23.02.21

Review: "Dinosaur Island" von Jon Gilmour und Brian Lewis

Fakten

 

Autor: Jon Gilmour und Brian Lewis

Spieleranzahl: 1-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 90-120 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 69,90 Euro

Verlag: Feuerland Spiele

Spielbeschreibung

 

Dinosaur Island ist ein abwechslungsreiches Workerplacement-Spiel, in dem jeder Spieler einen Dinopark aufbaut.

Vor einigen Jahren entdeckten Wissenschaftler eine Möglichkeit Dinosaurier aus schonend gelagerter DNS zu klonen. Nach ein paar Fehlschlägen ist der Prozess nun etabliert. Gewitzte Investoren bauen nun Dinosaurierreservate in aufregende Themenparks um, so dass es heutzutage Museen sind, die als praktisch ausgestorben gelten.

In Dinosaur Island seid ihr die Manager eures eigenen Themenparks. Baut einen florierenden Park auf und holt die faszinierenden Kreaturen aus Jura, Trias und Kreide in die heutige Zeit. Baue einen größeren und besseren Park als deine Konkurrenten und ziehe dich dann in den wohlverdienten Ruhestand zurück!

Aber aufgepasst! Das wird kein Spaziergang. Stelle das richtige Personal ein und erforsche bessere Dinosaurierbaupläne als deine Mitstreiter. Baue die spannendsten Attraktionen, um mehr Besucher in deinen Park zu locken. Aber vergiss nicht in deine Sicherheit zu investieren, sonst brechen womöglich gefräßige Dinosaurier aus und vernaschen deine Gäste...

(Quelle: Feuerland Spiele)

 



Hintergrundinformationen

Inga vom Verlag "Feuerland Spiele" hat uns auf der "SPIEL 19" einen groben Überblick über das Spiel verschafft:


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer grandiosen Qualität! "Dinosaur Island" beinhaltet etliche Tableaus, unzählige Marker sowie Figuren. Super ist es, dass das Tableau mit den Leisten Einstanzungen beinhaltet, sodass die Marker nicht verrutschen können. Auch der Umstand, dass viele Dinosaurierfiguren mitgeliefert werden, lässt das Material sehr hochwertig erscheinen. Auch der Beutel wie auch die Vielzahl an "Meeple"  lassen keine Wünsche offen. Als einziger Kritikpunkt ist anzuführen, dass die Schachtel nicht mehr geschlossen werden kann, nachdem alle Materialien "augepöppelt" wurden. Egal, wie man es dreht und wendet, die Schachtel bleibt immer halb offen, was uns bei einem Spiel nocht nie unterkommen ist. Dessenungeachtet überzeugt "Feuerland Spiele" mit wirklich besonderen Materialien. Chapeau!

 


Illustrationen

 

Von einigen Rezensenten der Brettspielszene kam die Aussage, dass die Optik das Spiel "unspielbar" mache, was kaum von unserer Seite nachzuvollziehen ist. Gerade diese außergewöhnliche Optik hat mit dem gezielten Einsatz der Farbe Pink einen sehr eigenen Charakter und weißt ein gewisses "Cooperate Design" auf. Hinzu bricht es mit den Erwartungen der SpielerInnen, da von ihnen eine ganz andere Optik erwartet wird. Gerade der Aspekt, dass diese Erwartungshaltung nicht erfüllt, sondern eine ganz andere optische Ebene entwickelt wurde, bereichert die Spielelandschaft und führt zu mehr Vielfalt. Eine tolle Optik, die das Spiel aufwertet!

 


Spielemechanik

 

Die Entwicklung des Spiels ist gelungen und "Dinosaur Island" lässt sich in klar trennbare unterschiedliche Phasen untergliedern. Man wandert im Prinzip von Tableau zu Tableau und handelt die diversen Phasen ab, was für eine sehr gute Struktur des Spiels spricht. Hinzu ist es noch möglich, die Spieldauer des Spiels zu skalieren (kurzes, mittellanges, langes Spiel), was ein sehr reizvolles Tool ist. Die Spielmechanismen sind u. a. "Worker-Placement", "Leisten-Management", "Aufträge erfüllen" sowie "Tableau ausbauen". Beim Ausbau des Parks ist es hinzu noch sehr wichtig, dass dieser ausbalanciert ist und zum Beispiel für die Sicherheit der BesucherInnen (Meeple) sorgt. Sehr positiv aufgefallen ist, dass es sich bei "Dinosaur Island" um ein extrem thematisches Brettspiel handelt, was oft bei "Euro-Games" so nicht der Fall ist. Hier agierten die Entwickler sehr feinfühlig und es wurden sogar "Park-Rowdys", die kein Eintritt bezahlen, in das Spielgeschehen implementiert. Alles in allem funktioniert das Spiel super!

 


Innovationen

 

Auf spielerischer Ebene basiert das Spiel aus einem Mix aus bekannten Mechanismen. Es wäre schön gewesen, wenn etwas mehr Kreativität in die Abläufe eingeflossen wäre. Hinsichtlich der Verknüpfung von Thematik und Mechanik wurden witzige Einfälle implementiert, was sehr frisch wirkt. Auch die außergewöhnliche Optik wirkt nicht altbacken, sondern weist einen ansprechenden Charakter vor.

 


Spielspaß

 

"Dinosaur Island" hat den TesterInnen gut gefallen. Es macht das Spaß, diese sehr qualitativen Materialien zu "bespielen" und auch die Optik wirkt "fancy" bzw. ansprechend und hat seinen sehr eigenen Charme. Auf mechanischer Ebene sind keine Mängel zu erkennen, aber ganz überzeugt waren die TesterInnen von den mechanischen Verknüpfungen des Spiels nicht. Hier hätte man sich etwas mehr Kreativität und Individualität gewünscht. Des Weiteren enthält "Dinosaur Island"  Glücksmomente z. B. wenn die "Meeple" / Besucher aus dem Beutel gezogen werden. Es kann SpielerInnen geben, die dies als störend empfinden. In unseren Testpartien kamen diese Glücksmomente jedoch gut an.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Dinosaur Island" liegt bei 69,90 Euro. Die Spielmaterialien sind zahrleich und fulminant. Die Optik hat einen eigenen Charakter und sticht dementsprechend aus der Masse hervor. Das Spiel funktioniert, macht Spaß, hinsichtlich der Mechanik wären noch einige innovative Mechanismen wünschenswert gewesen. Alles in allem liegt mit "Dinosaur Island" ein gelungenes "Kennerspiel vor.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Dinosaur Island", wenn du...

 

- ein Spiel mit einer sehr eigenen Optik suchst

 

- ein Spielen willst, das Mechanik und Thematik sehr gut miteinander verknüpft

 

 

Lass die Finger von "Dinosaur Island", wenn du...

 

- außergewöhnliche Spielmechanismen suchst