Review: "Dune - Geheimnisse der Häuser" von Ignacy Trzewiczek und Przemyslaw Rhymer

Fakten

 

Autor: Ignacy Trzewiczek, Przemysław Rhymer

Spieleranzahl: 1-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 90-180 Minuten

Alter: ab 14 Jahren

Erscheinungsjahr: 2021

Preis: UVP 44,99 Euro

Verlag: Pegasus Spiele 

Spielbeschreibung

 

Arrakis, Planet des Spice und endloser Wüsten am Rande des Imperiums, wird erschüttert von Intrigen, Rebellion und Krieg. Auf dem berüchtigten Planeten Dune finden die Spieler sich zwischen zwei großen Häusern wieder. Das finstere Haus Harkonnen strebt nach Macht und Profit, während die loyalen Anhänger von Haus Atreides eine Rebellion schüren, um die Bewohner des Planeten aus ihrer langen Knechtschaft zu befreien.

Dune – Geheimnisse der Häuser ist ein kooperatives Spiel, das auf dem Prinzip vonDetective – Ein Krimi-Brettspiel beruht. Die Spieler schließen sich dem Widerstand gegen das Haus Harkonnen an und erleben gemeinsam eine packende Geschichte. In dem vom Blockbuster-Film inspirierten Abenteuer erfüllen sie eine Reihe von Missionen mit begrenzter Zeit und Ressourcen. Es ist unmöglich, alle Begegnungen zu erleben, die Geschichte ändert sich durch die Entscheidungen, die die Spieler treffen und die Opfer, die sie bringen. Gelingt es ihnen, die Geheimnisse von Arrakis zu entschlüsseln?

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

 Der Entwickler Ignacy Trzewiczek ist der Inhaber vom Verlag "Portal Games". Er ist u.a in der Brettspielszene für das Spiel "Imperial Setters" bekannt  geworden, das sehr hohe Wellen geschlagen hat und mittlerweile als Klassiker gilt. Das "Dune-Universum" wurde nun in ein Brettspiel implementiert und die TesterInnen waren im Vorfeld sehr auf die Umsetzung des Brettspiels gespannt, da sie große Fans vom Film und von den Büchern sind.

 


Spielmaterialien

 

Wer viele Materialien erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Das Spiel beinhaltet einige Karten und wenige Plättchen sowie Marker. Es sind zwar Spielerboards vorhanden, diese wurden jedoch auf ganz dünnem Material angefertigt, was im Rahmen der Haptik minderwertig erscheint. Die Begleit-Website funktioniert, jedoch unterliegt die Spielbarkeit einem Registrierungszwang, was nicht jede SpielerIn im Kontext des Datenschutzes gefallen wird. Ferner ist das Regelwerk zwar kurz und bündig gehalten, jedoch ist auf der Frontseite der Schachtel nicht vermerkt, dass es sich um ein kooperatives Spiel handelt, was zur Verwirrung nach dem Kauf führen kann. Auch der Umstand, dass Spielmaterialien zerstört werden und das Spiel einmal durchgespielt werden kann (Legacy- Prinzip) wird nicht genug herausgestellt, was ebenfalls Missverständnisse hervorrufen kann.

 


Illustrationen

 

Wenn Illustrationen vorhanden sind, dann sind diese gelungen und schmiegen sich gut in das Thema ein. Jedoch muss man feststellen, dass sich das Bild-Text-Verhältnis nicht in einem optimalen  Verhältnis befindet. Dies bedeutet, dass zu viele Textelemente vorhanden sind, wodurch eine gewisse Zähhheit entsteht. Eine Auflockerung dieser Textelemente durch mehr lebhafte Bilder wäre in den Testpartien mit Sicherheit wünschenswert gewesen. Denn diese würden die Atmosphäre definitiv verdichten und gerade Dune-AnfängerInnen einen besseren Einstieg in die Welt ermöglichen.

 


Spielmechanik

 

Man muss sich im Klaren sein, dass es hier mehr um das Eintauchen in eine Geschichte geht als um ein klassisches Brettspiel. Die SpielerInnen erleben gemeinsam eine Geschichte und das Spiel versucht so, das "Dune-Universum" spielerisch darzubieten. Die TesterInnen sind in puncto "Dune" keine Anfänger, sodass ein Einstieg in die Welt für sie problemlos verlief. Nichtsdestotrotz waren sich alle einig, dass SpielerInnen, die keine Ahnung von "Dune" haben, definitiv von den ganzen Beschreibungen erschlagen werden können. Hier wurde bei der Entwicklung leider nicht sensibel auf alle Zielgruppen eingegangen, da thematische Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Auch ist eher negativ aufgefallen, dass man als Gruppe nicht verlieren kann, wodurch keine Entfaltung des Spielreizes entsteht. Im Rahmen der Story ist zu erwähnen, dass diese eher mau ist und vom Storytelling her nicht ansprechend verfasst wurde. Sie fesselt nicht und kann die SpielerInnen leider kaum in den Bann ziehen, wodurch ein hoher Grad an Enttäuschungen entstanden ist. Positiv ist dementgegen der Umstand, dass der Grundmechanismus ein ausgeklügelter "Detective-Mechanismus" ist, der auch funktioniert und bereits für das Erfolgsspiel "Detective" maßgeblich war. Man hat jedoch das ungute Gefühl, dass der Mechanismus einfach lieblos mit dem Thema "Dune" überzogen wurde.

 


Innovationen

 

Wie bereits erwähnt, basiert das Spiel auf dem "Detective-Mechanismus", der nun mit dem "Dune-Universum" verwoben wurde. Leider ist den TesterInnen kaum ein Aspekt aufgefallen, der kreativ ist und sich in den Mechanismen und Abläufen manifestierte. Auch die Story wirkte leider in den Testrunden kaum frisch und kreativ, sodass die Neugier auf die Geschichte relativ schnell abflachte. Auch der "Detective-Mechanismus" wurde nicht ausreichend modifiziert, sodass man sagen könnte, dass es im Kern eine großartige Entwicklung gäbe, die neue Reize setzt.

 


Spielspaß

 

Leider konnte "Dune - Geheimnisse der Häuser" die Erwartungen hinsichtlich des Spielspaßes nicht erfüllen. Der "Detektiv-Mechanismus" hat hier leider nicht dazu geführt, das wirklich Fälle gelöst werden, sondern, dass man eine Geschichte erlebt, deren Verlauf leider nicht ganz von den Entscheidungen der SpielerInnen abhängt. Man hat das Gefühl, dass die eigenen Entscheidungen für den Verlauf der Geschichte nicht relevant sind und dass es nicht um Sieg oder Niederlage geht, wodurch kaum Spannungsmomente entstehen können. Man handelt Karte nach Karte ab, was ein sehr trockenes Spielgefühl hinterlässt und eine thematische Dichte kaum erzeugen kann. 

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Dune - Geheimnisse der Häuser" liegt bei 39,99 Euro. Das Spiel enthält wenig Spielmaterialien und diese genügen nicht hohen Qualitätsansprüchen, da sie zum Beispiel auf dünnem anstatt dickem Material produziert wurden. "Dune" hätte mit Sicherheit in eine Box gepasst, die 50 % kleiner wäre. Dennoch wurden hier nicht Ressourcen geschont, sondern ein kaum angebrachtes Größenformat verwendet, der KäuferInnen beim Kauf verwirren könnte. Der "Detective-Mechanismus" funktioniert, jedoch plätschert dieser vor sich hin und wurde kaum passend mit dem "Dune-Universum" verbunden. Die Optik ist in den meisten Fällen gelungen, nichtsdestotrotz existiert leider keine Balance zwischen Text und Bildern, wodurch das Spiel zäh wird. In diesem Spiel sind leider zu wenig Bilder und Illustrationen vorhanden, die zu einer thematischen Atmosphäre beigetragen hätten.

Der Spaß blieb leider größtenteils auf der Strecke, da Spannungsmomente kaum existierten und das Storytelling die TesterInnen leider nicht packen konnte, da der "Detective-Mechanismus" hier einfach nicht seiner vollen Entfaltung nachgehen konnte.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Dune - Geheimnisse der Häuser", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das mehr Geschichte als Spiel ist

 

- dich bereits mit dem "Dune-Universum" auskennst

 

 

Lass die Finger von dem Spiel, wenn du...

 

- eine packende Story mit interessanten  Entscheidungen suchst

 

- keine Lust hast, in einem Spiel sehr viel Text zu lesen