17.06.21

Review: "Remember our Trip" von Daryl Chow und Saashi

Fakten

 

Autor:  Daryl Chow und Shashi

Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca.30 Min.

Alter: ab 10

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 29,95 Euro

Verlag: dlp games

Spielbeschreibung

 

"Remember our Trip" frischt die Urlaubserinnerungen auf, wenn die eigentlich geplante Reise gerade ausfällt. Im Spiel Remember our trip des japanischen Erfolgsautors Saashi (Coffee Roaster, Trains) erinnern sich bis zu 4 Freunde an ihren letzten gemeinsamen Städtetrip nach Kyoto und Singapur. Sie müssen auf ihrem eigenen Spielertableau die exakte Lage der jeweiligen Sehenswürdigkeiten, Hotels, Parks, Geschäfte und Restaurants darstellen. Und je mehr diese mit den tatsächlichen Koordinaten übereinstimmen, desto mehr Punkte erhalten sie. Zusatzpunkte gibt es für eindrucksvolle Fotografien oder die Erfüllung von Aufträgen. Doch Vorsicht, trügerische Erinnerungen können schnell zu Minuspunkten führen. Am Ende wird schließlich derjenige siegreich sein, dessen Rekonstruktion des Plans die meisten Übereinstimmungen aufweist.

(dlp games)



Hintergrundinformationen

 

Den Entwickler Saashi werden hier zu Lande viele SpielerInnen vom Spiel "Coffee Roaster" kennen, das ebenfalls beim Verlag "dlp Games" erschienen ist. Auch zu "Coffee Roaster" ist bereits eine ausführliche Rezension erschienen, die ihr euch hier durchlesen könnt. Der Entwickler Daryl Chow war den TesterInnen in unseren Testrunden unbekannt. Dabei hat bereits mehrere Spiele veröffentlichen können, unter anderem "Ramen INK".


Spielmaterialien

 

In der kleinen Schachtel ist doch verhältnismäßig viel Material vorhanden, wodurch man positiv überrascht wurde. Die Plättchen und Tableaus bestehen aus festem Material und fühlen sich gut in der Hand an. Leider war das Regelwerk umständlich verfasst worden und konnte nicht ganz überzeugen.Hinzu bietet das Material Plättchen (Sehenswürdigkeiten-Figuren), die auf Halterungen montiert werden. Was anfänglich gut gemeint ist, hat sich in den vielen Partien als störender Faktor erwiesen, da durch diese Plättchen bzw. Figuren die Sicht auf die Tableaus erschwert wurde. Hinzu werden den SpielerInnen Materialien in Form von Streifen zur Verfügung gestellt. Diese sind jedoch  viel zu dünn und verrutschen sehr oft, was äußerst nervig ist. Dessen ungeachtet  handelt es sich im Kontext der Produktion um ein gutes Produkt.

 


Illustrationen

 

Die Optik ist in einem nüchternen bzw. minimalistischem Stil gehalten, der für japanische Brettspiele nicht unüblich ist. Diese Reduktion auf das Wesentlich führt auch zu einer angenehmen Übersichtlichkeit im Spiel, da viele Plättchen auf verschiedensten Tableaus ausgelegt werden. In puncto Optik waren die TesterInnen in den Runden gespaltener Meinung, denn die eine Hälfte fand die optische Aufmachung individuell, wobei die andere Hälfte diese eher unterdurchschnittlich fand. Am Ende ist es wohl wieder eine Geschmacksfrage (hier besonders), ob man die Illustrationen mag oder nicht.

 


Spielmechanik

 

Man kann "Remember our Trip" als gehobenes Familienspiel bezeichnen, das sowohl zu zweit, zu dritt als auch zu viert gut funktioniert. Das Spielprinzip ist nicht schwer, da man Plättchen generiert und diese in einem bestimmten Raster auf sein Tableau legen muss. Hierbei ist zu beachten, dass es auch einen gemeinsamen Spielplan gibt, der im Prinzip die jeweiligen Spielertableaus widerspiegelt. Durch diesen gemeinsamen Spielplan, auf den man ebenso achten muss, kommt ein weiteres Interaktionselement ins Spiel, was durchaus gelungen ist. Das zweite Interaktionselement ist die Plättchenphase, bei der die SpielerInnen beginnend beim Startspieler bzw. bei der Startspielerin ihre Plättchen auswählen. Legt man ein Plättchen auf sein Tableau in einer bestimmten Kombination und Reihenfolge, so kann man daraus ein Gebäude/Park etc. generieren.


Das Gleiche wird auf dem gemeinsamen Spielplan gespiegelt, wodurch noch mehr Punkte generiert werden können. Empfehlenswert ist es, die Plättchen einer Sorte so auszulegen, wie es auch auf dem gemeinsamen Spielplan abgebildet ist (falls dort bereits vorhanden), um dadurch mehr Punkte zu generieren. Zusammengefasst muss man nicht nur auf sein eigenes Tableau achten, sondern auch explizit auf das gegnerische Tableau sowie auf das gemeinsame Tableau, um das Spiel zu gewinnen. "Remember our Trip" wirkt sehr rund und das Entwicklerduo hat ein Spiel auf die Beine gestellt, das zwar zugänglich ist, aber an der einen oder anderen Stelle zu "Grübelattacken" führt, da das Legen der Plättchen sehr gut bedacht werden sollte. Ein weiterer Aspekt ist, dass das Spiel Glückselemente enthält, man fühlt sich jedoch nicht von diesen beeinflusst oder gar gelenkt. 

 


Innovationen

 

Das Spiel hebt sich definitiv von anderen "Plättchen-Legespielen" ab. Die Gründe dafür sind, dass zum Einen eine besondere Legevorgabe gilt. Dies bedeutet, dass man ein Raster vorgelegt bekommt (mit verschiedenen Feldern), dass man dann mit Plättchen befüllen muss. Hinzu ist es sehr individuell, dass ein gemeinsamer Spielplan existiert, an denen sich die SpielerInnen ebenfalls orientieren sollten. Durch dieses zusätzliche Interaktionselement bekommt das Spiel auch noch eine eigene Note. Des Weiteren ist es ein toller thematischer Einfall, dass man mittels des gemeinsamen Spielplans die Erinnerungen aus dem Trip/Urlaub zusammenträgt. Alle SpielerInnen tragen im Prinzip zu einer detailgetreuen Wiedergabe ihrer Reise bei, was gut angekommen ist.

 


Spielspaß

 

Das Spiel hat den TesterInnen gefallen. Die Spieldauer ist recht kurz, sodass auch gut und gerne direkt im Anschluss an die erste Partie eine Revanche gespielt werden kann. "Remember our Trip" bietet knifflige Momente und auch wenn das Spielprinzip kaum komplex ist, muss man seine Entscheidungen (Wo lege ich welches Plättchen hin?) gut bedenken. Hinzu ist positiv zu benennen, dass das Spiel obwohl es ein "Puzzlespiel" ist durch ein drittes gemeinsames Tableau einen hohen Grad an Interaktion aufweist. Die Optik hat den Spielspaß bei einigen Personen vermindert, Andere hingegen fanden die Optik individuell und passend.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Remember our Trip" liegt bei 29,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, nur die Anleitung war nicht gut strukturiert und auch die Streifen waren viel zu dünn. Die Optik ist in diesem Fall eine Geschmacksfrage, denn manchen Spielerinnen gefällt diese und manchen nicht. Auf Ebene der Mechanik gibt es nichts zu meckern und das Entwicklerduo hat eine super Leistung abgeliefert. Hinzu wirkt das Spiel frisch, denn bei vielen "Puzzlespielen" fehlt die Interaktion und man puzzelt isoliert vor sich hin. Hier ist dies anders, da ein weiterer gemeinsamer Spielplan existiert, durch den ein zusätzlicher Grad an Interaktion geschaffen wird.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir das Spiel, wenn du...

 

- grundsätzlich Spiele magst, bei denen du dein Tableau "bepuzzlen" musst

 

- interaktive Spiele spielen willst

 

 

Lass die Finger vom Spiel, wenn du...

 

- kaum Glücksmomente in Spielen magst