17.12.19

Review: "Imperial Settlers - Empires of the North" von Ignacy Trzewiczek und Joanna Kljanka

Fakten

 

Autor: Ignazy Trzewiczek und Joanna Kljanka

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 45-90 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 39,95 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Bei Empires of the North ist jeder Spieler Anführer eines Clans von drei verschiedenen nordischen Völker. Als solche setzen sie die Segel, um auf Reisen zu gehen. Ziel ihrer Reise ist es, neue Länder mit wertvollen Waren zu entdecken und ihren Clan zur Weltmacht zu führen. Um die knappen Ressourcen in ihrer Heimat aufzustocken, lassen sie nichts unversucht, die notwendigen Rohstoffe der neu entdeckten Gebiete zu beschaffen – egal ob durch Tauschen von Rohstoffen oder Überfallen ihrer Gegner. Doch die könnten sogar ein anderer Clan ihres eigenen Volkes sein.

Empires of the North ist ein Kartenspiel im beliebten Imperial Settlers-Universum. Durch geschicktes Einsetzen ihrer Karten und der knappen Aktionen und Ressourcen erbauen die Spieler ihr Reich. In der anschließenden Expeditionsphase können dann fremde Inseln erobert oder geplündert werden.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Bereits 2014 erschien "Imperial Settlers", wobei daraufhin einige Erweiterungen erschienen. Auf diesem Blog wurde sowohl das Grundspiel (hier) als auch die Erweiterungen "Azteken" (hier) und "Atlanter" (hier) rezensiert.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien (Karten, Plättchen, Marker, Tableaus) sind von einer sehr guten Qualität und errreichen hohe qualitative Maßstäbe. Auch ist es sehr erfreulich, dass ein Schachtelinlay produziert wurde, sodass die Materialien systematisch verstaut werden können. Die Karten wurden ausreichend groß produziert, das "Handling" der Siegpunktemarker ist jedoch nicht ganz optimal. Als großer Negativpunkt ist anzuführen, dass den SpielerInnen keine Phasenübersicht (z. b. aufgedruckt auf einer Karte) geboten wird sowie das sehr schlecht geschriebene Regelwerk. Zudem ist schade, dass leider die Spielertableaus ausgelassen wurden, die noch im "normalen" "Imperial Settlers" vorhanden waren, wodurch mehr Ordnung und Systematisierung  auf dem eigenen Spielfeld entstand.

Ansonsten liegt ein qualitatives Produkt vor.

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen von "Imperial Settlers - Empires of the North"  ist gelungen! Die Symbole auf den Karten sind klar zu erkennen und jedes Volk hat seine eigene individuelle Optik. Zudem ist zu loben, dass dieser "niedliche" Illustrationsstil mit Humor verwoben wurde, was ein ganz indivudelles optisches Bild ergibt. Die Optik brilliert durch Details, Individualität sowie Varianz. Dennoch gibt es Probleme mit den Plättchen und der Zugehörigkeit der Völker. Bis man die Plättchen dem eigenen Volk zugeordnet hat, kann schon eine gewisse Zeit vergehen, was sehr nervig ist.

 


Spielmechanik

 

"Imperial Settlers - Empires of the North" funktioniert super und wirkt im Gegensatz zum "normalen" "Imperial Settlers" runder und flüssiger. Hinzu wurden die Völker gut ausbalanciert und es gewannen in den Testpartien unterschiedlichste Völker und nicht nur immer ein spezielles Volk. Hinzu wurde noch eine Interaktionskomponente (Inseln) hinzugefügt, durch die das Spiel besser als sein Vorgänger wird. Die Inseln generieren weitere Siegpunkte und Ressourcen und es entsteht ein Kampf um die besseren Inseln. Des Weiteren ist es möglich, den Mitspieler auszurauben und einen seiner Karteneffekte zu nutzen, wodurch die Karte jedoch nicht zerstört und nicht abgeworfen wird, was positiv auffällt. Zudem kommt ein weiteres Element hinzu, und zwar das Aktionsrad, das einen weiteren wesentlichen Kniff enthält und "Imperial Settlers" auf eine weitere Ebene bringt. Dennoch ist auch hier wie bei seinem Vorgänger eine Spieleranzahl von zwei SpielerInnen optimal, denn die Mechanik ist einfach nicht auf mehr SpielerInnen ausgelegt.

 


Innovationen

 

"Imperial Settlers - Empires of the North" lehnt an seinen Vorgänger an. Dennoch wurden genug Neuerungen implementiert, sodass sich das Spielgefühl verändert und sich in gewissen Punkten neuartig anfühlt. Da diese neue Komponenten einen größeren Bereich der Mechanik einnehmen, wirken diese auch prägnant. Dennoch ist zu beachten, dass es sich immernoch um ein "Imperial Settlers" handelt und wenn man bereits den ersten Teil besitzt, kann man sich schon fragen, ob man unbedingt den zweiten Teil auch besitzen muss.

 


Spielspaß

 

Die Testpartien kamen gut an und die Tester waren sich einig, dass dieser zweite Teil besser ist als der erste Teil. Der Entwickler hat "Imperial Settlers" runder und mechanisch verzahnter gemacht, z. B. durch das "Aktionsrad" sowie die Inseln. Auch wurden frische Einfälle in das Spielgeschehen implementiert, wobei man dem Universum von "Imperial Settlers" treu geblieben ist. Wie im ersten Teil auch ist eine Spieleranzahl von 2 SpielerInnen perfekt, da das Spiel einfach für mehr SpielerInnen nicht konzipiert wurde (auch wenn es auf der Schachtel steht). Alles in allem handelt es sich um eine runde Fortsetzung von "Imperial Settlers" und es macht Spaß die Völker und deren Fähigkeiten auszuprobieren.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Imperial Settlers" liegt bei 39,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und auch das Inlay ist ein gelungener Bonus. Das Regelwerk sticht leider diesbezüglich sehr negativ hervor. Die Optik ist gelungen und wurde mit vielen Details versehen. Dennoch gibt es arg Probleme mit der Zuordnung von Plättchen zu den jeweiligen Völkern. Mechanisch gesehen, funktioniert diese Fortsetzung super und stellt definitiv eine Verbesserung zu seinem Vorgänger dar. Ob man beide Spiele haben muss, ist schwer zu sagen. Nach Abschluss der Testphase ist aber eine Tendenz zum zweiten Teil vorhanden.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Imperial Settlers - Empires of the North", wenn du...

 

- ein Fan von "Imperial Settlers" bist. Die Fortsetzung orientiert sich gut an das "Imperial Settlers - Universum"

 

- ein Spiel für zwei Personen suchst. Je mehr Personen mitspielen, desto schlechter wird es

 

 

Lass die Finger von dem Spiel, wenn du...

 

- es nicht magst, mittels von Karten und Effekten eine "Engine" aufzubauen                                                                                                   2 Spieler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                           (3-4 Spieler)