27.12.18

Review: "Pandoria" von Jeffrey D. Allers und Bernd Eisenstein

Fakten

 

Autor: Jeffrey D. Allers/Bernd Eisenstein

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60-90 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 44,99 Euro

Verlag: Iron Games

Spielbeschreibung

 

Die fruchtbaren Hidden Lands werden seit Generationen von den Bewohnern der Elfen, Zwerge, Menschen, Halblinge und Magiere gemeinsam bewirtschaftet, obwohl sie sich zunehmend in erbittertem Wettbewerb um Wohlstand und Ruhm ihres eigenen Volkes befinden. So kommt es, dass der tausendjährige Frieden zu brechen droht, als die Goblinhorden von jenseits des Meeres einen verheerenden Überraschungsangriff entfesseln und die Völker der Hidden Lands sich nicht schnell genug vereinen können, um sich gemeinsam zu verteidigen.
Einige Überlebende fliehen per Schiff bis sie endlich ein neues, unbesetztes Land entdecken, auf dem sie ihre Kultur neu errichten können – Pandoria!
Die alten Rivalitäten bleiben erhalten, aber vielleicht wird ihnen dieses Mal ihre Konkurrenz nicht zum Verhängnis werden.

(Quelle: Iron Games)



Hintergrundinformationen

 

Auf der Spielemesse 2018 hat sich Bernd Eisenstein, der Entwickler von "Pandoria" und der Inhaber vom Verlag "Iron Games" auf ein spontanes Interview eingelassen und kurz sein neues Spiel vorgestellt:

 


Spielmaterialien

 

Die Materialien von "Pandoria" konnten einen guten Gesamteindruck hinterlassen. Das Spiel besteht hauptsächlich aus Plättchen, die sehr stabil produziert wurden, was auch bei dem Spielprinzip (Legen von Plättchen) notwendig ist. Auch das Spielbrett ist von guter Qualität, an das wiederum die Karten qualitativ anknüpfen. Die Spielertableaus mit den unterschiedlichen Völkern sind von sehr dünnem Material, was nicht ganz so gut in den Testrunden angekommen ist. Die Holzmaterialien hingegen, von denen es nicht allzu viele im Spiel gibt, sind individuell und wurden bisher in der Form in keinem anderen Spiel gesichtet (z. B. Krone etc.). Alles in allem bietet das vorliegende Produkt wertige Materialien!

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen von "Pandoria" sind ansprechend! Es wurden kräftige Farben auf den Plättchen benutzt, wodurch die Optik an Präsenz gewinnt. Die Plättchen enthalten nicht viele Details, was in diesem Fall jedoch goldrichtig ist, da das Spielbrett mit zunehmender Spielzeit durch die vielen Farben und Plättchen relativ unübersichtlich wird.  Die Darstellung der unterschiedlichen Völker ist ebenso gut gelungen, denn diese wurden ansprechend in Szene gesetzt. Zwar waren sich alle Tester einig, dass es sich hier nicht um ein optisches Highlight handelt, jedoch sauber und gründlich seitens des Illustrators gearbeitet wurde.

 


Spielmechanik

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Abläufe gut in den Bereich der "Kennerspiele" passen und sogar Familienspieler recht schnell in die Abläufe gefunden haben. Die diversen Völker wurden entsprechend austariert und ein Sieg mit jedem Volk ist definitiv möglich. Der etwas hohe Glücksanteil beim Ziehen der Plättchen ist in den Testrunden leicht negativ angekommen und es wäre prinzipiell besser, wenn man z. B. zwei Plättchen zieht und sich dann Eins davon aussuchen kann, um so mehr Spielkontrolle zu erlangen. Des Weiteren beinhaltet das Spiel eine Version, die explizit auf Familienspieler abgestimmt wurde. Ein weiterer Aspekt ist, dass "Pandoria" Karten enthält, die zwei Bereiche symbolisieren und aus diesem Grund als Gebäude oder als Zaubersprüche benutzt werden können. Je nach Benutzungsart wird die Karte dann entsprechend auf dem Spielertableau platziert. Die Kosten-Nutzen-Relation wurde vortrefflich konzipiert und es sind diesbezüglich keine prägnanten mechanischen Mängel vorhanden.

 



Innovationen

 

"Pandoria" enthält größtenteils altbekannte Mechanismen. Dennoch wurden auch kleinere Ideen in den Spielablauf implementiert, und zwar dann, wenn es um die Wertungen geht. Grundsätzlich werden in "Pandoria" Landschaften auf das Spielbrett gelegt, wobei gleichsam eigene Figuren platziert werden. Bei einem abgeschlossenen Landschaftsfeld, bestehend aus mehreren oder einem einzelnen Plättchen, kommt es letztlich zur Wertung. Figuren, die exakt um diese zu wertende Landschaft platziert wurden, dienen dann als Multiplikatoren zu den Symbolen auf den bzw. dem Landschaftsplättchen. Im Rahmen dieses Wertungsvorgangs ist hevorzuheben, dass dieser frisch wirkt und sich von gewohnten Wertungsmechanismen leicht abhebt.

 


Spielspaß

 

"Pandoria" kam in den Testrunden  sehr unterschiedlich an. Die Meinungen erstreckten sich von "super Spiel" bis hin zu "langweilig". Die Spieler waren sich jedoch allesamt einig, dass das Spiel definitiv zu lange dauert und sich gerade in den Schlussphasen gezogen hat. Einige Spieler fanden gerade das Legen der Plättchen und die damit verbundene Platzierung der Figuren reizvoll, wohingegen andere Tester die Abläufe als sehr monoton und als langatmig bezeichneten. "Pandoria", ein Spiel, das in vielen Testpartien polarisiert und sehr geteilte Meinungen bei den Testern hervorgerufen hat.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Pandoria" liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sind überwiegend von einer guten Qualität, bei den Spielertableaus könnte jedoch etwas nachgebessert werden. Die Optik des Spiels wird durch prägnante Farben charakterisiert und die Aufmachung weiß zu gefallen. Hinsichtlich der Mechanismen ist zu nennen, dass die Abläufe funktionieren, jedoch der erhöhte Glücksfaktor beim Ziehen der Plättchen bei den Testern nicht so gut ankam. "Pandoria" enthält zudem bei den Wertungen frische Elemente, wohingegen der Großteil des Spiels auf Altbekanntem basiert. Das vorliegende Spiel hat bei den Testern sehr unterschiedliche Meinungen hervorgerufen, was den Spielpaß betrifft.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Pandoria", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, in welchem man zum Großteil Plättchen und Figuren geschickt platzieren muss

 

- ein Spiel spielen willst, das im Bereich der "Kennerspiele" einzuordnen und relativ leicht zu erlernen ist

 

 

Lass die Finger von "Pandoria", wenn du...

 

- ein "Kennerspiel" suchst, das keinen Glücksanteil beinhaltet