21.02.2020

Review: "Black Angel" von Sebastian Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban

Fakten

 

Autor: Sebastian Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Kennerspiel

Spieldauer: 60-120 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 67,99 Euro

Verlag: Asmodee

Spielbeschreibung

 

Die Menschheit hat durch ihr verantwortungsloses Handeln die natürlichen Ressourcen der Erde restlos erschöpft und sie nahezu unbewohnbar gemacht. In einem Anflug von Klarheit haben die großen Nationen im Angesicht des erdrückenden, unwiderruflichen Verfalls der Erde ihre Differenzen beigelegt. Sie haben ihr Wissen vereint, um das größte Raumschiff aller Zeiten zu bauen – die BLACK ANGEL.

 

Die Black Angel, das erste intergalaktische Kolonieschiff in der Geschichte der Menschheit, soll menschliches Erbgut jenseits aller bekannten Welten transportieren – eine Reise, die vermutlich mehrere tausend Jahre dauern wird. Ihre Crew soll ausschließlich aus Robotern bestehen. Da keine Nation den anderen die Erschaffung einer künstlichen Intelligenz (KI) anvertrauen will, welche die Kontrolle über die ganze Crew hätte, wurde ein Kompromiss vereinbart: Die Black Angel wird von mehreren KIs geleitet, deren Entscheidungen in Systemprotokollen (SP) bewertet werden. Wenn am Ende dieser langen und gefährlichen Reise ein neuer bewohnbarer Planet erreicht wurde, erhält die KI mit den meisten SP die vollständige Kontrolle über das Schiff, die Wiedererweckung der Menschheit und den Neubeginn ebendieser …

(Quelle: Asmodee)



Hintergrundinformationen

 

Einer der Entwickler ist Sebastian Dujardin, der bereits erfolgreiche Spiele, wie z.B. "Deus" (Rezension: hier) und "Bruxelles 1893" (Rezension: hier) entwickelt hat. Da die Spiele gut in den Testrunden angekommen sind, waren wir gespannt, als wir gehört haben, dass ein neues Spiel von ihm veröffentlicht wird.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer enorm guten Qualität! Die Spielertableaus basieren auf festem Material, was positiv aufgefallen ist. Auch enthält "Black Angel" sehr viel individualisierte Spielfiguren, was dem ganzen Spiel eine einzigartige Note verleiht. Es ist sicherlich nicht falsch, wenn man behauptet, dass es sich hier um sehr luxuriöse Materialien handelt. Einzig und allein die Regeln sind nicht gut verfasst worden und kaum eingängig. Kleine Info am Rande: Für das Spiel ist definitiv viel Platz zum Spielen nötig!

 


Illustrationen

 

Die Optik von "Black Angel" kam in den Testrunden gut an. Durch die prägnante pinke bzw. lila Farbgebung versprüht dieses Spiel eine ganz eigene Note, die sehr frisch wirkt. Es ist schwer, Spiele, die im Weltraum spielen, zu illustrieren, da schnell das Gefühl von Monotonie aufkommen kann. Dieser Monotonie wurde super entgegengewirkt, da sehr prägnante Farben eingesetzt wurden. Super!

 


Spielmechanik

 

Anfänglich ist zu sagen, dass das Spiel in seinen Abläufen funktioniert, jedoch einige Partien nötig sind, um die Mechanik zu durchdringen und es ist relativ anstregend, sich das Spiel zu erarbeiten. Zudem skaliert das Spiel sehr gut und das Spiel ist definitiv in jeglicher Spieleranzahl zu spielen. Auch wurde das Spiel bzw. die enthaltenen Abläufe lobenswert miteinander verzahnt, sodass Synergieeffekte ausgelöst werden. Als Kritikpunkt ist anzuführen, dass man den MitspielerInnen einfach mal so Würfel wegkaufen kann, was überhaupt nicht gut angekommen ist und irgendwie nicht zu dem Spiel passt. Hinzu basiert das Spiel auf einem Würfelmechanismus, der definitiv zu viel Glück beinhaltet und auch nicht ganz in dieses Strategiespiel passt. Denn durch das Ziehen von Karten oder durch das Wegkaufen der Würfel sind einfach zu viele "wackelige" Faktoren enthalten.

 



Innovationen

 

Die Optik von "Black Angel" wirkt rund und außergewöhnlich. Leider ist dies auf spielerischer Ebene nicht zu behaupten, da es keine besonderen spielerischen Abläufe enthält, die einen eigenen Charme ausmachen.

 


Spielspaß

 

Das Größte Manko an dem Spiel ist, dass es keinen Spannungsbogen beinhaltet und das Spiel unaufgeregt vor sich hin plätschert. Hinzu sind etliche Glücksfaktoren enthalten, die die eigenen Pläne negativ beeinflussen. "Black Angel" suggeriert im Endeffekt, ein sehr strategisches Spiel zu sein, was es aber leider nicht ist. Die Entwickler haben zwar reichlich Interaktion eingebaut, aber das Wegkaufen von Würfeln ist sehr destruktiv, was einen faden Beigeschmack hinterlassen hat.

Es macht dementgegen Spaß, die außergewöhnlichen Materialien zu betrachten und die gelungene Optik tut sein Übriges.

Alles in allem ist "Black Angel"  jedoch leider nur ein durchschnittliches Spiel und die hohen Erwartungen konnten kaum erfüllt werden.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Black Angel", wenn du...

 

- ein Spiel mit außergewöhnlichem Material und sehr individueller Optik suchst

 

- grundsätzlich Würfelspielen nicht abgeneigt bist

 

 

Lass die Finger von "Black Angel", wenn du...

 

- es nicht magst, wenn dir SpielerInnen sehr stark in die Quere kommen

 

- ein Spiel mit einem Spannungsbogen suchst