02.04.2020

Review: "Pret-a-Porter" von Ignazy Trzewiczek

Fakten

 

Autor: Ignacy Trzewiczek

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 90-120 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2019 (3. Auflage)

Preis: UVP 49,99 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Blitzlichtgewitter, wunderschöne Models und Shows voller Kritiker. Das Leben in der Modebranche klingt aufregend – und das ist es auch –, aber die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, wie hart der Wettbewerb werden kann und wie schwierig es ist, neue Kreationen zu entwerfen, die das Publikum umwerfen. Als Inhaber eines aufstrebenden Unternehmens wollen die Spieler ihre Werke bei den prestigeträchtigsten internationalen Shows präsentieren und beweisen, dass sie das Zeug zum Erfolg in diesem erbarmungslosen Umfeld haben.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Die dritte Auflage von "Pret-a-Porter" wurde via "Kickstarter" finanziert. Es kam ein Betrag von 271186 $ zustande. Der deutsche Verlag "Pegasus Spiele" hat das Spiel lokalisiert und auf den deutschen Markt gebracht. Ihr könnt euch gerne den gelungenen Trailer anschauen:

 


Spielmaterialien

 

Auf Ebene der Spielmaterialien gibt es kaum etwas auszustzen! Die zahlreichen Karten sind von einer sehr guten Qualität und auch die Spielertableaus können auf ganzer Linie übereugen. Zudem ist es lobenswert, dass ein Inlay mitgeliefert wird, das eine hervorragende Systematisierung erlaubt. Anstatt nur Pappmarker zu benutzen, wurden reichlich Holzmarker verwendet, die einen super Eindruck hinterlassen. Leider haben die Regeln einige Fragen aufgeworfen, obwohl diese gut strukturiert waren. Eine Übersicht der Phasen wäre definitiv noch essentiell gewesen, damit Spielabläufe schneller verinnerlicht werden. Auf der Homepage von "Pegasus Spiele" ist ein Almanach vorhanden, dass gut und gerne auch in die Regeln integriert werden könnte.

Alles in allem liegt im Kontext der Materialien dennoch eine gelungene Produktion vor.

 


Illustrationen

 

Optisch hinterlässt "Pret-a-Porter" einen guten Eindruck! Der Stil der Illustrationen zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Spiel. Einige Karten könnten nach dem Geschmack der TesterInnen etwas detailreicher sein. Auch der Umstand, dass Garn abgebildet ist, der farblich gar nicht in dem Outfit vorkommt, ist leider ein "no-go" und zerstört die thematische Atmosphäre.

Es ist zu resümieren, dass die Illustrationen von "Ptet-a-Porter" gut sind, aber sicherlich noch viel Luft nach oben vorhanden ist.

 


Spielmechanik

 

"Pret-a-Porter" wurde der unterschiedlichen Spieleranzahl gut angepasst und diesbezüglich optimal skaliert. Es handelt sich hier um ein Kennerspiel, das sich im mittleren Schwierigkeitsgrad einpendelt. Man merkt glasklar, dass der Entwickler die Abläufe elegant miteinander verzahnt hat und jede Kartensorte, die man erwirbt, unterschiedliche Vorzüge mit sich bringt. Dieses Spiel simuliert ein knallhartes "Wirtschaftsleben", bei welchem man sich in "Ellbogen-Manier" die besten Karten wegschnappt. Es ist dementsprechend sehr interaktiv, da die gemeinsame Kartenauslage einen zentralen Bereich einnimmt. Ignazy Trzewiczek hat es auf mechanischer Ebene geschafft, dass Berechnungen und Kalkulationen eindeutig im Vordergrund stehen und bietet auch bei Geldknappheit mechanische Alternativen an, wie z.B. Kredite oder Darlehen, sodass den SpielerInnen immer Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Leider ist aufgefallen, dass bestimmte Karten, die Siegpunkte generieren, nicht im Verhältnis zu den Kosten standen und zu günstig für den angebotenen Effekt waren. Folglich war ein Gefühl von Disbalance diesbezüglich nicht vermeidbar. Dementgegen ist gelungen, dass viele Informationen offen ausliegen und Strategien dementsprechend angepasst und optmiert werden können.

"Pret-a-Porter" ist ein gut verzahntes Wirtschaftsspiel, das in seinen grundlegenden Abläufen rund wirkt.

 


Innovationen

 

Die Frische von "Pret-a-Porter" liegt eindeutig beim Thema "Mode". Dies wirkt sehr belebend, andersartig und weiß zu gefallen. Auf mechanischer Ebene kam der Eindruck einer älteren Mechanik auf. Es handelt sich hier um einen "Worker-Placement-Mechanismus" und es ist schade, dass sich hinblicklich dieses Mechanismus keine kreativen Vorgänge ausgedacht wurden, sodas der Spielablauf etwas "eingestaubt" wirkt. Auf der Ebene der Karten ist gelungen, dass Karten nach einer gewissen Zeit aus dem Deck verschwinden, da u. a. Verträge auslaufen, was auf einer schönen Idee fußt. Die Stärke von "Pret-a-Porter" liegt in der Verzahnung von Mechanik und Thema, was diesem Spiel eine individuelle und frische Note verleiht.

 


Spielspaß

 

Das Spiel funktioniert - keine Frage! Bei 2 Spielern kann mindestens eine Spielzeit von ca. 2 Stunden entstehen. Thematik und Mechanik wurden gut miteinander verwoben und das Thema wirkte frisch und machte auch Spaß. Ebenso wurden wirtschaftliche Vorgänge stark hervorgehoben sowie entsprechend simuliert und Personen, die ein wirtschaftliches Spiel erwarten, werden diesbezüglich nicht enttäuscht. Dennoch fehlt es dem Spiel an einer Spannungskurve, es wirkt monoton und kann keine kreativen Abläufe verzeichnen. Thematisch ist "Pret-a-Porter" außergewöhnlich und es macht sich dadurch sehr stark bemerkbar, dass die Mechanik dadurch leider etwas untergeht.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Pret-a-Porter" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität, jeodch mangelt es an einer Übersicht über die einzelnen Phasen. Die Optik weiß zu gefallen, doch entsprechen die Farben des Garns nicht den Klamotten, was logisch kaum zu erkären ist. Die Mechanik dieses Wirtschaftsspiels funktioniert, wirkt jedoch nicht frisch, was das Thema aber bis zu einem gewissen Grad ausgleicht. In den Testpartien wurde eine Spannungskurve vermisst und das Spiel wirkte in weiten Teilen monoton. Positiv ist hingegen, dass dieses Spiel Erwartungen einer knallharten Wirtschaftssimulation erfüllen wird, da es auf die "richitgen Knöpfe" drückt.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Pret-a-Porter", wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das Thema mit Mechanik hervorragend verbindet

 

- ein außergewöhnliches Thema "bespielen" möchtest (Modewelt)

 

 

Lass die Finger von "Pret-a-Porter", wenn du...

 

- ein Spiel mit einem frischen Mechanismus suchst