09.07.19

Review: "Die Burgen von Burgund" von Stefan Feld

Fakten

 

Autor: Stefan Feld

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2011

Preis: UVP 36,99 Euro

Verlag: Ravensburger

Spielbeschreibung

 

Das Tal der Loire im 15. Jahrhundert. Als einflussreiche Fürsten setzen die Spieler alles daran, ihre Ländereien durch überlegten Handel und Wandel aufblühen zu lassen. Zwei Würfel geben ihnen die Möglichkeiten vor, doch die Entscheidungen treffen letztlich nur die Spieler. Ob Warenhandel oder Viehwirtschaft, ob Städtebau oder Wissensfortschritt, viele verschiedene Wege führen zu Wohlstand und Ansehen für das eigene Fürstentum! Ein spannendes Strategiespiel für alle, die neue Herausforderungen und lang anhaltenden Spielspaß suchen!

 (Quelle: Ravensburger)



Hintergrundinformationen

 

Mit dem Spiel "Die Burgen von Burgund" konnte der Entwickler Stefan Feld im Jahr 2011 einen großen Hit landen. Das Spiel konnte sich auch international behaupten und wurde in vielen Ländern mit Nominierungen überhäuft. Im aktuellen Spielejahr 2019 werfen wir die Frage auf, ob dieser Klassiker auch wirklich zeitlos ist und schauen uns das Spiel ganz genau an.

 


Spielmaterialien

 

Das Spiel beinhaltet viele Plättchen, die allesamt sehr wertig wirken. Auch die Größe dieser Materialien ist gut gelungen, da diese weder zu groß noch zu klein geraten sind. Des Weiteren enthält das Spiel qualitative Würfel und Holzmarker, die einen positiven Eindruck hinterlassen. Auch das Regelwerk ist gut gelungen, da die Regeln in einer extra Spalte noch einnmal jeweils zusammengefasst wurden, sodass man sehr gut nach einer Spielpause wieder in den Ablauf reinfindet. Ebenso  bietet das Inlay Möglichkeiten der Systematisierung der vielen Plättchen und Marker. Einzig und allein der Umstand, dass die Spielertableaus sehr dünn und biegsam sind, passt nicht so ganz in das restliche Material. Nichtsdestotrotz ist im Großen und Ganzen von einer wertigen Produktion zu sprechen.

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen sind gelungen, man merkt aber doch schon, dass das Spiel älteren Jahrgangs ist. Wesentlich bei der optischen Darstellung ist, dass hier auf Minimalismus gesetzt wurde, was auch wirklich notwendig ist, da sehr viele Plättchen auf dem eigenen Spielertableau platziert werden. Aus diesem Grund trägt dieser Minimalismus zur Übersichtlichkeit bei. Die Illustrationen wirken rund, bei den hellbraunen Gebäudeplättchen hätte man sich bzgl. einiger Gebäude jedoch mehr prägnante Unterschiede gewünscht, da gerade Anfänger meist die braunen Gebäude verwechseln.

 


Spielmechanik

 

Dieses Spiel ist ein "Euro-Game-Highlight"! Stefan Feld hat mit diesem Spiel eine unfassbar gute Entwicklerarbeit geleistet. Die Abläufe wirken geschmeidig, das Spiel enthält wenig Glückselemente und es sind unterschiedliche gleichwertige Strategien zu verfolgen. Zudem existieren viele gelbe Plättchen, mit denen individuelle Sonderfähigkeiten ausgelöst werden können. Das Schöne an diesem Spiel ist, dass "Die Burgen von Burgund" sehr rund wirkt und die verschiedenen Plättchenarten allesamt einen gleichwertigen Reiz ausstrahlen. Zudem ist das vorliegende Spiel im oberen "Kennerspielbereich" einzuordnen, manch einer würde sogar sagen, dass es im unteren "Expertenbereich" liegt. Alles in allem ist dieses Spiel hinsichtlich der Mechanik definitiv zeitlos!

 



Innovationen

 

"Die Burgen von Burgund" strahlt auch noch heute im Jahr 2019 eine Frische aus, die wenige Spiele nach einer so langen Zeit noch ausstrahlen. Der Auswahlmechanismus der Plättchen, die Platzierung dieser, gepaart mit einem tollen Würfelmechanismus sind derart prägnant und individuell, dass diese Abläufe Spielen des aktuellen Jahrgangs in nichts nachstehen.

 


Spielspaß

 

Auch im Kontext des Spielspaß ist das vorliegende Spiel zeitlos, da es immer noch nach so vielen Jahren frisch wirkt. Gerade der Fakt, dass variable Spielertableaus existieren, die man bepuzzeln muss, sorgt für langanhaltenden Spielspaß. Auch der Umstand, dass viele unterschiedliche Gebäudeplättchen im Spiel vorhanden sind, die individuelle Effekte und Boni mitbringen, führt zu einem hohen Wiederspielreiz. Hinzu ist noch zu erwähnen, dass die Spieldauer perfekt skaliert wurde und das Spiel zwar Tiefgang besitzt, im Großen und Ganzen jedoch zeitlich sehr knackig ist.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Die Burgen von Burgund" liegt bei 36,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, lediglich die Tableaus lassen etwas zu wünschen übrig. Die optische Darbietung wirkt rund, man merkt ehrlicherweise dennoch, dass diese etwas in die Jahre gekommen ist. Hinsichtlich der Spielmechanik wurde eine hervorragende Entwicklerarbeit geleistet, wobei durch prägnante sowie kreative Ideen auch über die Jahre hinweg eine gewisse Frische beibehalten wurde. "Die Burgen von Burgund" ist ein "Euro-Game" und wer hier ein starkes Thema erwartet, der wird sicherlich enttäuscht werden. Wer jedoch ein perfekt verzahntes Spiel erwartet, der wird voll auf seine Kosten kommen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Die Burgen von Burgund", wenn du…

 

- Die "Creme de la Creme" der "Euro-Games" suchst

 

- Ein perfekt austariertes Spiel spielen möchtest

 

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du…

 

- Ein Spiel erwartest, bei welchem das Thema sehr stark im Vordergrund ist

 

- Puzzelelemente in Spielen abscheulich findest