19.03.2020

Review: "Pret-a-Porter" von Ignazy Trzewiczek

Fakten

 

Autor: Ignacy Trzewiczek

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 90-120 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 49,99 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Blitzlichtgewitter, wunderschöne Models und Shows voller Kritiker. Das Leben in der Modebranche klingt aufregend – und das ist es auch –, aber die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, wie hart der Wettbewerb werden kann und wie schwierig es ist, neue Kreationen zu entwerfen, die das Publikum umwerfen. Als Inhaber eines aufstrebenden Unternehmens wollen die Spieler ihre Werke bei den prestigeträchtigsten internationalen Shows präsentieren und beweisen, dass sie das Zeug zum Erfolg in diesem erbarmungslosen Umfeld haben.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Die dritte Auflage von "Pret-a-Porter" wurde via "Kickstarter" finanziert. Es kam ein Betrag von 271186 $ zustande. Der deutsche Verlag "Pegasus Spiele" hat das Spiel lokalisiert und auf den deutschen Markt gebracht. Ihr könnt euch gerne den gelungenen Trailer anschauen:

 


Spielmaterialien

 

Auf Ebene der Spielmaterialien gibt es kaum etwas auszustzen. Die zahlreichen Karten sind von einer sehr guten Qualität und auch die Spielertableaus können auf ganzer Linie übereugen. Zudem ist es lobenswert, dass ein Inlay mitgeliefert wird, das eine hervorragende Systematisierung erlaubt. Anstatt nur Pappmarker zu benutzen wurden reichlich Holzmarker verwendet, die einen super Eindruck hinterlassen. Leider haben die Regeln einige Fragen aufgeworfen, obwohl diese gut strukturiert war. Eine Übersicht der Phasen wäre definitiv hinzu noch essentiell gewesen. Auf der Seite von "Pegasus" ist ein Almanach vorhanden, dass gut und gerne auch in dem Spiel mit integriert werden könnte.

Alles in allem dennoch eine gelungene Produktion.

 


Illustrationen

 

Optisch hinterlässt "Pret-a-Porter" einen guten Eindruck. Der Stil der Illustrationen zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Einige Karten könnten nach dem Geschmack der TesterInnen etwas detailreicher sein. Auch der Umstand, dass Garn abgebildet, der farblich gar nicht in dem Outfit vorkommt, ist leider ein "no-go" und zerstört die thematische Atmosphäre.

Es ist zu resümieren, dass die Illustrationen von "Ptet-a-Porter" gut sind, aber sicherlich noch viel Luft nach oben vorhanden ist.

 


Spielmechanik

 

"Pret-a-Porter" wurde der unterschiedlichen Spieleranzahl gut angepasst und diesbezüglich gut skaliert. Es handelt sich hier um ein Kennerspiel, dass sich im mittleren Schwierigkeitsgrad einpendelt. Man merkt glasklar, dass der Entwickler die Abläufe gut miteinander verzahnt hat und jede Kartensorte, die man erwirbt, unterschiedliche Vorzüge mitsichbringen. Dieses Spiel simuliert ein knallhartes Wirtschaftsspiel, bei welchem man sich in "Ellbogen-Manier" die "besten" Karten wegschnappt und ist dementsprechend sehr interaktiv, das die gemeinsamen Kartenauslagen einen zentralen Bereich einnehmen. Ignazy Trzewick hat es auf mechanischer Ebene geschafft, dass Berechnungen und Kalkulationen eindeutig im Vordergrund stehen und bietet auch bei Geldknappheit auch Alternativen an, wie z.B. Kredite oder Darlehen. Leider ist aufgefallen, dass bestimmte Karten, die Siegpunkte generieren nicht im Verhältnis zu den Kosten standen und zu günstig für den angebotenen Effekt waren. Ein Gefühl von Disbalance war diesbezüglich nicht vermeidbar. Dementgegen ist es gelungen, dass viele Informationen offen ausliegen und Strategien dementsprechend angepasst und optmiert werden können. Es wird somit nicht sehr viel dem

 


Innovationen

 

Das Frische von "Pret-a-Porter" liegt eindeutig beim Thema "Mode". Dies wirkt sehr belebend, andersartig und weiß zu gefallen. Auf mechanischer Ebene kam der Eindruck einer älteren Mechanik auf. Es handelt sich hier um einen "Worker-Placement-Mechanismus" und es ist schade, dass sich hinblicklich dieses Mechanismus keine kreativen Vorgänge ausgedacht wurden, sodas der Spielablauf etwas "eingestaubt" wirkt. Auf der Ebene der Karten ist gelungen, dass Karten nach einer gewissen Zeit aus dem Deck verschwinden, da u. a. Verträge auslaufen. Die Stärke von "Pret-a-Porter" liegt in Verzahnung von Mechanik und Thema, was diesem Spiel eine individuelle und frische Note verleiht.

 


Spielspaß

 

Das Spiel funktioniert - keine Frage! Bei 2 Spielern kann mindestens eine Spielzeit von ca. 2 Stunden entstehen. Thematik und Mechanik wurden gut miteinander verwoben und das Thema wirkte frisch und machte auch Spaß. Auch wurden wirtschaftliche Vorgänge stark hervorgehoben und entsprechend simuliert und Personen, die ein wirtschaftliches Spiel erwarten, werden diesbezüglich nicht enttäuscht. Dennoch fehlt es dem Spiel an eine Spannungskurve, es wirkt monoton und kann keine kreativen Abläufe verzeichnen. Thematisch ist es außergewöhnlich und es macht sich dadurch sehr stark bemerkbar, dass die Mechanik leider etwas untergeht.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Pret-a-Porter" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität, jeodch mangelt es an einer Übersicht über die einzelnen Phasen. Die Optik weiß zu gefallen, doch entsprechen die Farben des Garns nicht den Klamotten, was logisch kaum zu erkären ist. Die Mechanik dieses Wirtschaftsspiels funktioniert, wirkt jedoch nicht frisch, was das Thema aber bis zu einem gewissen Grad ausgleicht. In den Testpartien wurde eine Spannungskurve vermisst und das Spiel wirkte in weiten Teilen monoton. Positiv ist hingegen, dass dieses Spiel Erwartungen einer knallharten Wirtschaftssimulation erfüllen wird, da es auf die "richitgen Knöpfe" drückt.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Pret-a-Porter", wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das Thema mit Mechanik hervorragend verbindet

 

- ein außergewöhnliches Thema "bespielen" möchtest

 

 

Lass die Finger von "Pret-a-Porter", wenn du...

 

- ein Spiel mit einem frischen Mechanismus suchst