29.09.18

Review: "Otys" von Paul Mafayon

Fakten

 

Autor: Paul Mafayon

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60Minuten

Alter: ab 14 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 30,95 Euro

Verlag: Asmodee

Spielbeschreibung

 

In Otys schickst du deine besten Taucher in die Tiefen, um wertvolle Materialien zu bergen. Optimiere deine Strategie, indem du die Spezialfähigkeiten deiner Taucher, die Meerestiefe und die Kolonievorteile effizient kombinierst. Doch sei vorsichtig! Nach jeder Mission müssen deine Taucher an die Oberfläche zurück und Sauerstoff nachtanken. Hol das Beste aus deinem Team heraus, um Kolonieaufträge zu erfüllen, Belohnungen einzustreichen und schließlich mehr Prestige als deine Kontrahenten zu erlangen!

(Quelle: Asmodee)



Hintergrundinformationen

 

Wo "Pearl Games" drauf steht, ist mindestens ein zweiter Blick Pflicht. Denn es sind schon viele gute Spiele über diesen Verlag erschienen, wie z. B. "Deus" oder "Bruxelles 1893". Mal schauen, was dieses "Pearl-Games-Spiel" zu bieten hat.

 


Spielmaterialien

 

Die Materialien von "Otys" sind von außerordentlich guter Qualität. Im Grunde kann man sich kaum beklagen, denn auch das Inlay ist überdurschnittlich gut und bietet eine Vielzahl an Systematisierungsoptionen. Das Spiel beinhaltet viele Holzmarker und Plättchen aus Pappe, die allesamt höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Die Spielertableaus wurden mit verschiedenen Einkerbungen sehr individuell gestaltet, was sowohl optisch als auch haptisch Einiges hermacht. Ein einziges etwas größeres Manko ist, dass sich die Spielertableaus verbiegen und somit einige Plättchen, die an den Rändern des Tabelaus hin und hergeschoben werden, nicht mehr an ihren jeweiligen Plätzen zu finden sind.

Ansonsten wurde sehr viel Wert auf hochwertiges Material gelegt!

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen konnten überzeugen und haben den Testspielern definitiv gut gefallen. Es wurde thematisch illustriert, wobei die Illustrationen sehr modern sind. Die unterschiedlichen Taucher und Tableaus passen optisch gut zusammen und man hätte das vorliegende Thema zu Papier bringen können. Alles in allem wurde das Thema sehr liebevoll und detailreich dargestellt. Es wäre einzig super gewesen, wenn sich die Bilder der Taucher auf den Rückseiten der Plättchen verändern, wenn man diese upgraded. Ansonsten top!

 


Spielmechanik

 

Die Mechanismen funktionieren super! Das Spiel ist definitiv im Kennerbereich anzusiedeln, da man sehr viele Aspekte bedenken muss. Dabei ist die Postion der jewiligen Taucher essentiell, da diese mit weiteren Aktionen gekoppelt ist, die sich wiederum auch auf verschiedenen Ebenen auf einem anderen Spielplan befinden. Aus diesem Grund kann man auf jeden Fall sagen, dass sich das Spiel auf vielen verschiedenen Ebenen abspielt und dadurch an Komplexität gewinnt. Zusätzlich ist im Verlauf des Spiels zu bedenken, dass Rohstoffe jeweils ebenenabhängig zu sammeln sind. Demnach stehen die Postionen diverser Plättchen in einem großen Zusammenhang, was relativ schwer zu meistern ist.


Aus Entwicklersicht sind diese Zusammenhänge perfekt gelungen und die Übergänge sind fließend. Als kleiner Kritikpunkt ist zu nennen, dass es immer fast nur einen Weg gibt, Siegpunkte zu generieren, und zwar mit der Erfüllung von Aufträgen. Dadurch wird der Spielfluss, der eigentlich sehr vielseitig ist, unnötig eingegrenzt.

Nichtsdestotrotz ist von einer hervorragenden Entwicklerarbeit zu sprechen.

 


Innovationen

 

Das Spielprinzip, bei dem es auf die Positionen diverser Plättchen ankommt, um so Zusammenhänge zu aktiveren, ist eine sehr einfallsreiche Idee. Auch wurde das Spielprinzip so gut wie möglich thematisch verknüpft und man muss sagen, dass das Spiel sehr frische Akzente setzt und andersartig ist. Wie bereits in der Spielmechanik beschrieben, hätte man als Siegpunktegenerator vielleicht ein anderes Element als die Erfüllung von Aufträgen verwenden können, da dies etwas den Innovationsfaktor eindemmt. Dessenungeachtet kann man definitiv sagen, dass hier kreativ gearbeitet wurde und sich das Spielprinzip im Großen und Ganzen neu anfühlt.

 


Spielspaß

 

"Otys" hat den Spielern viel Spaß bereitet. Es hat zwar nicht unzählige Regeln, bietet aber durch die Verknüpfung verschiedener Ebenen, Anreize zum Grübeln. Diese Zeit sollte man sich auch nehmen, da man sehr viele Fehler im Spiel machen kann und sich somit ins Abseits katapultieren könnte. Die Positionen diverser Plättchen (Taucher auf dem eigenen Tableau, Aktionen auf dem gemeinsamen Spielplan) sind in ständiger Bewegung, wodurch man sich immer neuen Gegebenheiten anpassen muss. Nichtsdestotrotz gibt es Möglichkeiten, diese ständige Rotationen zu beeinflussen, sodass man nicht immer der akuellen Auslage bzw. den aktuellen Positionen der Plättchen ausgeliefert ist. "Otys" enthält auch Varianten, die den bereits vorhandenen Wiederspielreiz erhöhen. Da Siegpunkte meist nur durch die Erfüllung von Aufträgen bzw. der Abgabe von Rohstoffen generiert werden können, leidet der Wiederspielreiz durch eine gewisse Repetition etwas. Nichtdestotrotz macht "Otys" viel Spaß und hat sich den Platz in der Spielesammlung gesichert!

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Otys" liegt bei 30,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von höchster Qualität, nur die Spielertableaus müssten ausgebessert werden. Die optische Darbietung wurde vom Illustrator sehr ansprechend angefertigt und das Thema wurde sehr gut umgesetzt. Auf mechanischer Ebene funktioniert "Otys" ohne große Defizite und auch an Innovationen mangelt es nicht. Das Spiel ist sehr gelungen und bietet viele mechanische Verzahnungen, die jedem Kennerspieler in den Testpartien zugesagt haben.

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Otys", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das extrem gut verzahnte Mechanismen aufweist

 

- kreative Ideen suchst

 

 

Lasse die Finger von "Otys", wenn du...

 

- unterschiedlichste Wege verfolgen willst, um Siegpunkte zu  erzielen (Die Generierung von Siegpunkten beschränkt sich auf die Erfüllung von Aufträgen)