13.12.18

Review: "Manitoba" von Marco Pranzo und Remo Conzadori

Fakten

 

Autor: Marco Pranzo, Kemo Conzadori

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60-75 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 49,99 Euro

Verlag: dlp games

Spielbeschreibung

 

Die Provinz Manitoba in Kanada: eine wilde Gegend mit atemberaubender Landschaft und Heimat der natuverundenen Cree-Indianer. Die Zyklen der Jahreszeiten prägen das Lenem der Cree, deren Stammesoberhäupter für das materielle Wohl sowie für die spitituelle Entwicklung sorgen müssen.

 

Führe Deinen Stamm

 

Im Mittelpunkt des Spieles steht das Totem, jenes sagenumwobens Sinnbild der Indianer, das die Spieler beeinflussen können und damit die Möglichkeiten der anderen Spieler mitbestimmen.

Wer wird am Ende seinen Stamm am besten durch das Jahr und seine Herausforderungen bringen?

(Quelle: dlp games)



Hintergrundinformationen

 

Der Kleinverlag "dlp games" hat mit dem "Expertenspiel" "Orleans" einen großen Hit gelandet. Zur "SPIEL 18" wurden zwei "Kennerspiele" angekündigt ("Manitoba"/Valparaiso") und veröffentlicht, wobei die Erwartungen wie auch die Vorfreude sehr hoch sind. Du kannst gerne hier klicken, um ein ausführliches Interview mit dem Verlagsinhaber (Reiner Stockhausen) zu lesen.

 


Spielmaterialien

 

Die Materialien von "Manitoba" sind von außerordentlich guter Qualität! Alle Tableaus bestehen aus festem Material, was sehr positiv aufgefallen ist. Auch wurde anstatt auf Pappmarker auf Holzmaterialien gesetzt, wodurch ebenso ein sehr wertiger Gesamteindruck entsteht. Der Runden- sowie der Startspielermarker sind dreidimensional gestaltet worden, was ein schöner Bonus ist. Auch die Marker, die das Totem bilden, sind sehr groß und lassen sich optimal greifen. Dies ist bei der vorliegenden Spielmechanik äußerst sinnvoll ist, da man das Totem umdrehen muss. Der Verlag hat mit diesem Produkt hinsichtlich der Materialien alles richtig gemacht!

 


Illustrationen

 

Der Illustrator Dennis Lohausen hat mit "Manitoba" eine exzellente Arbeit geleistet. Die unterschiedlichen Tableaus sind sehr farbintensiv und bunt, was hervorragend zur Thematik passt. Auch die Symbole auf unterschiedlichsten Feldern sehen so aus, als hätte der Stamm diese selbst gezeichnet, was die Optik thematisch abrundet. Explizit ist das Design der Leisten (Visionspfad) ein echter Hingucker, da diese sehr kreativ sowie individuell angefertigt wurden. Als einziger Kritikpunkt ist anzumerken, dass die Felder auf der Siegpunkteleiste definitiv zu klein geraten sind, sodass es beim Abstellen mehrerer Figuren auf einem Siegpunktefeld schon sehr problematisch wird. Nichtsdestotrotz hat der Illustrator hier eine sehr gute Arbeit vollbracht.

 


Spielmechanik

 

Die Mechanismen von "Manitoba" sind eingängig und das Spiel ist in den unteren Bereich der "Kennerspiele" einzuordnen. Der Hauptmechanismus mit den farbigen Scheiben funktioniert einwandfrei, wobei der aktive Spieler, je nachdem welche Scheibe angehoben wird, Aktionen durchführt und dadurch auch den Mitspielern passive Aktionen ermöglicht werden (Passivaktionen). Hierbei sind die Aktionen der passiven Spieler logischerweise einschränkender gestaltet worden. Dennoch beschränkt sich auch die Aktion des aktiven Spielers auf zwei Handlungsmöglichkeiten (Figur in der Landschaft einsetzen bzw. bewegen und in der entsprechenden Leiste voranschreiten). Je nachdem, wie man das Totem bzw. die Scheiben trennt, ergeben sich farblich entsprechende Möglichkeiten, die zu den Landschaften und Leisten passen. Bei der Auswahl der Scheiben kann man selbstverständlich auch den Mitspielern etwas in die Quere kommen, wodurch ein Interaktionselement entsteht.


Auch bei den Leisten (Visionspfad) bzw. in der Landschaft ist stets ein Konkurrenzkampf gegeben. Zentrum des Spiels sind  zudem Wertungen von unterschiedlichen Symbolen (Rohstoffen) auf dem eigenen Tableau, wobei mit Bedacht vorgegangen werden sollte. Denn auch "Zwangswertungen" sind im Spiel vorhanden, die einen bestrafen können, wenn man von einer Sorte keine Einheiten besitzt. "Manitoba" lässt taktische Vorgehensweisen zu, wobei eine Glückskompenente entsprechend eines "Kennerspiels" kaum vorhanden ist. Die Abläufe funktionieren gut und das Spielfeld bzw. die Spieldauer wird immer wieder optimal auf's Neue an die Spieleranzahl angepasst. Die vier unterschiedlichen Leisten wurden zudem optimal austariert und bieten dem Spieler sehr mächtige individuelle Boni.

 


Innovationen

 

Mit dem Hauptmechanismus hat das Autorenduo sehr frische Akzente gesetzt, die äußerst innovativ, einfach und genial sind. Die Scheiben, die beim Totem aufeinander gestapelt sind, werden vom aktiven Spieler getrennt, woraufhin der Stapel umgedreht und dadurch die passiven Aktionen gekennzeichnet werden. Auch in der optischen Gestaltung wurden sehr kreative Einfälle umgesetzt, die sich im "Visionspfad" niedergeschlagen haben und ganz individuelle optische Reize hervorrufen. Der Hauptmechanismus trägt in der Frische das Spiel und belebt es ungemein.

 


Spielspaß

 

"Manitoba" hat den Testspielern gut gefallen! Es ist ein Kennerspiel, das in dieser Sparte sehr leicht und zugänglich ist. Auch die Möglichkeiten halten sich in einem ganz bestimmten Rahmen, wobei manch einem "Kennerspieler" das Spiel auch zu seicht daherkommen könnte. Eine fortlaufende Interaktion ist z. B. durch die passive Aktion, dem Rennen auf den Leisten sowie auf dem gemeinsamen Spieplan gegeben. Im Großen und Ganzen hätte das Spiel auch ruhig etwas komplexer sein können, da es definitiv das Fundament dafür bietet. Dennoch ist "Manitoba" ein gelungenes "Kennnerspiel", das in einer relativ kurzen Zeit ohne sehr große Anstrengungen zu spielen ist.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Manitoba" liegt bei 49,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und überzeugen auf ganzer Linie. Auch die optische Gestaltung ist einzigartig, sehr individuell und passt hervorragend zur Thematik. Hinsichtlich der Mechanismen ist zu benennen, dass die Abläufe sehr einfach, eingängig und einwandfrei funktionieren. Der Hauptmechanismus ist äußerst innovativ und zu loben. "Manitoba" ist ein Kennerspiel, das den Testern gut gefallen hat und sehr individuell wirkt.

 


Geamtwertung

 

Kauf dir "Manitoba", wenn du...

 

- ein Spiel mit einem einzigartigen Hauptmechanismus suchst

 

- ein Brettspiel spielen willst, das nicht sehr komplex und sehr eingängig ist

 

- optisch Kreativität und Individualität erleben willst

 

 

Lass die Finger von "Manitoba", wenn du...

 

- ein komplexes Kennerspiel suchst