23.06.21

Review: "Monasterium" von Arve D. Fühler

Fakten

 

Autor: Arve D. Fühler

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca.60-120 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 49,95 Euro

Verlag: dlp games

Spielbeschreibung

 

Im frühen Mittelalter, der Hochzeit kirchlicher Macht, entstanden in einem wunderschönen Tal gleich 5 Klöster, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, das Wort Gottes zu verbreiten. Als Leiter einer Domschule versucht ihr, die euch anvertrau­ten Novizen in den Klöstern unterzubringen, und euch so einen unverkennbaren Ruf aufzubauen. Entsprechend ihren Talenten schickt ihr Novizen in Klostergebäude, in die Kapelle oder auf den Kreuzgang. Dabei ist auch die Fürsprache ein­flussreicher Persönlichkeiten oder anderer Mön­che nicht zu unterschätzen. Darüber hinaus könnt ihr die besonderen Aufträge der Klöster erfüllen und am Kirchenfenster eures Domes mitbauen, um ebenfalls den Ruhm eurer Schule zu mehren.

Nach dem dreijährigen Noviziat wird sich zeigen, wer mit seinen Gehilfen am meisten Ruhm und Ehr' einheimsen konnte.

(dlp games)



Hintergrundinformationen

  

Der Entwickler Arve D. Fühler hat bereits Spiele, wie z. B. "El Gaucho" und "Pagoda" entwickelt. Nun stellt der "dlp Verlag" sein neuestes Werk vor, das den Namen "Monasterium" trägt. Hier kannst du klicken, um ein Interview mit Arve D. Fühler zu lesen.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer tollen Qualität.Die Spieleschachtel ist vollgespickt mit Materialien, die allesamt sehr hochwertig sind. Hierbei sind etliche Holzfiguren im Einsatz, die das Produkt edel erscheinen lassen. Hinzu ist es toll, dass die Tableaus der SpielerInnen aus festem und nicht biegsamen Material bestehen. Ferner werden den SpielerInnen viele qualitative Würfel zur Verfügung gestellt und auch die dreidimensionalen Pappmarker, wie z. B. eine Sanduhr, sind ein tolles "Gimmick". Des Weiteren ist positiv aufgefallen, dass das Regelwerk gut strukturiert wurde und eingängig ist. Alles in allem liegt mit "Monasterium" ein wertiges Produkt vor.

 


Illustrationen

 

Das Thema "Kloster" wurde vom Illustrator Dennis Lohausen sehr gut umgesetzt. Auch wenn das Aktionstableau der SpielerInnen mit Aktionen vollgepackt ist, wurde eine gute Struktur und Übersichtlichkeit bewahrt, sodass man alle Symbole und Funktionen gut erkennen kann. Das Spielfeld bzw. die Klöster sind ebenso positiv in Erscheinung getreten, da diese nicht überfrachtet sind, aber dennoch genügend Details aufweisen. Auch die Optik der "Klosterfenster-Plättchen" kam gut an und hat den Geschmack der TesterInnen getroffen. Alles in allem eine ansprechende Umsetzung des Themas.

 


Spielmechanik

 

"Monsterium" ist ein klassisches sowie gut verzahntes "Kennerspiel", das in dieser Sparte im mittleren bis hohen Schwierigkeitsgrad ansiedelt. Es ist ein Mix aus bekannten Mechanismen, wie z. B. "Dice-Drafting", "Area-Control", "Ressourcen-Management" sowie "Puzzlemechanismen". Es sind beim Spielen sehr viele Aspekte zu beachten, sodass es dem Spiel manchmal an einer stringenten roten Linie fehlt. Man braucht schon eine zweite Partie, um das Spiel zu erfassen, da sich thematisch nicht alle Vorgänge erschließen lassen und nicht intuitiv sind. Das gilt  auch für die Endwertung, die sehr umständlich gehalten wurde und schwer zu verinnerlichen ist. Dennoch ist zu resümieren, dass die Mechanismen, von denen eine Menge vorherrschen, gut miteinander verzahnt wurden. Als negativer Punkt ist dementgegen anzuführen, dass manchmal doch zu wenig Möglichkeiten existieren, Würfelergebnisse zu manipulieren, wodurch der Glücksfaktor an Gewichtung gewinnt. 


Des Weiteren ist den TesterInnen aufgefallen, dass das Entsenden der vielen Figuren (Novizen) vom eigenen Tableau in die Klöster durch zu wenige Aktionsfelder möglich gemacht wird. Denn dieses "Entsenden" stellt eines der wichtigsten Aufgaben im Spiel dar und es kann als "Herzstück" gedeutet werden. Folglich wurde  aus der Sicht der TesterInnen diesbezüglich zu wenig Handlungsmöglichkeiten geschaffen. Dennoch ist im Großen und Ganzen zu sagen, dass das Spiel funktioniert und die unterschiedlichen Mechanismen miteinander harmonieren.

 


Innovationen

 

Ganzheitlich betrachtet ist "Monasterium" eine Mischung aus altbekannten Mechanismen. Ein neuartiger bzw. kreativer Mechanismus ist leider nicht zum Vorschein gekommen. Dennoch ist der Mix dieser Mechanismen relativ frisch und das Spiel wirkt nicht "altbacken". Nichtsdestotrotz hätte man sich an einigen Stellen eine höhere Innovationskraft gewünscht, der einen individuellen Charakter des Spiels bestärken würde.

 


Spielspaß

 

Das vorliegende Spiel hat den TesterInnen gut gefallen! Es ist ein echter "Hirnzwirbler" und ist eine Mischung aus vielen Mechanismen. Mit jeder Handlung, die man tätigt, muss man im Prinzip die unterschiedlichsten Spielbereiche mitsamt ihren diversen Aktionen (Area-Control, Puzzle etc.) im Auge behalten. Es ist essentiell seine Figuren in die Klöster auszusenden, da dadurch neue Aktionsfelder auf dem eigenen Tableau freigeschaltet werden. Auch dieses "Freischalten" macht viel Freude und sollte gut überlegt sein. Leider sind die Würfelergebnisse nicht stark manipulierbar, was frustrierend sein kann, wenn man mal eine Pechsträhne hat. Auch der Umstand, dass sehr wenige Felder zum Entsenden von Mönchen existieren, hat zu etwas Verwunderung geführt. Nach vielen Testpartien wurden viele hitzige Debatten darüber geführt, ob das Spiel mit Mechanismen und Abläufen zu überladen sei. Hierbei gab es unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Dennoch hat das Spiel Spaß gemacht und wird mit Sicherheit hin und wieder auf den Tisch kommen.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Monasterium" liegt bei 49,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität und es gibt diesbezüglich nichts zu bemängeln. Auch die Optik ist zufriedenstellend und passt zur vorliegenden Thematik. Hinsichtlich der Mechanik kann man resümieren, dass das Spiel funktioniert, der Glücksfaktor beim Würfeln jedoch hoch ist. Auch lässt sich das Spiel nicht sehr intuitiv spielen und wirkt manchmal sogar überfrachtet. Das Spiel weißt keine hohe Innovationskraft auf und ist eher ein Mix aus altbekannten Abläufen, die frisch zusammengewürfelt wurden. "Monasterium" hat den TesterInnen gut gefallen, denn es spielte sich wie ein klassisches "Euro-Game", bei welchen die Mechanismen und nicht die Themen im Vordergrund stehen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Monasterium", wenn du...

 

- klassische "Euro-Games" magst, die sehr mechanisch sind

 

- ein Spiel spielen willst, das gerade so vor unterschiedlichen Mechanismen strotzt

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- komplett innovative Mechanismen suchst

 

- wenn du ein Spiel suchst, das intuitiv zu spielen ist