Review: "Framework" von Uwe Rosenberg

Fakten

 

Autor: Uwe Rosenberg

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30 Min.

Alter: ab 8

Erscheinungsjahr: 2022

Preis: UVP 29,99 Euro

Verlag: Edition Spielwiese

Spielbeschreibung

 

Bei Framework ist nicht nur taktisches Vorausplanen gefragt, sondern auch um die Ecke denken, denn zur Erfüllung einer Aufgabe zählen nicht nur die direkten Nachbarrahmen, sondern alle Plättchen mit mindestens einem Rahmen der gleichen Farbe, die waagerecht und/oder senkrecht zueinander benachbart sind. Entscheidend ist außerdem, wer sich zum richtigen Moment die richtigen Plättchen aus der Mitte nimmt. Bei geschicktem Anlegen können so Kettenreaktionen ausgelöst werden, durch die gleich mehrere Aufgaben erledigt werden.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Uwe Rosenberg ist einer der bekanntesten Spieleautoren in Deutschland. Er hat Spiele, wie z. B. "Agricola" und "Ein Fest für Odin" entwickelt. Nun tritt er mit "Framework" nochmals in Erscheinung. Der Verlag "Pegasus Spiele" hat Michael Schmitt, dem Verlagsinhaber der "Edition Spielwiese", ein Interview geführt, in dem ausführlich über das Spiel gesprochen wird. 

 


Spielmaterialien

 

Im Rahmen der Spielmaterialien kann man nicht meckern. "Framework" besteht hauptsächlich aus festen Legeplättchen, die sehr wertig erscheinen und gut in der Hand liegen. Des Weiteren werden noch Holzplättchen mitgeliefert, was sehr lobenswert ist, da auf Plastikmaterialien verzichtet wurde. Ferner wird ein Beutel mitgeliefert, der passend und ist und einen guten Dienst erwiesen hat (keine Risse, keine Löcher). Final ist zu loben, dass die Anleitung strukturiert verfasst wurde und einen Einstieg ohne Hürden ermöglicht. Alles in allem kann man bei diesem Produkt von gelungenen Materialien sprechen.

 


Illustrationen

 

"Framework" ist ein abstraktes Spiel ohne thematische Einbettung. Die Aufmachung wurde weitestgehend auf die Mechanik runtergebrochen, was gut gelungen ist. Denn mit der Zeit gelangen immer mehr Plättchen in die Auslage, wodurch eine Unübersichtlichkeit entstehen kann. Mit dieser Optik wird dieser Unübersichtlichkeit entgegengewirkt, indem nur Rahmen und Symbole dargestellt werden. Gezeichnete Figuren oder Gegenstände hätten hier sicherlich als störender Faktor fungiert.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass mit kräftigen Farben gearbeitet wurde und dadurch erneut die Übersichtlichkeit der Auslage gefördert wird. 

Alles in allem hat man hier "auf's richtige Pferd" gesetzt, indem man optisch auf "Schnörkeleien" verzichtet hat und sich auf das Wesentliche konzentrierte.

 


Spielmechanik

 

Uwe Rosenberg hat ein Spiel entwickelt, das sehr eingängig ist und prinzipiell jede Gruppe (Familien, Kenner, Experten) ansprechen kann. Plättchen auswählen und diese Anlegen ist das Grundprinzip, wobei durch das geschickte Anlegen Aufgaben erfüllt werden müssen. "Framework" macht es geschickt, dass der StartspielerInnenvorteil ausgeglichen wird, indem auch das verbliebene Plättchen (welches keiner wollte) genommen werden muss. Demnach wählt der beginnende Spieler bzw. die beginnende Spielerin das nach ihrem/seinem Geschmack beste und schlechteste Plättchen.

Die Interaktion im Spiel hält sich in Grenzen, da SpielerInnen an ihrer eigenen Auslage "herumwerkeln" und sich die Interaktion nur auf das Nehmen der Plättchen aus einer gemeinsamen Auslage beschränkt. Dies fanden die TesterInnen jedoch nicht schlimm, da die eigene Auslage derart groß wird, dass man die völlige Konzentration auf diese lenken muss.

Alles in allem wirkt das Spiel äußerst rund und beinhaltet eine angenehme Spieldauer, wodurch auch mehrere Partien am Stück möglich sind. 

 

 



Innovationen

 

Uwe Rosenberg ist gerade nicht bekannt für seine innovativen Einfälle und ist es klar ersichtlich, dass das vorliegende Spiel an "Nova Luna" (Rezension: hier) und "Sagani" angelehnt ist. "Framework" ist nun das dritte Spiel der Reihe. Es macht Spaß, jedoch fehlt es an der Innovationskraft des Autors, die einen "Wow-Effekt" auslösen würde.  Leider hat Uwe Rosenberg in den letzten Jahre immer wieder Spiele rausgebracht, die sich extrem ähneln und Mechanismen "wiederkauen". Ein innovativer und kreativer Wurf wäre mittlerweile sehr wünschenswert.

 


Spielspaß

 

"Framework" kam in den Testpartien gut an. Es ist sehr leicht zu erlernen, enthält aber wichtige Entscheidungen die zu treffen sind, wodurch ein interessantes Spielgeschehen hervorgerufen wird. Das Tolle ist, dass das Gefühl eines Rennens zu Tage tritt, denn das Spielende und der Sieg wird dann eingeläutet, wenn ein Spieler bzw. eine Spielerin alle Aufgaben erfüllt hat. Demnach spürt man immer die Konkurrenz im Nacken und versucht so schnell wie möglich das Beste aus seinen Möglichkeiten rauszuholen. Der innovative "Kick" blieb allerdings aus und die Anlehnung an "Nova Luna" sowie "Sagani" ist schon äußerst prägnant, was das gesunde Maß etwas übersteigt.

Alles in allem handelt es sich dennoch um ein Spiel, das Spaß macht und hin und wieder auf den Tisch kommt.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Framework" beträgt 29,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer tollen Qualität und auch die Optik ist nüchtern und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Mechanismen funktionieren und lehnen sehr stark an die Vorgängerspiele von Rosenberg an. Nichtsdestotrotz macht das Spiel durch seine Einfachheit Spaß, da es zum einen einen Renncharakter aufweist und zum anderen durch das Anlegen von vielen Plättchen eine Herausforderung darstellt und nicht zu seicht ist.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Framework", wenn du...

 

- ein "Tüfftelspiel" spielen willst, das zwar leicht daherkommt, aber auch die Gehirnzellen in Schwung bringt

 

- dich nach einem guten, abstrakten Spiel sehnst

 

 

Lass die Finger von "Framework", wenn du...

 

 - ein innovatives "Uwe-Rosenberg-Spiel" suchst

 

- bereits zig Plättchenlege-Spiele im Schrank hast