26.01.22

Review: "Welcome to the Moon" von Benoit Turpin und Alexis Allard

Fakten

 

Autor: Benoit Turpin und Alexis Allard

Spieleranzahl: 1-6 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 25 Min.

Alter: ab 10

Erscheinungsjahr: 2021

Preis: UVP 38 Euro

Verlag: Blue Cocker Games

Spielbeschreibung

 

 Welcome to the Moon

 Welcome to the Moon ist der letzte Teil der Welcome to... Trilogie.

Nachdem ihr die amerikanischen Vororte der 50er und die Kasinos in den 60ern gebaut habt, könnt ihr nun den Mond erobern. Welcome to the Moon erzählt, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, eine sich entwickelnde Geschichte. Über 8 verschiedene Abenteuer mit steigender Schwierigkeit wird die Geschichte fortgeschrieben. Man kann jedes Abenteuer für sich spielen oder als fortlaufende Kampagne die Geschichte erkunden. 

 



Hintergrundinformationen

 

Schaut euch gerne folgenden Trailer zum Spiel an, der sehenswert ist:


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von einer guten Qualität. Die unterschiedlichen Spielertableaus lassen sich sehr leicht wieder abwischen und auch die Kartenqualität lässt keine Wünsche übrig. Leider sind die Stifte viel zu dick geraten, sodass die Tableaus nicht einfach zu bemalen sind. Hier wären definitiv dünnere Linien notwendig, damit einem das einzeichnen, einkreisen sowie durchstreichen ohne Mühen gelingt. Auch das Regelwerk (deutsche Übersetzung) lässt einige Regelfragen in manchen Szenarien offen, die leider nicht beantwortet wurden, was etwas ärgerlich ist.

Dennoch wurde das Spiel alles in allem gut produziert.

 


Illustrationen

 

Die Spielertableaus wurden optisch hervorragend angefertigt. Lobenswert ist, dass eine gute Übersichtlichkeit besteht, auch wenn die Spielpläne meist mit Symbolen vollgespickt sind. Die Unübersichtlichkeit wird eher durch die dicken Stifte verursacht, die bereits in der Kategorie "Spielmaterialien" kritisiert wurden.   Der Stil der Illustrationen passt hervorragend zum Thema und strahlt eine gewisse "Niedlichkeit" aus, was den TesterInnen gut gefallen hat. Auch hat es sich die Illustratorin Anne Heidsieck nicht nehmen lassen, viele Details auf die unterschiedlichen Tableaus zu integrieren, wodurch die atmosphärische Stärke des Spiels unterstützt wird. Alles in allem konnte die gesamte Optik überzeugen.

                      


Spielmechanik

 

Eine Einordnung des Spiels ist ziemlich schwierig, da der Schwierigkeitsgrad von Mission zu Mission variiert. Das Spiel pendelt zwischen gehobenem Familienspiel und Kennerspiel. Das Grundprinzip ist relativ einfach, da man sich immer eine Zahl mit einem Symbol (Aktion) aussucht und diese Entscheidung dann auf das eigene Tableau überträgt. Der Mechanismus ist "Flip & Write", was das Gegenstück zum "Roll & Write" ist, wobei in diesem Fall mit Karten und nicht mit Würfeln gespielt wird. Hinzu wurden die Aktionen so gut wie möglich mit der Thematik verwoben. Dieser Umstand wurde auch nochmal durch das Storybuch unterstützt, da eine fortlaufende kleine Geschichte erzählt wird. Im Großen und Ganzen gibt es hinsichtlich der Abläufe keine mechanischen Mängel, denn das Prinzip ist simpel und funktioniert. 


Hinzu gibt es keine äußerst prägnanten Glückselemente, da für alle SpielerInnen die gleiche Kartenauslage zum selbigen Zeitpunkt ausliegt. Es kann natürlich sein, dass gegen Ende einer Partie das Kartenglück eine Rolle spielt (je nachdem, welche Entscheidungen man im Laufe des Spiels getätigt hat). Nichtsdestotrotz wurde das Spiel sehr gut konzipiert und auch thematisch ordentlich "unterfüttert".

 


Innovationen

 

"Welcome to the moon" ist der letzte Teil einer Trilogie. Die ersten beiden Teile haben die TesterInnen nicht gespielt, wodurch dieser letzte Teil isoliert betrachtet wird. Das Spielprinzip wirkt sehr erfrischend und gerade die thematische Einbettung und die damit verbundenen Variationen lassen das Spiel frisch wirken.  Zwar ist das Grundprinzip simpel, dennoch hat das Spiel einen sehr individuellen Charakter, der die TesterInnen in den Bann gezogen hat.

 


Spielspaß

 

"Welcome to the moon" hat unterschiedliche Szenarien und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass den TesterInnen einige Missionen mehr als andere gefallen haben. Im Großen und Ganzen ist aber zu resümieren, dass das vorliegende Spiel allen Personen zugesagt hat. Wer nicht darauf steht, mit Zahlen zu hantieren bzw. Zahlenreihen zu erstellen, der sollte sich nach einem anderen Spiel umschauen. Auch die kleine Storyline ist ein gelungener Bonus und unterstützt das Setting. Somit wird das starre Konstrukt (Zahlen) aufgeweicht und mit Leben gefüllt. Alles in allem konnte "Welcome to the moon" die TesterInnen überzeugen.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Welcome to the moon" liegt bei 38 Euro. Die Spielmaterialien sind grundlegend gut, dennoch sind die Stifte sehr ungünstig gewählt und eine FAQ für manche Missionen ist auch dringlichst notwendig. Die Optik hat allen Beteiligten gut gefallen und die Wahl ist bei diesem Projekt definitiv auf die richtige Illustratorin gefallen. Die Mechanismen funktionieren und das Spiel hat einen ganz eigenen Charme. Denn die diversen Missionen fordern alle SpielerInnen auf unterschiedlichste Weise. Alles in allem ein tolles Spiel, wobei noch Teil 1 und Teil 2 in Zukunft nachgeholt werden müssen ;).

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Welcome to the moon", wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, bei welchem es grundsätzlich um Zahlen und Zahlenreihen geht

 

- ein Spiel kaufen möchtest, das zwar trockene Mechanismen enthält, dennoch thematisch gut eingebettet wurde

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- grundsätzlich keine Lust hast, zu zeichnen und durchzustreichen = (einen Stift in der Hand zu halten) ;)