05.10.18

Review: "Dragonsgate College" von Thomas Vande Ginste und Wolf Plancke

Fakten

 

Autor: Thomas Vande Ginste, Wolf Plancke

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 42,80 Euro

Verlag: Asmodee

Hintegrundinformationen

 

Dragonsgate College ist ein strategisches Aufbauspiel, in dem jeder Spieler in nur fünf Runden zeigen will, dass sein Haus das prestigeträchtigste ist. Dragonsgate College ist die bekannteste Universität für Abenteurer im ganzen Land. Als Leiter eines der Häuser ist es eure Aufgabe, zu zeigen, dass eure Schüler die besten sind, um den legendären Dungeon von Dragonsgate zu erkunden. Um eure Schüler darauf vorzubereiten, erbaut ihr neue Gebäude, werbt Lehrer an und holt die besten Schüler in euer Haus. Formt aus euren Schülern wahre Meister und haltet ihre Errungenschaften für die Nachwelt fest.

(Quelle: Asmodee)



Hintergrundinformationen

 

Der Kleinverlag "NSKN Games" aus Bukarest hat bereits einige Spiele über "Asmodee" veröffentlicht, die einigen SpielerInnen bekannt sein können, wie z. B. "Im Namen Odins" oder auch "Nebel über Valskyrr". Mal schauen, wie die Neuheit "Dragonsgate College" abschneiden wird. Zu "Im Namen Odins" gibt es bereit eine ausführliche Besprechung auf diesem Blog. Du kanst hier klicken, um den Testbericht zu lesen.


Spielmaterialien

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Spielmatrialien qualitativ sind. Die Würfel, Plättchen und das Spielbrett sind aus robustem Material, wobei man bei den Spielertableaus und den Karten auf wertigeres Material hätte zurückgreifen können.  Negativ anzumerken ist, dass das Spielbrett unnötig extrem groß ist und die Plättchen (Lehrlinge, Professoren) dementgegen zu klein ausgefallen sind, sodass man meist aufstehen muss, um die Symbole zu erkennen, was einen sehr schlechten spielerischen Eindruck hinterlassen hat. Man hätte das Spielbrett definitiv komprimieren und die Symbole auf den Plättchen vergrößern müssen, damit ein rundes Gesamtbild entsteht und keine negativen Auswirkungen auf den Spielfluss entstehen.

 


Illustrationen

 

Die Aufmachung ist o.k. Es ist positiv anzumerken, dass unterschiedliche Lehrlinge und Professoren illustriert wurden, was die Optik vielseitig macht. Auch wurden die Raumplättchen verschiedenartig illustriert, was angenehm aufgefallen ist. Die Illustrationen auf den Raumplättchen wirken individuell und vom Stil her andersartig. Dennoch konnte das illustrative Gesamtkonzept nicht ganz überzeugen, da das Thema nicht belebt werden konnte, obwohl das Thema (Zauberer, Magier) viel Freiräume dafür bieten würde. Wie bereits in der Kategorie Spielmaterialien kann hier nochmals erwähnt werden, dass die Symbole auf dem Spielplan viel zu groß und dementgegen die Symbole auf den Plättchen zu klein illustriert wurden, was in keinem angemessen Gleichgewicht steht und den Spielfluss unnötig stört.

 


Spielmechanik

 

Die Abläufe im vorliegenden Kennerspiel wurden gut systematisiert und sind  plausibel. Nicht so gut gefallen hat den Testern, dass im Verlauf des Spiels Zaubereikarten erworben werden können, die einem zwar Boni bringen, jedoch die Mitspieler mindestens gleichwertig belohnt, was nicht in einem angemessenen Verhältnis steht. Demnach wurde die Karriere "Zauberei", mit der man Karten erhält, von allen Spielern stark vernachlässigt, da nicht genügend Anreize (Boni) geboten wurden. Hinzu ist es möglich, dass man neutrale Würfel des Würfelpools gegen eigene Würfel tauscht. In den Testpartien kam sehr stark zum Vorschein, dass die Spieler, die es nicht früh genug schafften, den eigenen Würfel in den Würfelpool "reinzutauschen", diesen Vorsprung kaum mehr aufholen konnten.

"Dragonsgate College" ist ein "Würfeleinsetz-Spiel", bei welchem Würfel aus dem Würfelpool für bestimmte Aktionen genutzt werden. Hierbei ist es möglich, auch Würfel der Mitspieler zu nutzen, die dann ebenfalls eine automatische freie Aktion erhalten. Grundlegend ist zu diesem Mechanismus zu sagen, dass dieser gut funktioniert und keine großen Defizite aufweist.

 


Innovationen

 

Das Spiel basiert auf einem "Würfeleinsetz-Mechanismus", der in etwas abgewandeltet Form auftritt. Zum Einen kann man auch die Würfel der gegnerischen Farbe benutzen, wodurch freie Aktionen für die Gegner entstehen und zum anderen werden Aktionen nicht mit Würfeln blockiert, sodass hier ein leichter frischer Reiz gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz überwiegen die restlichen Elemente und man muss ehrlicherweise resümieren, dass kaum innovative Elemente gesetzt wurden und sich "Dragonsgate College" leider auch nicht spielerisch kreativ oder besonders spielen lässt.

 


Spielspaß

 

"Dragonsgate College" hat durchschnittlich Spaß gemacht und die Testspieler fanden das Spiel o.k. Das Gesamtprodukt mitsamt der Materialien, Illustrationen, der Mechanik und den damit verbundenen Defiziten konnten die Testrunden nicht überzeugen. "Dragonsgate College" ist kein schlechtes, aber leider auch kein herausragendes Spiel. Der Funke ist spielerisch einfach nicht übergesprungen, da das Spiel keine Individualität und Besonderheit mitbrachte.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Dragonsgate College" liegt bei 42,80 Euro. Die Spielmaterialien sind überwiegend qualitativ, jedoch wurden in der Produktion doch einige Fehler gemacht. Auch im optischen Bereich ist nicht alles einwandfrei gelaufen, da viele Symbole entwerder zu klein (auf Plättchen) oder zu groß (auf dem Spielbrett) angefertigt wurden. Des Weiteren sind auf mechanischer Ebene Defizite zu erkennen, wobei es verpasst wurde, kreative Einfälle ins Spielgeschehen zu implementieren. Wer viele "Euro-Games" mit Würfelmechanismen kennt, der wird "Dragonsgate Colle" nicht wirklich etwas Andersartiges erhalten.

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Dragonsgate College", wenn du...

 

- ein absoluter Fan von "Würfel-Mechanismen" bist

 

 

Lasse die Finger von "Dragonsgate College", wenn du...

 

- ein Spiel sucht, das in der Ikonographie sowie bei den Spielmaterialien fehlerfrei ist

 

- ein sehr innnovatives Spiel spielen willst