Review: "Khora" von Head Quarter Simulation Game Club

Fakten

 

Autor: Head Quarter Simulation Game Club

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 75 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2022

Preis: UVP 44,99 Euro

Verlag: Huch!/Iello

Spielbeschreibung

 

SICHERE DIE VORHERRSCHAFT DEINER STADT!

Du bist der Herrscher einer prachtvollen Stadt im antiken Griechenland.

Es liegt an dir, deine Stadt schneller und besser zu entwickeln

als deine Gegner! In jeder Runde gibt es große politische

Entscheidungen zu treffen: Politik, Wirtschaft, Militär, Kultur … Jede

einzelne Entscheidung wird die Zukunft deiner Stadt beeinflussen!

Lenke die Geschicke deines Volkes, baue dein Militär aus, lasse

deine Kultur erblühen, erhebe Steuern und entwickle wichtige

Errungenschaften, auf dass der Glanz deines Stadtstaates über die

Grenzen hinaus das antike Griechenland erleuchten wird!

Khora ist ein intensiver und vielschichtiger Wettlauf um den

Aufstieg eines Imperiums und die Vorherrschaft in der anktiken

Welt. Wird dein Stadtstaat ruhmreich in die Zukunft blicken?

(Quelle: Huch!)



Hintergrundinformationen

 

Zum Spiel "Khora" ist ein gelungener Trailer erschienen, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von grandioser Qualität! Die Ausstattung von "Khora" ist luxuriös und bietet zahlreiche individuelle materielle Eigenschaften. Die Playerboards beinhalten spezielle Einkerbungen, in die die Spielsteine platziert werden können. Auch die Marker wurden mit exklusiven Symbolen bedruckt und wurden demzufolge nicht mit minderwertigen Stickern beklebt. Ebenso lässt die Kartenqualität keine Wünsche offen und auch die Regeln wurden äußerst präzise sowie verständlich verfasst.

Alles in allem gibt es im Kontext der Materialqualität überhaupt nichts zu meckern. Eine hervorragende Produktion!

 


Illustrationen

 

Die Charaktere und Figuren wurden hervorragend auf die Karten und auf die Tableaus gebracht. Der Illustrationsstil kam in den Testpartien sehr gut an und konnte das thematische "Feeling" transportieren. Das Spielbrett wirkt etwas nüchtern und nicht "catchy", wobei man auf den zweiten Blick sagen muss, dass dieser Stil zu der Einfachheit der Thematik passt und auf das Wesentliche reduziert ist. 

Zudem ist die Ikonographie gelungen und alle Symbole sind sehr gut verständlich wie auch einprägsam gestaltet worden. 

"Khora" wurde optisch ansprechend umgesetzt und konnte den TesterInnen zusagen.

 


Spielmechanik

 

Beim vorliegenden Brettspiel ist positiv aufgefallen, dass die Mechanismen sehr gut ineinander greifen und die Leisten auf den Spielertableaus mit den Leisten auf dem gemeinsamen Spielbrett bestens verzahnt sind. Auch die unterschiedlichen Völker schienen in den Testrunden im Großen und Ganzen gut austariert zu sein, allerdings kam das Gefühl auf, dass das Volk Sparta zu mächtig ist und die Fähigkeiten anderer Völker übertrumpft. Hinzu ist kritisch aufgefallen, dass die Ereigniskarten meist auf den Bereich "Militär" abzielen, sodass man als Spieler bzw. Spielerin gezwungen ist, diesen Bereich abzudecken. Hierbei entsteht auch oft der Umstand, dass SpielerInnen, die im Bereich Militär weit vorne liegen, nochmals durch Ereigniskarten bestraft werden, sodass sich der Vorsprung erneut vergrößert. Ein weiterer zu nennender Aspekt ist der Aktionsmechanismus, der mit den Würfeln verknüpft ist. Zwar ist durch die Würfel ein Glücksfaktor vorhanden, jedoch führen diese Gegebenheiten nicht dazu, dass man überhaupt keinen Handlungsspielraum mehr hat, was demnach zu verkraften ist. Auch der Umstand, dass es sich bei "Khora" um ein Kennerspiel und nicht um ein Expertenspiel handelt, lässt es zu, dass Glückselemente vorhanden sind. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass die eigene "Engine" nur sehr langsam in Schwung kommt. Dies bedeutet für das Spiel, dass es spannender wäre, wenn die SpielerInnen schneller Ergebnisse ihrer Züge erhalten würden. Denn so, wie der Mechanismus jetzt ist, wirkt er etwas zäh und träge.

Alles in allem ist zu resümieren, dass das Spiel in puncto Mechanismen sowohl Stärken als auch Schwächen enthält. 

 


Innovationen

 

"Khora" hat einen Würfelmechanismus, der leicht frisch wirkt. Jedoch zeigt sich auch deutlich, dass der Rest von "Khora" eher nicht von kreativen Einfällen zeugt. Schade, denn das Spiel hätte viel Potential gehabt, die ein oder andere raffinierte Idee hervorzubringen. Dennoch wurden standardisierte Mechanismen, wie z. B. Leisten- und Kartenmanagement "smooth" miteinander verzahnt.

 


Spielspaß

 

Allen voran ist zu erwähnen, dass "Khora" Aspekte beinhaltet, die Spaß machen. Anfänglich ist das hervorragende Spielmaterial zu nennen, das auf haptischer Ebene ein Genuss ist. Auch das Leistenmanagement hat seine Vorzüge und es macht Freude, die unterschiedlichen Boni auf diesen freizuschalten. Durch die hervorragende Verzahnung spielt sich das Spiel locker flockig von der Hand und stockt nicht im Spielgeschehen. Allerdings gibt es auch einige negative Aspekte, die den Spielspaß gebremst haben. Ab einem gewissen Zeitpunkt fühlt sich das Spiel zäh an, da Boni nur sehr langsam freigeschaltet werden und man seine "Engine" nur sehr langsam aufbaut. Das heißt, dass man nur sehr sparsam vom Spiel für seine Bemühungen belohnt wird. Ein weiterer kritischer Aspekt ist, dass die Ereigniskarten die SpielerInnen dazu drängen, auf Militär zu spielen, wodurch der Handlungsfreiraum stark eingeschränkt wird und man sich vom Spiel kontrolliert fühlt. Ebenso führen die Ereigniskarten dazu, dass die SpielerInnen, die bereits vorne liegen, nochmals belohnt werden.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass "Khora" Spaß macht, jedoch einige Aspekte dazu führen, dass dieser in gewisser Weise gebremst wird.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von Khora liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von herausragender Qualität und auch die Optik weiß zu überzeugen. Die Mechanismen wirken einerseits durch die innige Verzahnung stark, weisen jedoch auch Schwächen auf. Diese Ambivalenz spiegelt sich ebenfalls im Spielspaß wieder, da das Spiel Höhen und Tiefen hervorbringt. Im Kontext der Innovationen fällt der Aktionsmechanismus leicht auf, prägnante Ideen vermisst man jedoch.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Khora", wenn du...

 

- ein Spiel mit gut verzahnten Mechanismen suchst

 

- ein hervorragend haptisches Spielerlebnis haben möchtest

 

 

Lass die Finger von Khora, wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das im Rahmen der Mechanismen perfekt ausbalanciert wirkt

 

- Spiele magst, bei denen du recht schnell im Spielverlauf mit Siegpunkten und Boni belohnt wirst