12.11.18

Review: "Tribes" von Rustan Hakansson

Fakten

 

Autor: Rustan Hakansson

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca.45 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 34,99 Euro

Verlag: Kosmos

Spielbeschreibung

 

Die Erde vor 10.000 Jahren: Die Spieler führen ihren Stamm durch die Frühgeschichte der Menschheit bis in die Bronzezeit. Sie erkunden neues Land, das besiedelt werden kann und erhalten Zugriff auf wertvolle Ressourcen, die neue Entdeckungen und Erfindungen erlauben. Jeder Spieler muss sich zusätzlich auf verschiedene Ereignisse – Naturkatastrophen, Krankheiten oder feindliche Überfälle – einstellen, um schließlich als erfolgsreichster Stamm dazustehen. Das abwechslungsreiche Strategiespiel zur spannenden Geschichte unserer Zivilisation.

(Quelle: Kosmos)



Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Rustan Hakanson ist kein Neuling in der Brettspielszene. Nach Recherche, da uns der Name auf Anhieb eher unbekannt war, kam zum Vorschein, dass er bereits die Spiele "Nations", "Nations: The Dice Game" sowie "Dungeon Rush" entwickelt hat. Da ist man doch gleich gespannter darauf, wie sich sein neues Spiel spielen lässt  :).

 


Spielmaterialien

 

"Kosmos" hat mit "Tribes" im Kontext der Spielmaterialien ein sehr wertiges Produkt auf den Markt gebracht! Das Spiel glänzt mit extrem festen Plättchen und Holzfiguren, die sehr hohen Qualitätsansprüchen genügen. Zudem ist der Beutel, aus dem man die Plättchen herauszieht, auch nicht "von schlechten Eltern". Im Großen und Ganzen ist hier kaum etwas zu bemängeln. Da das Spiel im Familiensektor ansiedelt, ist es gut und optimal, haptisch große Plättchen zu haben, um so Kindern das Spielen zu erleichtern. Zudem ist es schön, dass in der Anleitung Wissenswertes über diese Zeit geschildert wird, sodass man die Elemente im Spiel thematisch besser nachvollziehen kann.

 


Illustrationen

 

Das Thema wurde ansprechend illustriert. Enstprechende Symbole, die man mit der Menschheitsgeschichte verbindet, wurden hübsch optisch umgesetzt, wobei der gesamte Stil an diese Zeit anknüpft (als hätten die Menschen zu dieser Zeit gemalt/geschrieben). Die Landschaftsfelder sind auch gelungen, jedoch hätte man diese etwas lebhafter und variabler anfertigen können. Zum Beispiel hätte man Personen darauf abbilden können, um so die Thematik zu verdichten und die Ausbreitung des eigenen Volkes zu untermalen. Nichtsdestotrotz kann man hier die Aufmachung als gelungen bezeichnen.

 


Spielmechanik

 

"Tribes" beeinhaltet eingängige Abläufe und einen relativ leichten Einstieg, sodass explizit auf die Sparte der Familien abgezielt wurde. Interessant ist, dass jeder seine individuelle eigene Landschaft "aufbaut" bzw. erkundet und gleichsam die Spieler noch am  Spielbrett miteinander konkurrieren. Die wesentlichen Spielabäufe zielen u. a. darauf ab, in bestimmten Leisten aufzusteigen, damit stärkere Aktionen durchgeführt werden können. Das Nachziehen der Plättchen für die eigene Landschaft beinhaltet eine hohe Glückskomponente, was aber in diesem Familienspiel noch im Rahmen des verkraftbaren liegt. Die Aktionsleiste funktioniert gut und um Aktionen, die weiter rechts liegen, ausführen zu können, muss auf jedes Plättchen links eine Muschel gelegt werden.


Dies ist einwandfrei gelöst und man muss dementsprechend gut überlegen, wieviele Muscheln man einsetzen bzw. welche Aktion man durchführen möchte. Es ist selbstverständlich auch möglich, Muscheln einzusammeln, wenn solche auf dem aktivierten Plättchen liegen.
Final ist in dieser Kategorie zu resümieren, dass das Spiel ohne mechanische Defizite funktioniert.


Innovationen

 

Als innovativ kann man bezeichnen, dass jeder an seiner eigenen Landschaft baut, diese erkundet und sein Volk darauf ausbreitet. Im Großen und Ganzen wirkt das Spieprinzip jedoch eher mau und nicht frisch. Es fehlt an einem frischen innovativem Charakter, der das Spiel ausmachen und zu etwas ganz Besonderem machen würde. Für komplette Brettspielneulinge mag das Spiel innovativ sein, für Familienspieler, die das ein oder andere Spiel bereits gespielt haben, kann es auch hier an innovativem Reiz fehlen.

 


Spielspaß

 

Die Testspieler fanden das Spiel o.k. Es fehlte im hohen Maße an einem Wiederspielreiz, da die Handlungsstränge meist dieselben sind und keine großen individuellen Handlungsspielräume existieren. "Tribes" fühlte sich nach wenigen Partien bereits sehr repetitiv an, wobei eine hohe Variabilität auch nicht im Spielaufbau zu erkennen ist. Die Testspieler suchten nach einem Charakteristikum, welches "Tribes" als außergewöhnliches Spiel begründen wurde, wurden jedoch nicht fündig. Zudem wird leider keine hohe Spannung aufgebaut, sodass das Spiel eher als durchschnittlich zu bezeichnen ist.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP liegt bei 34,99 Euro. Die Spielmaterialien sind makellos und auch die optische Aufmachung weiß zu gefallen. Zudem ist zu resümieren, dass die mechanischen Abläufe gut funktionieren und keine großen Mängel vorhanden sind. Der innovative Charakter fehlt diesem Spiel und auch der Spielspaß konnte nicht ganz überzeugen, da kein besonderer spielerischer Charakter vorhanden ist.

 


Geamtwertung

 

Kaufe dir "Tribes", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das auch in gewisser Weise einen wissensvermittelnden Charakter aufweist

 

- ein Spiel haben willst, das einen leichten Einstieg bietet und deshalb in Familienrunden recht zügig gespielt werden kann

 

 

Lasse die Finger von "Tribes", wenn du...

 

- ein Spiel mit einem hohen Innovationswert suchst

 

- ein Spiel spielen willst, das eine hohe Wiederspielbarkeit aufweist