13.01.21

Review: "The Castles of Tuscany" von Stefan Feld

Fakten

 

Autor: Stefan Feld

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: ca. 45-60 Minuten

Alter: ab 10

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 46,99 Euro

Verlag: Ravensburger

Spielbeschreibung

 

Die 2-4 Spieler bauen ihren eigenen Machtbereich sinnvoll aus. Dafür errichten sie Castelli und legen ertragreiche Felder an. Wer in drei Wertungen die meisten Siegpunkte erreicht, gewinnt diese kurzweilige Herausforderung.

(Quelle: Ravensburger)

 



Hintergrundinformationen

 

"Die Burgen von Burgund" gehört zu den bekanntesten Spielen der Brettspielszene und hat sich zu einem Klassiker avanciert. Nun hat der Entwickler Stefan Feld eine Auskopplung des Spiels herausgebracht, die etwas leichter und zugänglicher sein soll. Wenn ihr euch für den Entwickler Stefan Feld interessiert, könnt ihr euch gerne das folgende Interview durchlesen (klicke: hier).

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer tollen Qualität! Das Punkte- sowie die Spielertableaus basieren auf festen Materialien, was auch die für die zahlreichen Plättchen gilt. Die Regeln sind zugänglich und wurden gut strukturiert - ein Wiedereinstieg in die Regeln ist dementsprechend sehr leicht. Hinzu ist es super, dass noch diverse Holzmarker mitgeliefert werden und nicht erneut Pappmarker benutzt wurden. Eine tolle Produktion im Kontext der Materialien!

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen sind gelungen und man merkt, dass die Optik an den großen Vorgänger "Die Burgen von Burgund" anlehnt, womit das "Cooperate Design" bewahrt wurde. Die Gebäudplättchen sind gut zu unterscheiden und auch die Symbole sind hervoragend zu erkennen. Ebenso kann benannt werden, dass die Handkarten optisch ansprechend angefertigt wurden. Allgemein ist hinzuzufügen, dass bei der Optik auf kräftige Farben gesetzt wurde, wodurch SpielerInnen auf Anhieb angesprochen werden.

 


Spielmechanik

 

"Castles of Tuscany" ist als "Die Burgen von Burgund-Light" zu betrachten. Die Abläufe sind einfach wie auch zugänglich und die Spieldauer ist auch recht knackig (45 Min.- 60 Min.). Die Aktionen sind gut strukturiert und SpielerInnen, die bereits "Die Burgen von Burgund" gespielt haben, werden viele Parallelen beim vorliegenden Spiel erkennen.

Viele Synergieeffekte greifen sehr gut ineinander und der Spielablauf ist extrem "smooth" und geschmeidig. Dennoch sind hinsichtlich des Balancings einige wichtige Fragen aufgetaucht:

1) Sind die grünen Weideplättchen zu schwach? Hätte man die Punkteberechnung eher wie "Die Burgen von Burgund" konstruieren sollen?

2) Ist das Effektplättchen "Karte ziehen" zu stark? Denn man kann dann immer mehr Karten als die anderen SpielerInnen ziehen.

3) Ist das Spiel bereits schon in Runde zwei entschieden? Duch die Punktegeneratoren (zwei Leisten) wird es doch recht schwierig, dass ein führender Spieler bzw. eine führende Spielerin noch in Runde drei eingeholt wird.

 

Das Spiel wurde im Rahmen der Abläufe gut strukturiert, hat aber immer wieder diese drei Fragen aufgeworfen, was auf ein mechanisches Defizit hindeuten könnte.

 


Innovationen

 

"The Castles of Tuscany" lehnt stark an die "Burgen von Burgund" an, kommt jedoch mit einer frischen Leichtigkeit daher, sodass es noch genügend eigenen Charakter besitzt. Das Rad wird sicherlich auf mechanischer Ebene nicht neu erfunden, dennoch wirkt das vorliegende Spiel nicht altbacken oder eingestaubt. Es strahlt ein modernes Brettspiel aus und fühlt sich auch zeitgemäß an.

 


Spielspaß

 

"The Castles of Tuscany" kam in den Testpartien gut an! Es ist zügig zu spielen und stellt die SpielerInnen vor interessante Entscheidungen. Es ist sozusagen ein "Burgen von Burgund" für Zwischendurch. Die Handschrift von Stefan Feld ist klar zu erkennen, da die Mechnismen miteinander fein verzahnt sind. Denoch kamen in den zahlreichen Partien Fragen zur Mechanik auf (s.o.), die den Spaß etwas gemildert haben. Dessenungeachtet macht das Spiel definitiv Spaß!

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "The Castles of Tuscany" liegt bei 46,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität und auch die Optik kann überzeugen. Im Rahmen der Spielmechanik ist man zwiegespalten, denn einerseits Spielt sich das Spiel sehr flüssig und elegant, wirft jedoch immer die drei wiederkehrenden Fragen auf (siehe: Kategorie: Mechanik). Auch wenn mit "The Castles of Tuscany" das Rad nicht neu erfunden wird, wirkt es dennoch frisch und hat einen eigenen Spielflow.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir das Spiel, wenn du...

 

- ein Fan von "Die Burgen von Burgund" bist

 

- ein "Burgen von Burgund" für Zwischendurch suchst

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- ein mechanisch perfektes Spiel erwartest. Das Spiel hat auf mechanischer Ebene einige Fragen aufgeworfen