17.04.19

Review: "Santa Maria" von Kristian A. Ostby und Eilif Svensson

Fakten

 

Autor: Kristian A. Ostby und Eilif Svensson

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 45-90 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 34,95 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts strömen zahlreiche Kolonisten in die neue Welt, um dort ihr Glück zu machen. Bis zu vier Spieler gründen auf Santa Maria, einer kleinen Insel mitten im Atlantik, ihre Kolonien und versuchen, den neuen Bewohnern ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen. Über drei Jahre vergrößern sie die Kolonien, handeln sie mit der alten Welt, schicken sie ihre Konquistadoren auf Goldsuche und verbreiten sie Religion. Dazu aktivieren sie mit Münzen einzelne Gebäude in ihren Kolonien oder ganze Reihen bzw. Spalten mit passenden Würfeln aus dem eigenen oder dem allgemeinen Vorrat. Durch den Ausbau und die gezielten Aktivierungen entstehen nach und nach individuelle Aktionsketten. Wer seine Kolonie zu Ruhm und Reichtum führt und zum Schluss die glücklichsten Kolonisten hat, gewinnt.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Spielbeschreibung

 

"Santa Maria" wurde ursprünglich vom norwegischen Spieleverlag "aporta games" veröffentlicht, die eine deutsche Lokalisierung vom deutschen Verlag "Pegasus Spiele" nach sich zog. "aporta games" ist u. a. auch für Spiele wie z. B. "Automania" sowie "Avenue" bekannt.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Santa Maria" sind von einer guten Qualität. Das Spiel sticht positiv durch stabile Spielertableaus, Plättchen und wertige Würfel hervor. Auch sind reichlich Holzmarker vorhanden, die das Spiel wertig erscheinen lassen. Dementgegen sind die Punktemarker kaum gelungen, da sie schwer zu greifen sind und sich auch nicht in der Größe unterscheiden. Ansonsten liegt eine gute Produktion vor.

 


Illustrationen

 

Die optische Gestaltung konnte leider nicht überzeugen! Gerade das gemeinsame Spielbrett wirkt wie ein Prototyp und auch die Spiegpunktemarker passen kaum in das Gesamtbild. Die Plättchen, welche man auf seinem Tableau platziert, sind als durchschnitt zu bezeichnen. Der Illustrationsstil ist selbstverständlich Geschmackssache, doch waren sich alle Tester einig, dass die Zeichnungen auf eine gewisse Art und Weise lieblos daherkommen.

 


Spielmechanik

 

"Santa Maria" funktioniert super und ist ein klassisches Kennerspiel. Es beinhaltet nicht viele Regeln, bietet jedoch eine enorme Spieltiefe. Es existieren etliche Möglichkeiten zu handeln, wobei spielentscheidend ist, welche Plättchen man aus der gemeinsamen Auslage kauft und wie man diese auf seinem eigenen Spielertableau platziert, da platzierte Würfel Reihen und Spalten mit Effekten aktivieren (Kettenreaktion). "Santa Maria" verlief in vielen Testpartien flüssig und ohne große Defizite. Die Entwickler haben es zudem geschafft, interessante  Abläufe in das Spielgeschehen zu integrieren, wodurch eine positive Interaktion zwischen den Spielern geschaffen wird. Dies betrifft diverse Leisten, aber auch Plättchen, bei denen es von enormen Vorteil ist, wenn man sich dort als erster Spieler platziert bzw. am weitesten vorn liegt. Alles in allem liegt mit "Santa Maria" eine gelungene Entwicklungsarbeit vor.

 



Innovationen

 

Der Würfelmechanismus von "Santa Maria" wirkt sehr frisch. Jeder Spieler hat eigene Würfel und es existiert auch ein gemeinsamer Würfelpool. Die Würfel werden dann auf dem eigenen Spielertableau platziert, wodurch bei eigenen platzierten Würfeln Reihen und bei Würfeln aus der gemeinsamen Auslage Spalten aktiviert werden. Durch die Aktivierung werden Effekte auf den Plättchen ausgelöst. Dieser Würfelmechanismus wird zudem mit einem Puzzelmechanismus verwoben, da es zusätzliche Spiegpunkte am Ende des Spiels bringen kann, wenn man Reihen bzw. Spalten vollpuzzelt. Gerade die Kombination aus dem  Würfelmechanismus und dem Puzzelmechanismus wirkt sehr kreativ.

 


Spielspaß

 

In den Testrunden konnte dieses "Euro-Game" auf spielerischer Ebene überzeugen. Man wird fortlaufend vor extrem schwierige Herausforderungen gestellt z. B. beim Würfelmechanismus (Platzieren der Würfel) sowie beim Puzzelmechanismus (Platzieren der Plättchen), sodass sich hinter den relativ einfachen Regeln sehr viel Spieltiefe verbirgt. Demzufolge ist es schade, dass im Rahmen der optischen Gestaltung ungeschöpftes Potential auf der Strecke geblieben ist, wodurch auch der Spaß am Spiel gelitten hat. Des Weiteren beinhaltet "Santa Maria" durch unterschiedliche Spielertableaus und Plättchen Variationen im Spielablauf, wodurch der Wiederspielreiz gestärkt wird.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Santa Maria" liegt bei 34,95 Euro. Die Spielmaterialien sind im Großen und Ganzen von einer guten Qualität. Die Schwächen liegen in diesem Kontext in den Siegpunktemarkern. Die optische Gestaltung lässt in einigen bedeutsamen Aspekten klar zu Wünschen übrig. Im Rahmen der Mechanik wurde eine gute Entwicklerarbeit geleistet, da das Spiel sehr rund läuft und einem gelungenen Kennerspiel gerecht wird. Auch beinhaltet es frische Akzente, da eine gelungene Kombination aus Würfelmechanismen und Puzzelelementen existiert.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Santa Maria", wenn du…

 

-  ein klassisches Euro-Game suchst, das zwar nicht in der Thematik, jedoch in der Mechanik seine Stärken hat

 

- ein Spiel spielen willst, das Interaktion zwischen den Spielern bietet und ein Rennen simuliert

 

- ein Spiel suchst, das ein Design von einem Prototypen hat ;)

 

 

Lass die Finger von "Santa Maria", wenn du…

 

- ein Spiel kaufen möchtest, das optisch glänzt und dich zum Staunen bringt.