03.12.18

Review: "Outback" von Michael Kiesling

Fakten

 

Autor: Michael Kiesling

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30-45 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 25,95 Euro

Verlag: Huch!

Spielbeschreibung

 

In Outback wollen die Spieler das Outback mit Tieren besiedeln. Känguru, Koala, Schnabeltier, Emu und Waran - alle sind mit von der Partie! Mit Würfelglück und Taktik versuchen die Spieler, ihre Spielfelder zu füllen und möglichst viele Punkte zu kassieren. Ein spannendes Würfelspiel für Groß und Klein!

(Quelle: "Huch!")



Hintergrundinformationen

 

Der Entwickler Michael Kiesling hat mit dem Familienspiel "Azul" einen sehr großen Erfolg gefeiert. "Azul" wurde zum "Spiel des Jahres" bzw. "Deutschen Spielepreis" prämiert. Mit "Outback" wird der nächste Titel im Sektor der Familienspiele veröffentlicht und die Erwartungen sind dementsprechend hoch.

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Outback" sind wertig und qualitativ. Das Spiel besteht aus vielen Plättchen, Spielertableaus und Würfel, die im Großen und überzeugen konnnten. Hinsichtlich der Materialien gibt es etwas Optimierungsbedarf, da die kleinen Siegpunkteplättchen, die lose an den Seitenrändern der Spielertableaus positioniert werden, leicht verrutschen können. Dessenungeachtet wurden die Würfel sehr gut mit diversen Abbildungen bedruckt, wobei diese auf lange Zeit auch keine Abnutzungen aufwiesen. Ein schöner Bonus ist der dreidimenionale Wagen, auf dem man die Plättchen, die aus dem Beutel gezogen werden, platziert. Alles in allem eine gelungene Produktion!

 


Illustrationen

 

Die optische Aufmachung von "Outback" ist gelungen. Man merkt schnell, dass mit der Optik gezielt auf die Sparte der Familienspieler abgezielt wurde und auch Kinder mit den "niedlichen Tieren" angesprochen werden sollen, was sichtlich gut gelungen ist. Auch ist positiv aufgefallen, dass die Spielertableaus variieren und für jeden Spieler individualisiert wurden. Der dreidimensionale Wagen, der ein gelungener Materialbonus ist, wurde ebenso thematisch illustriert und fügt sich gut in das Gesamtbild ein. Insgesamt wurde das Erscheinungsbild ansprechend gestaltet.

 


Spielmechanik

 

"Outback" basiert auf einem Würfelmechanismus, bei welchem folgendes Prinzip gilt: Je mehr gleiche Tiere man gewürfelt hat, desto weiter oben dürfen die Tiere auf dem eigenen Spielertableu platziert werden.Es ist zudem möglich, dreimal erneut zu Würfeln, wobei Würfel herausgelegt werden können. Klar ist, dass in "Outback" ein sehr hoher Glücksfaktor vorherrscht, wobei dies in einem Spiel, das sich ganz eindeutig an Familien richtet, kein großer Negativpunkt ist. In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass auch Jokersymbole auf den Würfeln existieren, die das Würfelpech etwas ausgleichen können. Die Wertungen basieren auf dem klassischen "Set-Collecting", wie z. B. eine gewisse Anzahl an Tieren oder einer Sorte  auf dem eigenen Tableau befüllen.
Das Spiel enthält zudem eine "PLUS-Variante", die etwas anspruchsvoller ist und auch einwandfrei funktioniert.


Das Wertungssystem ist so ausgerichtet, dass es auf die Positionen Siegpunktemarker der einzelnen Tierarten auf dem eigenen Tableau ankommt und dementsprechend nicht alle Siegpunkte in die Endwertung miteinberechnet werden. Final ist hinsichtlich der Mechanismen zu resümieren, dass diese einwandfrei funktionieren.

 


Innovationen

 

Spielerisch ist aufgefallen, dass sich das gesamte Spielkonstrukt kaum frisch und dynamisch anfühlt. Diesbezüglich ist natürlich noch beizufügen, dass man einen sehr kreativen Würfelmechanismus erwartet hat und man voller Vorfreude davon asugegangen ist, dass der Autor wie bei "Azul" einen einfachen und zugleich genialen Mechanismus entwickeln würde. Dies ist bei "Outback" leider nicht ganz gelungen. Man würfelt die Würfel, legt die Tierpättchen entsprechend der Anzahl der Symbole in diverse Reihen und wertet diese. Das Punktesystem ist da schon etwas kreativer, da je nach Position z. B. nicht alle Punktemarker auf der linken Seite des Spielertableaus gewertet werden. Einige Testspieler kannten diesen Mechanismus bereits in einer abgewandelteten Form aus dem Spiel "Heaven & Ale" vom selbigen Autor. Zusammengefasst wirkte "Outback" kaum frisch oder gewitzt und eher durchschnittlich, wobei an einigen Stellen kreative Ansätze wünschenswert gewesen wären.

 


Spielspaß

 

Die Testspieler waren sich nach vielen Testpartien darüber einig, dass "Outback" ein durchschnittliches Spiel ist. Der Funke ist nicht ganz rübergesprungen, da dem Spiel das "besondere Etwas" gefehlt hat. Es wurden bereits vorhandene Mechanismen aufgegriffen, wobei diese ein Thema übergestülpt bekommen haben, dass beliebig austauschbar ist. Der Wiederspielreiz war auch bei Familienspielern bereits nach einigen Partien nicht mehr gegeben und man sehnte sich nach anderen Spielen in der Sparte der Familienspiele. Das Spiel ist nicht schlecht, aber auch kein Highlight für das Jahr 2018!

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Outback" liegt bei 25,95 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer sehr guten Qualität, wobei die Spielertableaus bzgl. der Punktemarker etwas ungünstig konzipiert wurden. Die optische Aufmachung sowie die mechanische Aufbereitung ist gelungen und passt gut in die Sparte der Familienspiele. Dennoch konnte "Outback" die Testspieler nicht ganz überzeugen und wurde letztlich als "Durchschnitsspiel"  bzw. etwas darüber bewertet, da ein cleverer Mechanismus ausgeblieben ist und das Spiel keine herausragenden Anreize geboten hat. "Outback" ist dementsprechend o.k und nicht mehr bzw. weniger.

 


Gesamtwertung

 

Kaufe dir "Outback", wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das leicht zu erlernen und auch Kindern relativ leicht zu erkären ist

 

- ein Spiel spielen willst, welches einen einwandfreien Würfelmechanismus beinhaltet

 

 

Lasse die Finger von "Outback", wenn du...

 

- ein Spiel spielen willst, das einen außergewöhnlichen Charakter hat

 

- ein sehr thematisches "Outback-Spiel" suchst