06.06.19

Revolution of 1828 von Stefan Feld

Fakten

 

Autor: Stefan Feld

Spieleranzahl: 2

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 30-45 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 24,95 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Der US-Wahlkampf von 1828 war der erste Wahlkampf mit medialer Schlammschlacht. Die beiden Kontrahenten John Quincy Adams und Andrew Jackson ließen kein feines Haar aneinander. Zum ersten Mal standen nicht die Themen, sondern die Personen im Vordergrund. Bei Revolution of 1828 nutzen die Spieler in genau diesem Wahlkampf die Medien zu ihrem Vorteil, müssen jedoch damit rechnen, dass dies nach hinten losgeht. Wahlplättchen helfen ihnen, die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Demjenigen, der die mächtigen Wahlkampfaktionen am besten zu seinem Vorteil nutzen kann, sollte dann nichts im Weg stehen zum Wahlsieg.

Um nichts Geringeres als das Amt des siebten US-Präsidenten konkurrieren die zwei Spieler in Revolution of 1828. Dazu beeinflussen sie Wähler und die Presse in jeder denkbaren Art und Weise. Der Wahlkampf, der damals Monate dauerte, wird hier jedoch in weniger als einer Stunde entschieden.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Stefan Feld gehört zu den erfolgreichsten Entwicklern der Brettspielszene und war schon für etliche Spiele verantwortlich. Diesmal wurde ein Spiel für 2 Personen veröffentlicht, was relativ selten ist, da seine Spiele in der Regel für 2 bis 4 Spieler konzipiert wurden. Im Vorfeld der Veröffentlichung wurde mit Stefan Feld ein Interview geführt, das ihr hier lesen könnt.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind im Großen und Ganzen wertig. Der Schachtelinhalt weißt viele Plättchen auf, die in einem mitgelieferten Beutel verstaut werden können. Hinzu enthält das Spiel noch sechs Holzfiguren sowie zahlreiche Punktemarker, die ebenso von einer guten Qualität sind. Da einige Plättchen Spezialeffekte aufweisen und diese nicht anhand der Illustration nachzuvollziehen sind, wäre es eigentlich notwendig gewesen, dass jedem Spieler eine kleine Übersicht zugeteilt werden sollte. Positiv zu erwähnen ist, dass das Regelwerk noch einige Abschnitte über den geschichtlichen Hintergrund des Spiels enthält, die sehr interessant sind.

 


Illustration

 

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass dieser "Retro-Stil" gut auf das Thema abgestimmt wurde und individuell wirkt. Die Kehrseite dieses Stils ist jedoch, dass die Gesamtkomposition der Optik eher trist wirkt. Im Rahmen der Funktionalität kann man anhand der Plättchen leider nicht sofort erschließen, welche Effekte diese mit sich bringen, sodass immer wieder auf der Rückseite des Regelbuches nachgeschaut werden muss. Hier hätte man sich noch Symbole oder etwaige andere Kennzeichnungen gewünscht, um die Zugänglichkeit (gerade in den ersten Partien) zu erleichtern.

 


Spielmechanik

 

"Revolution of 1828" ist ein Spiel, das relativ wenig Regeln beinhaltet und zügig von statten geht. Es geht bei dem vorliegenden Spiel grundsätzlich darum, dass man Plättchen nimmt, um so Mehrheiten in diversen Bereichen des Spielbrettes zu erlangen bzw. mächtige Effekte auszulösen. Die Abläufe sind zwar sehr einfach, dennoch birgt "Revolution of 1828" eine taktische Tiefe und bietet den Spielern die Möglichkeit, Züge vorauszuplanen. Die Effekte diverser Plättchen wurden gut austariert und ermöglichen vielseitige Vorteile. Alles in allem liegen keine gravierenden mechanischen Mängel vor.

 



Innovationen

 

"Revolution of 1828" wirkt in seinen Abläufen und Mechanismen leider kaum innovativ. Eigentlich enthalten Spiele von Stefan Feld erfahrungsgemäß immer sehr frische Abläufe bzw. einen innovativen Kernmechanismus, der bei diesem Spiel ausgeblieben ist. Das vorliegende Spiel kann diesbezüglich keinen prägnanten Charakter vorweisen.

 


Spielspaß

 

Der Spielspaß dieses Spiels liegt im durchschnittlichen Bereich. Es sind definitiv interessante Entscheidungen zu treffen, diese können jedoch nicht über mehrere Partien konstant reizvoll bleiben. Das Spielgefühl ist als abstrakt sowie mechanisch zu beschreiben und das typische Gefühl eines "Stefan-Feld-Spiels" kam bei diesem Spiel leider nicht auf.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Revolution of 1828" liegt bei 24,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, eine Spielerhilfe für jeden Spieler wäre jedoch sinnvoll gewesen. Die Optik weist zwar einen eigenen Charakter auf, wirkt dennoch auch etwas mau. Im Rahmen der Mechanismen hat der Entwickler eine gute Arbeit geleistet, da das Spiel keine gravierenden mechanischen Defizite aufweist. Nichtsdestotrotz fehlt es hier an etwas Besonderem, das den speziellen Reiz des Spiels ausmachen würde.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Revolution of 1828", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das schnell aufgebaut und gespielt ist

 

- ein Spiel spielen willst, bei welchem es hauptsächlich um Mehrheiten-wertungen geht

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das mit einem kreativen  Ansatz punktet

 

- ein Spiel suchst, das sich vom Spielgefühl her in die anderen Spiele von Stefan Feld einreiht