15.04.21

Review: "Romeo und Julia" von Julien Prothiere und Jean Philippe Sahut

Fakten

 

Autor:  Julien Prothiere und Jean Philippe Sahut

Spieleranzahl: 2 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30 Min.

Alter: ab 14

Erscheinungsjahr: 2021

Preis: UVP 29,99 Euro

Verlag: Huch!

Spielbeschreibung

 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sich Romeo wohl gefühlt hat? Verzweifelt auf der Suche nach einer Möglichkeit, seine geliebte Julia zu treffen? Und wie Julia versucht ihrem Geliebten eine Nachricht zukommen zu lassen und ungesehen von ihren Familienmitgliedern in die Straßen Veronas entfliehen kann für ein Treffen mit ihrem Romeo? Das kooperative Strategiespiel „Romeo & Julia“ nimmt Sie mit in das Herz des alten Verona. Schaffen Sie es, dass die Liebe der beiden am Ende stärker ist und über den Hass der Familien siegt? „Romeo & Julia“ ist ein packendes Strategiespiel für 2 Personen von HUCH! und ab Februar 2021 im Handel erhältlich.

Die Spielschachtel wird geöffnet und entfaltet eine Theaterszenerie für unsere Geschichte. Der Spielplan zeigt die unterschiedlichen Orte in Verona sowie zwei bedeutsame Punktleisten. Während die eine Leiste die Liebe von Romeo & Julia darstellt, zeigt die andere Leiste den Hass der verfeindeten Familien in Verona an. Um zu gewinnen, muss die Liebesleiste ihren Höhepunkt erreicht haben, bevor der dritte Akt endet. Falls sich jedoch der Hass so vertieft und sein Maximum auf der Leiste erreicht, wendet sich das Schicksal gegen das tragische Liebespaar, und die Partie ist verloren. Damit ihre Liebe wachsen kann, müssen Romeo und Julia sich am selben Ort treffen. An jedem Ort, an dem sich Mitglieder beider verfeindeten Familien aufhalten, wird sich jedoch der Hass vertiefen. Im Spielverlauf müssen Romeo und Julia ihre Treffen gut planen und auch durch geschicktes Ausspielen von Karten den Aufenthaltsort ihrer Familienmitglieder beeinflussen. Als einzige Kommunikation dienen den beiden Botschaften, die sie sich zu Beginn jeder Spielszene schicken, um sich an einem bestimmten Ort zu verabreden.

„Romeo & Julia – Geheime Treffen in Verona“ ist ein spannendes Strategiespiel in einem gelungenen und atmosphärischen Theater-Setting. Es bietet 9 Kapitel und ebenso viele Schwierigkeitsstufen.

(Quelle: Huch!)



Hintergrundinformationen

 

Auf der Seite vom Verlag "Huch!" wurde folgende Erklärung zum Spiel veröffentlicht (Französisch mit Untertiteln):


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer genialen Qualität. Das Spielfeld ist im prinzip die Spieleschachtel, die ausgeklappt wird. Ein sehr schönes und ausgeklügeltes System, das dazu einlädt, "Romeo und Julia" auf Reisen mitzunehmen. Die Spielsteine wurden qualitativ bedruckt und basieren auf Holzmaterial, was auch für weitere Marker gilt und einen positiven Eindruck hinterlässt. Es ist super, dass thematische Marker mitgeliefert werden, wie z. B. ein Herzmarker und ein Gefahrenmarker, wodurch das Spiel eine individuelle Note bekommt. Alle Materialien sind wieder hervorragend in der Spieleschachtel zu verstauen. An den Materialien wurde nicht gespart, was gut bei den TesterInnen angekommen ist.

 


Illustrationen

 

WOW! Die Optik ist malerisch und sehr thematisch. Die Illustrationen sind äußerst stimmig und atmosphärisch. Hier stimmt wirklich alles, denn auch das Schachteldesign konnte den Geschmack der TesterInnen treffen. Im Großen und Ganzen sorgen die Brauntöne in den Illustrationen für eine sehr ansprechende Optik, die sehr historisch anmutet. Die Personen auf den Spielfeldern wurden detailreich auf's Papier gebracht und sehen schon aus wie kleine "Kunstgemälde". Alles in allem eine hervorragende Optik, die sehr sehenswert ist.

 


Spielmechanik

 

Das Spiel funktioniert und eine Partie ist recht zügig gespielt (ca. 30 Minuten). "Romeo und Julia" befindet sich auf einem schmalen Grad zwischen Kenner- und Familienspiel und ist für exakt 2 kooperative SpielerInnen ausgelegt. Das Spiel basiert darauf, dass sich beide SpielerInnen mittels eingeschränkter Kommunikation mit ihren Figuren (Romeo und Julia) an einem Ort treffen. Hinzu bewegen sich noch weitere Spielsteine der beiden verfeindeten Familien und man muss mittels der Ortsaktionen und Sondersteine dafür sorgen, dass sich am Besten keine Spielsteine der beiden Familien (blaue/rote Marker) gemeinsam an einem Ort befinden. Denn geschieht dies zu oft, wird die Gefahr größer und das Spiel ist verloren.

Das Spiel verläuft recht zügig ab und mittels der eingeschränkten Kommunikation ist es auch mal echt knifflig, sich an einem Ort zu treffen, wenn z. B. die passenden Ortskarten nicht vorhanden sind. Züge sollten wohl überlegt sein, vorallem die Ortsaktionen müssten mit in die Überlegung integriert werden, da sie entscheidende Funktionen einnehmen. Ferner ist es im Team in der Kommunikationsphase nur möglich, sich über den Ort des Treffens auszutauschen. Weitere Planungen dürfen nicht in die Kommunikation miteinbezogen werden, was auch für einen gewissen Glücksfaktor sorgt, da zu hoffen ist, dass beide SpielerInnen das gleiche denken. Auf mechanischer Ebene ergeben die Ortsaktionen Sinn und führen zu einer Rotation bzw. dynamischen Bewegung der Spielsteine auf dem Spielplan. Des Weiteren treten auch Ereigniskarten in Kraft, die entweder förderlich sind oder auch Hürden mit sich bringen können. Das Spiel verläuft flüssig und auf mechanischer Ebene sind keine Auffälligkeiten aufgetreten. Good work!

 


Innovationen

 

Das man die Spieleschachtel ausklappt und dadurch das Spielfeld entstehen lässt, ist schon eine sehr frische Angelegenheit. Auch das Thema und die damit verbundene Optik wirken sehr individuell und ansprechend. Hinzu ist "Romeo und Julia" thematisch dicht, da sich beide SpielerInnen an einem "Ort der Liebe" treffen müssen, was an die Originalstory angelehnt ist. Mechanisch gesehen ist der Bereich der Kommunikation frisch, der restliche Spielebereich (mit den Steinen) jedoch nicht überraschend.

 


Spielspaß

 

"Romeo und Julia" hat eine tolle Aufmachung (optisch/Materialien) und ist auch thematisch. Dennoch hat es spielerisch nicht ganz überzeugen können, da eine hohe Spannungskurve leider fehlt. Die Abläufe wirken repetitiv und es sind immer wieder die gleichen Herausforderungen, die auf einen zukommen. Zwar existieren unterschiedliche Schwierigkeitslevel, dennoch ist ein hoher Wiederspielreiz bereits nach einigen wenigen Partien nicht mehr gegeben. Das bedeutet nicht, dass überhaupt keine Spannungsmomente im Spiel enthalten sind. Der kommunikative Part hat seinen Reiz und man ist gespannt drauf, ob der Mitspieler bzw. die Mitspielerin vorhat, sich am gleichen Ort mit einem zu treffen. Doch alles in allem blieb dieses Spiel hinter den Erwartungen und der Funke ist spielerisch nicht ganz übergesprungen.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Romeo und Julia" liegt bei 29,99 Euro. Die Spielmaterialien und die Optik sind grandios. Auf mechanischer Ebene funktioniert dises Zweispielerspiel, jedoch hat nicht ganz gezündet. Bei der Entwicklung hat man versucht, Thema und Mechanik miteinander zu verweben, was wiederum gut gelungen ist.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Romeo und Julia", wenn du...

 

- ein Spiel für 2 SpielerInnen suchst, das atmosphärisch ist

 

- ein Spiel spielen willst, welches ein Kommunikationselement beinhaltet

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- ein Spiel mit hohem Wiederspielreiz spielen willst