard Hecht ein rundes Gesamtpaket auf die Beine gestellt, das mechanisch funktioniert. Dieses Spiel wirkt optisch und spielerisch frisch und hat den Testspielern gut gefallen. Wer das Thema "Steampunk" mag, der sollte sich das Spiel näher anschauen, da Aktionsvorgänge und das Thema plausibel kombiniert wurden und Sinn ergeben.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Steamopolis", wenn du...

 

- ein Spiel mit viel Interaktion spielen willst

 

- ein Fan vom "Steampunk" bist. Thema und Mechanik wurden gut miteinander verwoben

 

 

Lass die Finger von "Steamopolis", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, bei welchem man sich nicht so sehr in die Quere kommt und demnach nicht konfrontativ ist