10.12.17

Review: "Torres" von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer

Fakten

 

Autor: Michael Kiesling/Wolfgang Kramer

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017 (Neuauflage)

Preis: UVP 29,99 Euro

Verlag: Huch!

Spielbeschreibung

 

Der König sucht einen Nachfolger und prüft seine Söhne. Nur wer die höchsten und größten Burgen baut, kann sein Nachfolger werden. Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Königssöhne und schicken ihre sechs besten Ritter aus, um den Bauwettstreit zu gewinnen. Je nachdem, welche Burgen der König gerade inspiziert, winken Zusatzpunkte – aber zu welcher Baustelle begibt sich der König als Nächstes?

(Quelle: Huch! & friends)



Hintergrundinformationen

 

Die Autoren Wolgang Kramer und Michael Kiesling haben mit "Torres" im Jahr 2000 den Preis "Spiel des Jahres" erhalten. Mit neuer Grafik, neu gestaltetem König und Ritterfiguren bringt HUCH! eine Neuauflage des Klassikers auf den Markt. Ob das Spiel noch dem heutigen Zeitgeist entspricht, wird sich im nachfolgendem Bericht zeigen. Den Trailer zum Spiel könnt ihr euch gerne anschauen:

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität. Die Bausteine aus Plastik waren weder verbogen noch gebrochen. Somit war ein problemloses Aufeinandertürmen der Bausteine gegeben. Die Karten sowie die Figuren konnten ebenso an die Wertigkeit der Bausteine anknüpfen. Alles in allem kann man beim vorliegendem Spielinhalt kaum meckern und das die Materialien kein "Cool Mini or Not" Standard aufweisen ist nicht weiterhin schlimm, da sich "Torres" an Familienspieler richtet und in einem völlig anderen Preissegment liegt.

 


Illustrationen

 

Die Illustration des Spielbretts ist nicht berauschend und der Illustrator Michael Menzel hat sicherlich nicht sein gesamtes Können unter Beweis gestellt, wenn man an seine bisher erschienen Titel denkt (z. B. "Die Legenden von Andor" etc.). Das Gesamtbild ist leider relativ fade und ist unter den Erwartungen geblieben. Dies basiert darauf, dass u. a. die Bausteine keinen farblichen Anstrich bekommen haben und auch die Karten keinen wirklich thematischen Zugang erlauben. Dadurch wirkt das optische Gesamtkonzept ziemlich leblos und man kann nur erahnen, welches Potential hätte ausgeschöpft werden können, wenn man die Türme mit entsprechenden Farben ausgestattet und thematische Darbietungen angefertigt hätte. Das Gesamtbild erachteten die Testspieler als solide und mit grundsätzlich viel Potential, das leider verschenkt wurde.

 


Spielmechanik

 

Das Spielablauf verläuft reibungslos. Er ist einfach strukturiert und wurde sehr gut auf die Zielgruppe der Familienspieler abgepasst. Den Spielern stehen Aktionspunkte zur Verfügung, die für unterschiedliche Handlungen ausgegeben werden können. Dabei ergeben alle Aktionen Sinn, da Handlungsmöglichkeiten gut miteinander verwoben wurden. Ebenso konnten die Bauregeln in vielen Testpartien unter Beweis stellen, dass diese gut funktionieren. Die Begebenheiten des Spiels wurden so konzipiert, dass ein hoher Konkurrenzdruck vorherrscht, was dem Spiel gut tut und diesem Antrieb verleiht. Es ist "Torres" sicherlich anzumerken, dass es von erfahrenen Autoren konzipiert wurde. Eine tolle Konzeption!



Innovationen

 

Das Spiel bietet einfallsreiche Ideen und wenn man von dem Umstand ausgeht, dass es vor ca. 17 Jahren erschienen ist, strahlt es auch heute noch eine gewisse Frische aus. Zwar sicherlich nicht so stark wie zum Zeitpunkt der Erscheinung, aber dennoch ausreichend, um mit anderen Spielen aus dem Genre der Familienspiele mitzuhalten und eine Innovationskraft zu erzeugen. Insbesondere entfaltet "Torres" auf haptischer Ebene seinen Reiz und das Aufeinandertürmen der Bausteine in Verbindung mit der Platzierung bzw. Bewegung von Rittern ist definitiv reizvoll. Dadurch hebt es sich von vielen Familienspielen in positiver Weise ab.

 


Spielspaß

 

Das Spiel hat den Testspielern gut gefallen! Es ist sehr konfrontativ und wer einen hohen Konkurrenzdruck in Spielen nicht mag, der sollte sich lieber vom Spiel distanzieren. "Torres" ist schnell zu erlernen und bietet einen leichten Einstieg für Familienspieler. Auch Vielspieler konnten sich des Spielsystems erfreuen, da permanent interessante Entscheidungen gefordert werden, wie z. B. Wo setze ich neue Bausteine hin? Wo platziere ich meine Ritter? Auch das Ausspielen von Karteneffekten ist sehr wirkungsvoll und sollte keineswegs vernachlässigt werden. Durch den hohen Konkurrenzdruck um die bestplatzierten Ritter in den größten Burgen entsteht eine dauerhafte Anspannung und damit einhergehend durchweg spannende Momente. Das Blatt kann sich jedoch durch die Mitspieler jederzeit ändern, indem Burgen vergrößert werden, auf denen man selbst nicht vertreten ist. Demnach spielt ein nicht zu unterschätzender Glücksfaktor eine gewichtige Rolle, der das Spielgeschehen in manchen Situationen unbeherrschbar macht, da die Aktivitäten der Mitspieler einen gehörigen Einfluss auf den gesamten Spielfluss ausüben. "Torres" bietet einen leichten Einstieg, aber knifflige Entscheidungen, was für ein gutes Familienspiel spricht.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Torres" liegt bei 29,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und konnten den Ansprüchen genügen. Das Gesamtbild wirkte jedoch etwas fade sowie farblos und konnte nicht gänzlich sein Potential ausschöpfen. Auch heute im Jahr 2017 wirkt das Spiel nicht altbacken und konnte frische Akzente setzen. Die Mechanismen wirken ausgereift und es ist festzustellen, dass ein erheblicher Glücksanteil besteht, was jedoch im Rahmen dieses Familienspiels nicht gravierend ist. Alles in allem konnte das Spiel die Testspieler auch heute noch überzeugen!

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Torres", wenn du...

 

- ein Familienspiel suchst, das einen leichten Zugang bietet

 

- ein Fan von Bausteinen bist, die du aufeinander türmst

 

 

Lasse die Finger von "Torres", wenn du...

 

- ein sehr thematisches Spiel suchst

 

- keine Spiele magst, die sehr konfrontativ sind