19.01.21

Review: "Puerto Rico" (Neuauflage) von Andreas Seyfarth

Fakten

 

Autor: Andreas Seyfarth

Spieleranzahl: 2-5 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 75-100 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 42,99 Euro

Verlag: Ravensburger/Alea

Spielbeschreibung

 

Bereits kurz nach seiner Entdeckung erlebt Puerto Rico seine erste große Blütezeit. Welcher der 2-5 Spieler besitzt die fruchtbarsten Plantagen? Wer errichtet die bedeutendsten Gebäude? Wer gewinnt die meisten Siegpunkte?

(Quelle: Ravensburger)

 



Hintergrundinformationen

 

"Puerto Rico" wurde erstmals 2002 veröffentlicht und hat damals den 1. Platz beim "Deutschen Spielepreis" belegt. Im Jahr 2020 wurde das Spiel neu aufgelegt, wobei es eine neue Optik erhalten hat. Dieser Testbericht wird nicht einen Vergleich zwischen der alten und der neuen Version ziehen, sondern betrachtet die Neuausgabe des Jahres 2020 isoliert und unabhängig.

 

Puerto Rico 2002 - Version
Puerto Rico 2002 - Version

Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität! "Puerto Rico" beinhaltet zahlreiche Holzmarker, die einen guten Eindruck hinterlassen. Auch die Gebäudeplättchen sowie Spielertabelaus sind ausreichend dick und waren allesamt wertig. Dies gilt  ebenso für die Goldmünzen und Siegpunktemarker. Die Rollenkarten, die die SpielerInnen auswählen und mittels derer Aktionen durchgeführt werden, sind angenehm groß und basieren auf festem Material. Als Kritikpunkt ist eindeutig ein fehlendes Inlay anzuführen, da sehr viele Plättchen im Spiel enthalten sind. Hinzu sind noch viele Plättchen aus Erweiterungen mit dabei, die raussortiert und systematisiert werden müssen.

Ansonsten handelt es sich im Rahmen der Materialien um eine gute Produktion!

 


Illustrationen

 

Im Großen und Ganzen sind die Illustrationen ansehnlich und haben den TesterInnen gefallen. Die Gebäudeplättchen wurden detailreich bzw. individuell illustriert und auch die Spielertableaus enthalten Details, wie z. B. Personen, was ebenso gut angekommen ist. Im Kontext der Optik bzw. Ikonographie sind die Plättchen so aufgebaut, dass die Rückseiten der Gebäudeplättchen aus einem Fließtext bestehen und die Vorderseiten nicht sofort auf die Effekte schließen lassen. Dies ist schlecht gelöst, da durch das notwendige Umdrehen auf die Rückseiten die spielerische Atmosphäre sowie die Optik massiv gestört wird. Ein besserer Ansatz wäre gewesen, dass man die Plättchen größer produziert hätte, sodass noch ausreichend Platz für die Effektsymbole auf den Vorderseiten ist und ein Umdrehen auf die Rückseiten kaum notwendig wäre. Denn das die Rückseiten der Plättchen Fließtexte der Effekte enthalten, wirkte kaum zeitgemäß, sehr umständlich und hinderlich im Spielfluss.

 



Spielmechanik

 

Die Mechanismen funktionieren und die Abläufe wurden vom Entwickler gut miteinaner verzahnt. Durch das Handelshaus sowie durch die Schiffe sind auch interaktive Elemente vorhanden, sodass nicht jeder Spieler bzw. jede Spielerin für sich alleine spielt. Auch die Rollenkarten, mit denen Aktionen ausgelöst werden, sind balanciert und wirken gut austariert. Ebenso stimmt das "Preis-Leistungs-Verhältnis" der Gebäudeplättchen.

Alles in allem ist zu resümieren, dass mit "Puerto Rico" ein gut verzahnes "Euro-Game" entwickelt wurde.

 


Innovationen

 

Auch heutzutage wirkt "Puerto Rico" noch frisch und zeitgemäß. O.K. im Vergleich zu ganz innovativen Spielsystemen der letzten beiden Jahre merkt man schon, dass es einige Jahre auf dem Buckel hat. Nichtsdestotrotz bietet es immer noch tolle Ideen, wie z. B.  die Aktionskarten, die für alle SpielerInnen automatisch aktiviert werden und das Produktionssystem. Bei Filmen würde man sagen, dass ein Film "gut gealtert" ist. Diese Aussage ist in diesem Fall auch auf "Puerto Rico" zu übertragen.

 


Spielspaß

 

"Puerto Rico" macht Spaß! Es ist spielerisch reizvoll, dass man sich eine Maschinerie auf seinem Spielertableau aufbaut und von Runde zu Runde immer mehr produzieren kann. Hinzu beinhaltet das vorliegende Brettspiel interaktive Elemente, wie z. B. beim Verkauf und der Verschiffung der Waren. Klar merkt man auf einer gewissen Art und Weise, dass das Spiel älter ist, dennoch hat es einen festen Platz im Spieleschrank ergattert. Des Weiteren hat "Puerto Rico" eine optimale Spieldauer, da mittels der Gebäudeplättchen/Feldplättchen Produktionsketten aufgebaut werden können und sich das Spiel dennoch nicht arg in die Länge zieht.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Puerto Rico" liegt bei 42,99 Euro. Die Spielmaterialien sind qualitativ und die Optik wirkt auch frisch. An den Mechanismen gibt es ebenso nichts auszusetzen, da die Abläufe gut funktionieren. Dieses "Euro-Game" ist "gut gealtert" und versprüht immernoch einen gewissen Spielereiz. Das Spiel hat den TesterInnen gut gefallen und lädt dazu ein, immer neue Strategien mittels der verschiedenen Gebäudeplättchen auszutesten.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Puerto Rico", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das unterschiedliche Strategien ermöglicht

 

- ein Spiel spielen willst, welches auch noch heute seinen Reiz hat

 

 

Lass die Finger von diesem Spiel, wenn du...

 

- dagegen bist, dass solche fragwürdigen Themen in Brettspielen aufgegriffen werden (Sklaverei etc.)