04.05.2020

Review: "Runestones" von Rüdiger Dorn

Fakten

 

Autoren: Rüdiger Dorn

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 49,99 Euro

Verlag: Queen Games

Spielbeschreibung

 

Es ist an der Zeit, den mächtigsten Druiden zu finden und ihn auf den Thron zu setzen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Druiden, die ihr Können im Umgang mit Runensteinen unter Beweis stellen müssen. Sie beschwören Kreaturen durch den Einsatz von Magie und nutzen deren Fähigkeiten, um an wertvolle Edelsteine zu gelangen. Aus diesen Steinen lassen sich mit Hilfe der talentierten Zwerge vielfältige Artefakte herstellen, die zum Erschaffen eines Runensteins erforderlich sind. Je mehr verschiedene Artefakte ein Druide zusammenträgt, desto mächtiger wird ein Runenstein. Runensteine verleihen permanente Fähigkeiten und Machtpunkte. Die Fähigkeiten verändern die Regeln des Spiels zum Vorteil des Druiden, während die Machtpunkte ihn näher an den Thron bringen. Der Druide, der am Ende des Spiels die meisten Machtpunkte besitzt, gewinnt!

(Queen Games)



Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Rüdiger Dorrn ist kein Unbekannter, denn er hat erfolgreiche sowie gelungene Spiele, wie z. B. "Istanbul" und "Karuba" entwickelt. Hier kannst du das Interview mit Rüdiger Dorn lesen.


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von einer tollen Qualität. Das Spielbrett und die Spielertableaus sind sehr qualitativ und weisen keine Mängel auf. Diebezüglich ist es sehr angenehm, dass bei den Spielertableaus Aussparungen integriert wurden, sodass alles seinen vorgesehen Platz hat und dadurch eine gewisse Übersichtlichkeit entsteht. Hinzu machen die Edelsteine in ihrer Optik und Haptik Einiges her, was ein toller Bonus ist. Auch der dreidimensionale Thron ist ein echter Hingucker. Leider hapert es diesbezüglich stark an der Funktionalität, da dieser sehr schnell auseinander fällt.

Im Großen und Ganzen liegt hier eine Produktion vor, die dennoch hohe Standards erfüllt.

 


Illustrationen

 

Dennis Lohausen hat das Thema sehr ansprechend umgesetzt und lädt mit seinen Illustrationen in eine Fantasy-Atmosphäre ein. Es wurden zahlreiche Kreaturen auf den Karten angefertigt und auch das Spielbrett wie auch die individuellen Spielertableaus lassen viel optische Abwechslung entstehen. Die Symbole im Spiel sind gut zu erkennen und werfen keine Fragen auf. Eine tollle illustrative Umsetzung!

 


Spielmechanik

 

Das Spielprinzip wurde von Rüdiger Dorn gut strukturiert, sodass ein relativ unkomplizierter Einstieg möglich ist. Eine Einstufung in ein leichtes Kennerspiel ist hierbei sinnvoll, wobei FamilienspielerInnen sicherlich auch keine arge Probleme beim Erlernen der Regeln haben werden.

"Runestones" ist ein "Deckbau-Spiel", bei dem man seine Karten aus einer gemeinsamen Auslage erwirbt, Karteneffekte ausführt und Karten notgedrungen aussieben muss. Die Mechanik, dass man die Karten (mit der höheren Zahl) abwerfen muss, funktioniert reibungslos und wurde einwandfrei konzipiert. Mit der Zeit kann man "Runensteine" erwerben, die einem mächtige Fähigkeiten im Spiel verleihen. Leider ist sehr stark zum Ausdruck gekommen, dass diese nicht gut ausbalanciert wurden und einige wenige "Runensteine" in ihrer Fähigkeit glasklar stärker sind. Zudem ist die Spielzeit in Relation zu den doch sehr starren Handlungen der SpielerInnen etwas zu lang geraten. Eine knappere Spieldauer in der Entwicklung hätte dem Spiel mehr Eleganz verliehen.

 



Innovation

 

"Runestones" unterscheidet sich von den gängingen "Deckbau-Spielen" dahingehend, dass die SpielerInnen sich fortlaufend von Karten mit höheren Zahlen im Deck verabschieden müssen und der Mechanismus dadurch eine eigene Note erhält. Der rest des Spiels (Karten kaufen, Fähigkeiten erwerben) fühlt sich spielerisch gängig an und ist in bereits erschienenen Spielen vorgekommen.

 


Spielspaß

 

Im Kontext der Kategorie "Spielspaß" fängt "Runestones" gut an und es macht Freude, das Rennen um die Runensteine bzw. Siegpunkte zu beginnen. Hinzu ist es sehr interessant, stets vor der Frage zu stehen, welche Karten man nun abwirft, wodurch sich automatisch das eigene Deck ausdünnt. Im Mittelteil des Spiels und gegen Ende hin, entfaltet sich in "Runestones" eine gewisse Langatmigkeit, die durch äußerst repetitive Handlungen (Karten kaufen, Karten aktivieren, Karten entfernen) ausgelöst wird. Somit flacht gleichsam auch der Spielspaß ab, wobei die Unausgewogenheit der Runensteine ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten. Der Anfang bis zum mittleren Teil der Partie  ist jedoch spannend und fordernd.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Runestones" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und auch die Optik weiß zu gefallen. Hinsichtlich der Mechanik wurde durchwachsen gearbeitet, den es sind Ungereimtheiten bei den "Runensteinen" zu vernehmen. Der Mechanismus, bei dem notgedrungen Karten aus dem eigenen Deck entfernt werden, ist frisch und macht Spaß. Jedoch nimmt der Spaßfaktor mit zunehmender Spielzeit ab, da die Handlungsstränge repetetiv sind und eine gewisse Langatmigkeit hervorrufen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Runestones", wenn du...

 

- ein "Deckbuilding-Spiel" suchst, das einen kreativen Kern aufweist

 

- ein Spiel spielen willst, das sowohl für Kenner- als auch für FamilienspielerInnen ansprechend ist

 

 

Lass die Finger von "Runestones", wenn du...

 

- ein Spiel kaufen möchtest, das im Rahmen der Handlungsstränge vielseitig ist

 

- ein Spiel erwartest, das perfekt ausbalanciert wurde