03.12.18

Review: "Roll for Adventure" von Matthew Dunston und Brett J. Gilbert

Fakten

 

Autor: Matthew Dunston, Brett J. Gilbert

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Alter: ab 10 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 29,99 Euro

Verlag: Kosmos

Spielbeschreibung

 

Das alte Königreich ist in Gefahr. Armeen von Feinden greifen aus allen Himmelsrichtungen an, ausgesandt vom Dunklen Lord, der danach trachtet, ewige Finsternis über das Land zu bringen. Die einzige Chance der Spieler besteht darin, gemeinsam die sagenumwobenen Machtsteine zu erlangen, um das magische Amulett zu vollenden. Wenn ihnen das gelingt, retten sie das Reich und gewinnen das Spiel. Sollte jedoch auch nur ein Gebiet unter die Kontrolle des Dunklen Lords fallen, haben die Spieler sofort verloren. Für 1 – 4 Spieler ab 10 Jahren.

(Quelle: Kosmos)



Hintergrundinformationen

 

Die Entwickler Matthew Dunston und Brett J. Gilbert haben bereits als Team beim Spiel "Elysium" zusammengearbeitet und das sehr erfolgreich  (Rezension: hier). Für das Spiel "Roll for Adventure" haben sie sich erneut zusammengetan. Mal schauen, wie Ihnen das vorliegende Spiel gelungen ist.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von außerordentlich guter Qualität! Im Bezug auf die Würfel ist positiv zu erwähnen, dass diese luxuriös wirken und auch sehr gut bedruckt wurden. Auch die Spielplanteile sind wertig und enthalten verschiedenste Ausstanzungen, die problemlos mit den mitgelieferten Schädelmarkern belegt werden können. Zudem bestehen die Heldentableaus, von denen jeder Spieler eines erhält, aus sehr festem Material, wobei diesbezüglich zu erwähnen ist, dass hier ebenso auf Qualität gesetzt wurde. Alles in allem ist hinsichtlich der Produktion nichts zu beanstanden. Toll!

 


Illustrationen

 

Die Darstellung des Spiels ist gelungen und hat Familienspieler in den Testrunden sehr angesprochen. Die Schachtel ähnelt aber schon sehr dem Branding des "Andor-Rotes", wodurch man schnell davon ausgegangen könnte, dass es sich hier um ein Spiel im Universum von "Die Legenden von Andor" handelt. Hierbei könnte es demnach zu Verwechselungen kommen. Nichtsdestrotrotz wurden die verschiedenen Orte, Helden und Monster thematisch umgesetzt und alle Elemente optisch passend miteinander verwoben. Es entsteht eine sehr gute Symbiose zwischen den qualitativen und außergewöhnlichen Materialien sowie der ansprechenden optischen Gestaltung.

 


Spielmechanik

 

Das Spiel wurde sehr gut auf die Sparte die Familienspieler abgestimmt und bietet einen relativ einfachen Einstieg, wobei die Anleitung auch etwas deutlicher hätte sein können. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein kooperatives Würfelspiel, bei dem man mit ganz bestimmten Würfelwerten Monster besiegt und diese auf Landschaften platziert etc. Die unterschiedlichen Heldentypen mit ihren individuellen Fähigkeiten erleichtern natürlich das gesamte Vorhaben. Es ist demnach nicht von der Hand zu weisen, dass hier ein verhältnismäßig hoher Glücksfaktor vorherrscht, der auch letztlich zum Scheitern oder Erfolg eines Abenteuers beiträgt. Nichtsdesotrotz macht dieser Glücksfaktor beim Würfeln auch den Reiz bzw. die Spannung aus und es wurde gut von den Entwicklern bedacht, dass nicht zu viel Würfelkontrolle existiert. Hinzu ist das Spiel sehr variabel zu gestalten, da es A- und B-Seiten der verschiedenen Landschaften gibt und auch spezielle Monster ins Begegnungsdeck genommen werden können, wodurch die Schwierigkeit steigt. Negativ anzumerken ist, dass nicht alle Helden gleich starke Fähigkeiten besitzen und dementsprechend hier Disbalancen zu erkennen sind. Alles in allem dennoch hinsichtlich der Abläufe ein gelungenes kooperatives Würfelspiel.


Innovationen

 

Mit "Roll for Adventure" wird zwar kein innovativer Meilenstein gelegt, jedoch enthält das Spiel im Ablauf kleinere souveräne Einfälle, die das Spielerlebnis beleben, wie z. B. die Kampfhandlungen oder auch der "Strudel der Erinnerung". Es handelt sich aber im Großen und Ganzen um ein Würfelspiel, bei welchem man entsprechende Würfelwerte auf den verschiedenen Landschaften platzieren muss. Alles in allem kein innovativer Meilenstein, dennoch hier und dort kleinere gelungene Ideen.

 


Spielspaß

 

Bei "Roll for Adventure" überdeckt die Mechanik die Thematik und die Würfelmechanismen stehen eindeutig im Zentrum. Das Spiel hat den Testern Spaß gemacht und eine langanhaltende Spannung wird aufgrund der Begegnungen und der Würfelwürfe erzeugt. Der Wiederspielreiz wird zudem durch die Variabilität (Begegnungen, A- und B- Seiten, Missionen) aufrechterhalten. Bei "Roll for Adventure" beraten sich alle Spieler, wobei laut der Anleitung die letztendliche Entscheidung der "Würfelwerfer" trifft und es somit zu keinem "Alpha-Leader-Problem" kommt. Es ist zu resümieren, dass "Roll for Adventure" ein gelungenes kooperatives Familienspiel ist, das in den Testrunden gut ankam. Eine stärkere Thematik z. B. durch Storys hätte wahrscheinlich den Spielspaß  für Familienspieler gesteigert, da die Mechanik schon sehr im Vordergrund steht.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Roll for Adventure" liegt bei 29,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von herausragender Qualität und es wurden diverse spezielle Marker, wie z. B. Schädel oder ein individualisierter Würfel in den Spielumfang integriert. Auch die Optik kann überzeugen und spricht Familienspieler sehr gut an. Die Mechanismen funktionieren, wobei die Fähigkeiten der Helden eindeutig unterschiedlich stark sind. Das Spiel strotzt zwar nicht vor Innovationen, enthält nichtsdestotrotz gelungene Ideen im Ablauf und kann eine langanhaltende Spannung erzeugen.

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir  "Roll for Adventure", wenn du...

 

- ein kooperatives Würfelspiel suchst, das über einen langen Zeitraum Spannung erzeugt

 

- ein Spiel haben willst, welches optisch und haptisch sehr ansprechend ist

 

 

Lasse die Finger von "Roll for Adventure", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das Geschichten erzählt und sehr thematisch ist