14.04.2020

Review: "Zen Garden" von Mike Georgiou

Fakten

 

Autor:  Mike Georgiou

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 35 Minuten

Alter: ab 8

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 44,99 Euro

Verlag: Queen Games

Spielbeschreibung

 

Runde um Runde bauen die Spieler aus 90 individuellen Gartenplättchen einen Zen Garden für den Kaiser. Mit drei Wegen und sechs verschiedenen Untergründen wie zum Beispiel Stein, Sand oder Wasser wird die Gestaltung besonders abwechslungsreich. Gartendekore wie Bänke, Statuen und Kraniche dürfen natürlich auch nicht fehlen. Doch nur, wer beim Bau des Zen Garden genau auf die Vorlieben des Kaisers achtet, kann dessen größte Anerkennung erlangen.

 

Für Abwechslung ist gesorgt, da die Spieler die Art und Anzahl der Vorlieben des Kaisers in jeder Partie neu festlegen.

 

– Einfaches Spielprinzip – hoher Wiederspielanreiz

– Mit 5 Schwierigkeitsstufen

(Queen Games)



Hintergrundinformationen

 

Bei einer der Frühlingsneuheiten 2020 von "Queen Games" handelt es sich um das Spiel "Zen Garden". Das Spiel wurde von Mike Georgiou entwickelt, einem griechischen Entwicker, der bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel veröffentlicht hat. Mal schauen, wie sein "Erstlingswerk" ankommt...

 


Spielmaterialien

 

"Zen Garden" besteht aus zahlreichen Plättchen, die allesamt einen sehr wertigen Eindruck hinterlassen. Auch ist positiv aufgefallen, dass Figuren, die nicht unbedingt aus Holz bestehen müssten (Pappe würde auch den Zweck erfüllen), auf einem qualitativen Holzmaterial basieren. Das Regelwerk ist eingängig und wurde gut strukturiert. Zudem sind die Tableaus und die Ablagefelder aus festem Material und es gibt diesbezüglich dieser nichts zu bemängeln. Die Endwertung, bei der am Spielende die Siegpunkte abgetragen werden, befindet sich auf der Rückseite des Tableaus, auf dem während des Spiels die Plättchen für die SpielerInnen ausgelegt werden. Dies ist eine super Idee und kann öfters in Zukunft so gehandhabt werden. Es ist zu resümieren, dass es sich bei "Zen Garden" hinsichtlich des Materials um ein qualitatives Produkt handelt.

 


Illustrationen

 

Dennis Lohausen hat "Zen Garden" illustriert, was im gut gelungen ist. Er hat einen sehr minimalitischen sowie harmonischen Stil angewendet, der zur Thematik passt. Hinzu hat er auf Details verzichtet, was dem Spielgeschehen gut tut, da man viele Symbole, Farben und Formen beachten muss. Man kann dementsprechend die Symbolik der einzelnen Plättchen sehr gut erkennen, was für die Punktewertungen essentiell ist.

 


Spielmechanik

 

"Zen Garden" ist eindeutig in die Sparte der Familienspiele einzuordnen. Es lässt sich gut mit zwei, drei oder vier SpielerInnen spielen. Zudem wurde die Spieldauer durch den Entwickler optimal angepasst, da sich dieses einfache Legespiel in einer recht kurzen Zeit durchspielen lässt. Hinzu kann der Schwierigkeitsgrad skaliert werden, indem mehr Wertungen ins Spiel kommen, was ebenso gut in den Ablauf passt. Das Besondere am Legen der Plättchen ist, dass man die gelegte Einheit (bestehend aus mehreren Plättchen) auf dem eigenen Tableau noch verschieben kann. "Gelegt" heißt somit nicht endgültig gelegt und es stehen den SpielerInnen noch nachträglich Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Negativ aufgefallen ist hier, dass einem eine hohe Eingriffsmöglichkeit suggeriert wird. Denn durch die Anordnung bzw. durch die illustrierten Formen (Kreise, Rechteckige) der Plättchen steht einem eher eine begrenzte Handlungsmöglichkeit des Verschiebens zur Verfügung, da man schon nach wenigen Malen des Verschiebens, den Rand des Tableaus erreicht. Hier hätten sich die TesterInnen gewünscht, dass der "Verschiebungs-Mechanismus" der Plättchen einen zentraleren Platz eingenommen hätte. Dennoch funktioniert das Spiel - keine Frage!

 


Innovationen

 

"Zen Garden" ist ein gewöhnliches Legespiel. Man kauft sich Plättchen, legt diese in sein Raster (Spielertableau), wobei am Spielende Farben, Symbole etc. gewertet werden. Das frische Gefühl, das ansatzweise aufkommt, ist der Umstand, dass man gelegte Plättchen allesamt als Einheit verschieben kann. Dies ist eine super Idee, die aber nicht konsistent verolgt wurde und bereits nach einigen wenigen Verschiebungen nicht mehr umsetzbar ist. Äußerst schade, da der Ausbau dieser Idee zu einem sehr innovativen Spiel geführt hätte.

 


Spielspaß

 

Die TeserInnen fanden das Spiel solide. Positiv ist aufgefallen, dass der Schwierigkeitsgrad indviduell angepasst werden kann und auch das Thema gut gewählt wurde. Im Großen und Ganzen handelt es sich jedoch um ein gewöhnliches Legespiel, das man bereits etliche Male in ähnlicher Form gespielt hat. Der anfängliche frische Wind durch das Verschieben der Plättchen wurde leider nicht konstistent ausgearbeitet, was äußerst schade ist. Das Spiel bietet zwar hier und da Kniffe, aber es gibt etliche Legespiele und "Zen Garden" bietet zu wenig Charakter und zu wenig eigene Handschrift, die prägnant und konsistent wirkt.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Zen Garden" liegt bei 44,99 Euro. Die Spielmaterialien haben eine tolle Qualität und auch die Optik passt zum Thema. Mechanisch gesehen funktioniert das Spiel, das Prinzip des "Verschiebens von Plättchen" wurde aber nicht konsistent durch den Entwickler ausgearbeitet. Was wirklich schade ist, da der innovative Wert dadurch verloren geht. Im Rahmen des Spielspaß ist "Zen Garden" als Durchschnitt zu bezeichnen, da sehr viele Legespiele exisiteren, die ein stärkeres außergewöhnliches Spielgefühl hervorrufen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Zen Garden", wenn du...

 

- ein Legespiel suchst, das im Wertungssystem sehr variabel ist

 

- ein Spiel suchst, das sehr zügig gespielt ist und auch als "Absacker" oder "Aufwärmer" gespielt werden kann

 

 

Lass die Finger von "Zen Garden", wenn du...

 

ein Legespiel spielen willst, das einen sehr individuellen Charakter aufweist