12.06.16

Fakten

 

Autor: Florian Racky

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel/Kinderspiel

Spieldauer: 10-20 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2012

Preis: UVP 9,90 Euro

Verlag: Racky Spiele

 

Spielbeschreibung

 

Herrrreinspaziert, herrrrreinspaziert! Der Circus Grandioso präsentiert Ihnen heute die unglaubliche „Pyramide der akrobatischen Tiere“. Während des Spielens bilden die Spieler diese Pyramide. Derjenige Spieler, der die jeweils am höchsten gelegene Karte in die Pyramide legt, erhält den Spielstein „Zirkusdompteur“. Aber immer nur solange, bis ein anderer Spieler eine Karte auf eine höhere Stufe in die Pyramide legen kann. Welcher Spieler bei Spielende letztendlich im Besitz des Zirkusdompteurs ist, wird zum Gewinner des Spiels.

(Quelle: Racky Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Im Jahr 2015 hat Florian Racky mit dem Brettspiel "Haus der Sonne" über den Verlag "Feuerland Spiel" ein sehr gelungenes Brettspiel auf den Markt gebracht. Vor "Haus der Sonne" veröffentlichte er bereits mehrere Spiele über seinen eigenen Verlag (Racky Spiele). Eines dieser Spiele, und zwar "Circus Grandioso", wird nun genauer unter die Lupe genommen. Kann es so gut überzeugen wie "Haus der Sonne" (Rezension: hier)? Wir werden sehen...

 


Spielmaterialien

 

"Circus Grandioso" besteht aus Karten und einer Holzfigur. Die Qualität der Karten ist O.K, jedoch nicht überragend. Die Holzfigur ist leider von schlechter Qualität und scheint überhaupt nicht gut verarbeitet worden zu sein. Störend ist zudem, dass sich die Abbildung der Pyramide, an die man sich während des Spiels orientiert, auf der Rückseite des Regelwerkes abgebildet ist. Dies stört den Spielfluss und ist nicht gut gelungen.

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen dieses Brettspiels haben uns nicht gut gefallen, da die Karten sehr fade und trist wirken! Grundsätzlich assoziiert man mit einem Zirkus kräftige Farben, die miteinander gemischt werden und so ein kunterbuntes Gesamtbild ergeben. Dies ist in "Circus Grandioso" nicht der Fall, denn die Hintergründe der Karten wirken trist, kaum atmosphärisch und lassen keine wirkliche "Zirkus-Stimmung" aufkommen. Ferner wäre es schön anzusehen gewesen, wenn die Tiere und Clowns sich etwas in ihrer bildlichen Darstellung unterscheiden, um so mehr Individualität ins Spiel zu bringen und kleine Details zum Vorschein kommen zu lassen.

 


Spielmechanik

 

Die Abläufe von "Circus Grandioso" funktionieren und ergeben einen Sinn! Die zwei Aktionsmöglichkeiten lassen sich gut miteinander kombinieren und fungieren ergänzend. Selbstverständlich ist in diesem Spiel ein großer Glücksfaktor vorhanden, der dadurch etwas begrenzt wird, indem man Karten zur Seite legt und zum späteren Zeitpunkt auf diese zugreifen kann. Zudem ist es auch nicht verwerflich, dass es im vorliegenden Spiel überhaupt einen Glücksfaktor gibt, da es sich hier um ein Familienspiel handelt, das taktischen Ansprüchen genügen sollte. Dennoch ist es schade, dass kein Mechanismus vorliegt, der aktiviert wird, wenn jeder Spieler nacheinander monoton über einen längeren Zeitraum Karten nachzieht, um ein bestimmtes Tier zu erlangen, um so die Pyramide aufzubauen. In diesen Momenten stockt der Spielfluss arg und es werden über eine gewisse Dauer Karten nachgezogen, was letztlich den Spielspaß mindert. 


In diesem Punkt wäre ein Mechanismus angebracht, der dieses dauerhafte wie auch öde Nachziehen verhindert. Denn in dieser Phase sind den Spielern die Hände gebunden und man kann kaum was sinnvolles mit seiner Spielzeit anstellen, außer Karten nachzuziehen. Ansonsten funktionieren die Mechanismen gut!


Innovationen

 

Die Innovationen von "Circus Grandioso" halten sich definitiv in Grenzen! Es gilt, Karten bzw. Symbole (Abbildungen) in Form einer Pyramide anzulegen, was jetzt nicht unbedingt ein innovativer Meilenstein ist, aber einen soliden Ansatz darstellt. Das vorliegende Brettspiel basiert auf einem Grundmechanismus, der nett daherkommt, aber nicht dazu veranlasst, zu behaupten, dass ein sehr innovatives Spielgeschehen vorherrscht. Der Ansatz mit dem Auslegen in Form einer Pyramide ist ein guter Baustein, der leider nicht vollends ausgeführt wurde. Denn gerade in Kombination mit zusätzlichen Ideen hätten hier neuartige Mechanismen entstehen können. Eine wirklich individuelle wie auch frische Spielatmosphäre wird durch die Abläufe demnach nicht erzeugt, was mit Sicherheit auch an der Spielatmosphäre und an der thematischen Umsetzung bzw. Gestaltung liegt.

 


Spielspaß

 

Auch wenn man "Circus Grandioso" als "Lückenfüller" betrachtet, ist der Funke einfach nicht rübergesprungen, was u.a. daran liegt, dass wir das Spiel in einigen Bereichen zu schwach fanden (Illustrationen, Innovationen). Es kommt kaum thematisches Flair auf, die Spielabläufe sind monoton und wir konnten uns nur schwerlich zu erneuten Testpartien aufraffen. Es ist glasklar ein Familenspiel und soll dementsprechend auch mit geringer Einstiegshürde überzeugen, was es auch tut. Nichtsdestotrotz fehlt dem Spiel "das gewisse Etwas", das andere Spiele in diesem Format aufweisen und deshalb "Circus Grandioso" vorgezogen werden. Aufgrund der fehlenden Variabilität im Spielgeschehen durch starre Abläufe und sich nicht verändernden Spielgeschehnissen, ist der Wiederspielreiz auch kaum gegeben.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Circus Grandioso" liegt bei 9,90 Euro. Die Materialien sind O.K., die Illustrationen haben uns nicht überzeugt und die innovativen Elemente vermisste man bei diesem Familienspiel ebenso. Die Mechanismen funktionieren überwiegend, jedoch konnte das Spiel nicht für einen langanhaltenden Spielspaß sorgen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Circus Grandioso", wenn du...

 

- ein Familienspiel mit einer geringen Einstiegshürde suchst

 

- ein Spiel haben willst, das du auch mit Kindern spielen kannst

 

- grundsätzlich ein Fan des Themas Zirkus bist.

 

Gehe lieber in den Zirkus und kaufe dir das Spiel nicht, wenn du...

 

- ein thematisches Spiel suchst, in welchem das "Zirkus-Feeling" richtig gut aufkommt

 

- ein innovatives Spiel suchst

 

- ein Spiel suchst, das Emotionen weckt.