27.12.18

Review: "Franchise" von Christwart Conrad

Fakten

 

Autor: Christwart Conrad

Spieleranzahl: 2-5

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Alter: ab 14 Jahren

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 39,99 Euro

Verlag: Queen Games

Spielbeschreibung

 

Von Fast Food Restaurants, Coffee Shops, Motels, Autohäusern bis hin zu Waschsalons – überall in den Städten eröffnen Unternehmen neue Filialen um ihr Geschäftskonzept in ganz Amerika zu verbreiten. Die Spieler schlüpfen in die Rollen der Franchise-Besitzer und können so die Erfolge ihres Franchise-Unternehmens selber steuern. Beginnend mit nur einer Filiale in einer Kleinstadt entscheiden die Spieler selbst, in welche Städte sie expandieren und wo sie ihre Marktmacht vergrößern.
Wer dabei seine Einnahmen und Ausgaben sowie seine Mitspieler am besten im Blick hat, wird am Ende das Spiel gewinnen.

(Quelle: Queen Games)



Hintergrundinformationen

 

Auf der "SPIEL18" haben wir den Entwickler Christwart Conrad interviewt, der uns einen groben Überblick über den Spielablauf gegeben hat. Ihr könnt euch gerne das Video anschauen:

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien von "Franchise" aus dem Hause "Queen Games" sind von einer guten Qualität. Der Spielplan ist ausreichend groß und auch die Spielertableaus basieren auf festem Material. Zudem werden den Spielern eine Fülle an Holzmaterialien (vorwiegend Holzhäuser) zur Verfügung gestellt. Das Spiel verzichtet auf extravaganete Bonusmaterialien und tritt eher schlicht bzw. einfach auf. Hinzu werden Bezahlvorgänge im Spielablauf mit Geldkarten bewerkstelligt, was heutzutage etwas aus der Mode gekommen ist. Dennoch wird hier eine Qualität abgeliefert, die definitiv den Ansprüchen genügt.

 


Illustrationen

 

 "Franchise" behandelt die Thematik der USA der 60er Jahre. Das Spielbrett wurde mit kräftigen sowie hellen Farben ausgestattet und wirkt sehr bunt bzw. lebhaft, was grundsätzlich gut zu der Thematik und zum "Lifestyle" dieser Zeit passt. Dennoch hätte die Gesamterscheinung etwas detailreicher sein können, um die Thematik atmosphärischer zu gestalten und zu untermalen. Denn im Grunde sind lediglich große farbige Flächen im Spiel vorhanden, die jegliche kleinere Details der 60er Jahre vermissen lassen. Die Tableaus hingegen wurden schön illustriert und zeigen diverse Personen, wobei mit dem Spielbrett zusammen ein einheitliches Gesamtbild entsteht. Nichtsdestotrotz hätte das Spielbrett etwas detailreicher sein können und auch die Spielertableaus könnten mit einigen kleineren Zusatztableaus, auf denen man z. B. seine eigenen Häuser abstellt, etwas atmophärischer gestaltet werden. Hinzu stellt sich nach einer gewissen Zeit durch die farbigen Felder, den farbigen Routen und den bunten Häusern der verschiedenen Spieler eine optische Unübersichtlichkeit ein, sodass Routen leicht übersehen werden können. Nichtsdestotrotz kann man bei "Franchise" von einer soliden Optik sprechen.

 


Spielmechanik

 

"Franchise" ist ein Familienspiel, welches sich gut an die entsprechende Zielgruppe anpasst. Familien- und Kennerspieler verinnerlichten relativ leicht nach kurzer Zeit die Abläufe. Das Spiel ist ein Mehrheiten- sowie ein Area-Controll-Spiel, bei dem man sich auf einer Karte ausbreitet und unterschiedliche Groß- und Kleinstädte mit eigenen Filialen (Holzhäusern) besetzt. Die Routen wurden auf mechanischer Ebene gut konzipiert und ergeben in ihren Kosten Sinn. Auch ist es gut gelöst, dass man als Spieler weniger Einnahmen erhält, wenn man eine Stadt gewertet hat, was einen etwas in seinem Vorhaben zurückwirft und somit zurückliegende Spieler aufholen lässt. Das Mehrheitenystem funktioniert ebenso in seiner Einfachheit, wobei eine Großstadt dann gewertet wird, wenn ein Spieler eine absolute Mehrheit besitzt. Alles in allem ist zu resümieren, dass das Spiel funktioniert!

 



Innovationen

 

Auch nach vielen Testpartien ist der Eindruck nicht verschwunden, dass sich die Abläufe des Spiels kaum frisch anfühlen. Dies ist nicht verwunderlich, da "Franchise" eine Neuauflage eines älteren Spiels ist, und zwar "Pfeffersäcke". Nichtdestotrotz hätte man sich einen frischen Impuls gewünscht, der diese Neuauflage zu etwas Besonderem im Jahre 2018 macht und mit Leben füllt. Das Spiel füht sich wie viele andere Spiele an und konnte leider keinen eigenen individuellen Charakter vorweisen. Dementsprechend ist "Franchise" bei den Testern im Rahmen der Innovationskraft als Durchschnitt deklariert worden.

 


Spielspaß

 

Die Tester empfanden "Franchise" durchschnittlich. Das Spiel ist nicht schlecht und funktioniert einwandfrei, jedoch fehlt es an einem prägnanten individuellen Charakter, der das Spiel spielerisch zu etwas Besonderem in unserer heutigen Zeit macht. Die Abläufe sind einfach und entsprechen einem Familienspiel, jedoch würden wir in dieser Sparte auf ein anderes Spiel von "Queen Games" hinweisen, und zwar "Pioneers", das im direkten Vergleich mehr Individualität und Frische mitbringt. Ansonsten ist das Spiel o.k. und verbindet Area-Controll- und Mehrheitenwertungen auf klassische Weise.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Franchise" liegt bei 39,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität und es wurde auf sehr stabile Materialien gesetzt. Die optische Gestaltung enthält Vor- und Nachteile. Sie spiegelt zwar in geweisser Weise die amerikanischen 60er wieder, im Verlauf der Spielzeit wird das Spielbrett jedoch unübersichtlich. Die mechanischen Vorgänge funktionieren, der kreative Ansatz lässt sich jedoch vermissen. Die Tester fanden das Spiel o.k., was bedeutet, dass es nicht schlecht aber auch kein Highlight des Spielejahrgangs 2018 ist. Gerade die thematische Atmosphäre bei solch einem spannenden Thema (Existenzgründung/Franchise) blieb leider fast komplett aus.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Franchise", wenn du...

 

- ein großer Fan von Mehrheitenwertungen und Gebietskontrollen im Spiel bist

 

- ein Familienspiel suchst, das sehr eingängig und leicht zu erlernen ist

 

 

Lass die Finger von "Franchise", wenn du...

 

- ein frisches sowie kreatives Spiel suchst

 

- ein Spiel haben willst, bei dem das Thema Franchise sehr stark hervorsticht