26.11.19

Review: "Die Inseln im Nebel" von Volker Schächtele

Fakten

 

Autor: Volker Schächtele

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: 45-60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 31,99 Euro

Verlag: Schmidt Spiele

Spielbeschreibung

 

Noch liegen die Inseln im dichten Nebel. Je weiter du mit deinem Ballon über die Insel fährst, desto mehr lichtet sich der Nebel und du erkundest die atemberaubende Landschaft. Nutze geschickt den Wind vor Ort und spare Energie! So gelingt dir überlegtes Bremsen oder Beschleunigen. Steuere zum passenden Zeitpunkt gegen den Wind, um dein Ziel zu erreichen. Dort wo der Ballon sich befindet, entdecken die Spieler die benachbarte Landschaft, indem sie Plättchen auf die angrenzenden Felder platzieren. So wachsen Landschaften, werden Städte gebaut und Monumente errichtet. Es kann sinnvoll sein, Startspieler zu werden, da man so mehr Landschafts-Plättchen bekommen kann, oder lieber letzter der Runde um die Windrichtung bestimmen zu können. Hat ein Spieler alle Landschaften mit der Ballonwerft verbunden, kommt es zum spannenden Spielende.

(Quelle: Schmidt Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Volker Schächtele bringt nun sein zweites Spiel heraus. Bereits im Jahre 2015 wurde das Spiel "Queen's Architect" beim Verlag "Queen Games" veröffentlicht. Bemerkenswert ist beim Spiel "Inseln im Nebel", dass der Illustrator Michael Menzel ("Die Legenden von Andor") für die Optik verantwortlich ist.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind sehr qualitativ und lobenswert. Das vorliegende "Kennerspiel" enthält individuelle Holzwürfel und Spielsteine (Heißluftballon, Anzeiger), die positiv auffallen. Auch die Plättchen, die man auf seinem Spielertableau platziert, sind ausreichend groß und fühlen sich wertig an. Ebenso der Beutel, aus welchem die Plättchen gezogen werden, ist wertig und von den Maßen her ideal, um unproblematisch Plättchen rauszuziehen.

Als Kritik ist anzuführen, dass das Regelwerk nicht präzise genug verfasst wurde und man auch eine Spielerübersicht für jeden Spieler vermisst.

 


Illustrationen

 

Die optische Aufmachung von Michael Menzel konnte überzeugen. Die Landschaften wurden ansprechend zu Papier gebracht und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Der Illustrator hat auf einem sehr guten Level gearbeitet und eine farbintensive Insel erschaffen, wenn man diese vollpuzzelt. Dennoch fehlten im Gesamtbild das ein oder andere Detail wie z.B. Dörfer (oder ähnliches), sodass die Insel mit Leben gefüllt wird. Denn ohne liebevolle Details und Varianz wirkt die Optik dann doch etwas starr.

 


Spielmechanik

 

"Die Inseln im Nebel" wurde gut konzipiert und ist eher als "Kennerspiel" als ein "Familienspiel" anzusehen. Man wird im Spielverlauf vor diverse Zwänge gestellt, die jedoch genug zu kontrollieren und zu beherrschen sind, sodass man den Würfeln nicht vollständig ausgeliefert wird. Der letzte Spieler in einer Runde hat einen bedeutsamen Nachteil, wenn es um das Wegschnappen von guten und vielen Plättchen geht, er ist aber auch derjenige, der über die Würfel entscheiden darf, was diesen Nachteil ausgleicht und eine tolle Lösung ist. Das vorliegende Spiel verläuft flüssig und in mechanischer Sicht gibt es kaum einen Kritikpunkt anzuführen. Eine super Leistung des Entwicklers!

 


Innovationen

 

"Die Inseln im Nebel" basiert auf Prinzipien aus bereits bekannten Legespielen, da es u. a. sinnvoll ist, größtmögliche identische Flächen zu belegen (identische Plättchen). Dennoch muss man sagen, dass die Abläufe rund um den Heißluftballon äußerst frisch sind und ein hohe Innovationskraft mit sich bringen. Die mechanische Frische wird auch mit der Thematik super verwoben (Windrichtung/Heißluftballon), sodass eine gute Mischung entstanden ist. Alles in allem bringt "Die Inseln im Nebel" eine frische Brise mit.

 


Spielspaß

 

"Die Inseln im Nebel" hat in den Testpartien viel Spaß bereitet. Man muss sich natürlich in jeder Runde nach den Würfeln richten, die jedoch manipulierbar sind, sofern man selbst würfelt. Auch die Bewegung, die man dann mit dem Heißluftballon durchführen muss, ist mit der Abgabe von "Energie" manipulierbar. Somit bleiben den Spielern noch genügend Handlungsspielräume, die keineswegs zu bestimmend und einschränkend sind.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Die Inseln im Nebel" liegt bei 31,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität und auch die Optik kann überzeugen. Auf mechanischer Ebene bietet dieses "Kennerspiel" herausfordernde Mechanismen, etwas Glücksanteile, jedoch genügend Handlungsspielraum und Autonomie.  Zudem enthält "Die Inseln im Nebel" auch gelungene EInfälle rund um die Bewegungen des Heißluftballons auf dem eigenen Spielplan. Zusammengefasst bekommt man eine gute Leistung für sein Geld geboten.

 


Gesamtwertung

 

Kauf die "Die Inseln im Nebel", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das Legemechanismen mit einem coolen Bewegungsmechanismus verknüpft

 

- ein Spiel spielen willst, bei welchem du erst einmal denkst, dass es ein "Familienspiel" ist, es sich jedoch am Ende als "Kennerspiel" entpuppt

 

 

Lass die Finger von "Die Inseln im Nebel", wenn du...

 

- es generell nicht magst,  Spiele zu spielen, bei denen du Plättchen am Besten  identisch nebeneinander platzierst - dies ist ein Hauptbestandteil des vorliegenden Spiels