03.09.2019

Review: "Tuki" von Grzegorz Rejchtman

Fakten

 

Autor: Grzegorz Rejchtman

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30-45 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 39,99 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Fakten

 

In der Sprache der Inuit bezeichnet „Tukilik“ ein Objekt, das eine Botschaft trägt. Die nördlichen Landschaften sind übersät mit solchen Gegenständen. In Tuki baut auch ihr Tukiliit mit Hilfe eurer Steine und Schneeblöcke, die Abbildungen auf den Tukilik-Karten geben vor, wie das fertige Tukilik aussehen muss. Vermeidet am langsamsten zu sein und eine Tukilik-Karte zu kassieren. Wer als Erster die fünfte Karte erhalten hat, hat verloren.

(Quelle: Pegasus Spiele)

 

 



Hintergrundinformationen

 

Auf den ersten Blick kommt einem der Autor Grzegorz Rejchtman eher unbekannt vor. Recherchiert man etwas, kommt zum Vorschein, dass er der Entwickler der Erfolgsreihe "Ubongo" ist und somit schon einen großen Hit gelandet hat. Genau wie "Ubongo" geht es hier um Geschicklichkeit und logische Zusammenhänge. Wird "Tuki" auch ein Hit wie "Ubongo"?

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Tuki" sind hervorragend! Die Spielsteine fühlen sich haptisch sehr gut an und haben eine angenehme Oberfläche, sodass nicht das Gefühl vom billigen Plastik aufkommt (wie z. B. beim Spiel "Reef"). Das Inlay ermöglicht eine perfekte Systematisierung aller Materialien, wodurch ein zügiger Auf- und Abbau begünstigt wird. Hinzu ist es ein schöner Bonus, dass noch ein Kartenhalter mitgeliefert wird, sodass man von allen Seiten am Tisch auf die Karte schauen kann. Im Kontext der Materialien wurde bei "Tuki" alles richtig gemacht.

 


Illustrationen

 

"Tuki" beinhaltet nicht viele Illustrationen und wurde eher minimalistisch gehalten. Es wirkt dadurch etwas lieblos und kaum detailfreudig. Dem vorliegenden Spiel hätte es definitiv gut getan, wenn die Steine einige Verzierungen aufweisen würden, um an Lebendigkeit und Ästehtik zu gewinnen, was z. B. auch bei Spielen wie "Azul" ein klarer Pluspunkt ist. Auf optischer Ebene hätte man diverse "Eyecatcher" implementieren können, um das Gesamtprodukt aufzuwerten. Dennoch ist das Spiel auch in diesem Zustand auch schön anzusehen, da es sehr farbkräftig ist.

 


Spielmechanik

 

Die Abläufe dieses Familienspiels sind sehr simpel. Man muss die vorgegebenen Symbole auf den Karten nachbauen, wobei in manchen Fällen bestimmte Spielsteine nicht den Tisch berühren dürfen. Es ist demnach schnelles logisches Denken gefragt, da die gebaute Figur nicht zusammenbrechen darf. Dies sind bereits die grundlegenden Spielabläufe, wobei es sinnvoll wäre, wenn die Abläufe noch weitere Kniffe entahlten würden, da sich der spielerische Vorgang in gewisser Weise repititiv anfühlt. Des Weiteren hat der Entwickler passende Formen für die Spielsteine entwickelt, die den SpielerInnen unterschiedliche Möglichkeiten zum Bauen eröffnen. Alles in allem liegt ein sehr schnell zu spielendes Spiel vor, das als "Absacker" mit der ganzen Familie gespielt werden kann.

 


Innovationen

 

"Tuki" bietet im Rahmen der Geschicklichkeitsspiele kreative Ansätze, wobei der ganz große innovativ Wurf ausgeblieben ist. Die SpielerInnen müssen die Figuren auf den Karten nachbauen, wobei sie die weißen Steine als "Hilfssteine" benutzen dürfen. Hinzu gibt es noch auf manchen Auftragskarten die Vorgabe, dass bestimmte Steine nicht den Tisch berühren dürfen. Im Kontext der Abläufe sind somit einige Ideen vorhanden, die etwas Frische mit in das Spiel reinbringen.

 


Spielspaß

 

Das vorliegende abstrakte Geschicklichkeitsspiel kam in den Testrunden gut an. Es ist mit der ganzen Familie zu spielen und auch Kinder wurden kognitiv gefordert und gefördert, was für einen pädagogischen Charakter spricht. Es ist aber ersichtlich, dass Erwachsene die Nase vorn im Spiel haben und es wäre gut gewesen, wenn man diesbezüglich ein "Handicap-System" in den Ablauf integriert hätte. Dennoch handelt es sich um ein kurzweiliges Spiel, das einen zum Denken und Knobeln anregt, wobei ein eigener spielerischer Charme entsteht. Nach einer Weile entsteht zwar das Gefühl von spielerischer Repitivität, dennoch spricht nichts dagegen, dieses Spiel als "Aufwärmer" oder "Absacker" zu spielen.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Tuki" beträgt 39,99 Euro. Die Spielmaterialien sind haptisch ein Genuss und von sehr guter Qualität. Die Optik ist eher schlicht, wobei eine Verzierung der Steine für ein besonderes Erscheinungsbild sicherlich förderlich gewesen wäre. Die Mechanismen funktionieren, ein "Handicap-System" wäre angebracht gewesen, um Kindern einen Ausgleich zu schaffen, wenn sie zum Beispiel mit Erwachsenen spielen. "Tuki" basiert zwar auf keinem innovativen Meilenstein, bietet jedoch genügend Anreize um als frisches Spiel deklariert zu werden. Dieses Geschicklichkeitsspiel kam in den Testrunden bzw. in den unterschiedlichen Altersstufen gut an.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Tuki", wenn du...

 

- ein Geschicklichkeitsspiel suchst, bei dem Schnelligkeit und logisches Denken gefragt ist

 

- ein Spiel erwerben möchtest, das Kinder sehr schnell erlernen können

 

 

Lass die Finger von "Tuki", wenn du...

 

- mehr erwartest, als das Übereinanderstapeln von Bauklötzchen

 

- ein Spiel mit Taktik und Strategie suchst