10.06.21

Review: "Dive" von Anthony Perone und Romain Caterdjian

Fakten

 

Autor:  Anthony Perone und Romain Caterdjian

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca.20-40 Min.

Alter: ab 8

Erscheinungsjahr: 2021

Preis: UVP 29,95 Euro

Verlag: Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Bei Dive tauchen die Spieler in die Tiefen des Ozeans, um den heiligen Stein des Dorfes zu bergen. Dazu planen sie gleichzeitig geheim ihre Tauchgänge. Dabei müssen sie jedoch gut abschätzen, auf welchen Ebenen sich Meeresschildkröten und Rochen befinden, die ihnen helfen, und wo die Haie, die besser nicht gestört werden sollten.

Dive führt dabei ein gänzlich neues Spielprinzip ein, bei dem der Ozean durch einen Stapel aus durchsichtigen Karten dargestellt wird, die zu Beginn jeder Partie neu gemischt werden. Taucht ein Spieler am schnellsten zu einem der helfenden Tiere, erhält er von ihnen einen Bonus. Schätzt er die Ebene, auf der die Haie sind, richtig ab, schwimmt er an ihnen vorbei. Ansonsten muss er seinen Tauchgang für diese Runde beenden.

Dive enthält neben einer Solospielregel auch Regelvarianten für erfahrene Spieler oder für Familien mit Kindern ab 6 Jahren.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Die Entwickler von "Dive" sind Romain Caterdijan und Anthony Perone. Romain Caterdijan hat bereits Spiele, wie z. B. "Geometric Art" wie auch "Monster’s Coffee" entwickelt. Das vorliegende Spiel wurde erstmalig über den Verlag belgischen Verlag  "Sit Down!" veröffentlicht, wobei es hier zu Lande über "Pegasus Spiele" lokalisiert wurde. Der Verlag hat ein "Unboxing-Video" veröffentlicht, damit ihr einen Eindruck über die Spielmaterialien gewinnt:

 


Spielmaterialien

 

Die Materialien sind von einer sehr guten Qualität und äußerst lobenswert produziert worden. Das Spiel besteht hauptsächlich aus transparenten, bedruckten Folien, die perfekt für das Spielprinzip konzipiert wurden. Zusätzlich lassen sich diese in eine Rahmenkonstruktion einfügen, sodass für einen optimalen Halt gesorgt ist. Hinzu sind die Spielsteine bedruckt und liegen haptisch gut in der Hand (es musste separat nichts aufgeklebt werden, was sehr gut bei den TesterInnen ankam. Des Weiteren ist positiv aufgefallen, dass das Inlay alle Spielmaterialien perfekt systematisieren lässt, wodurch jedes "SpielerInnen-Herz" definitiv höher schlagen wird. Alles in allem ist mit "Dive" im Rahmen der Materialien ein sehr gutes Produkt hergestellt worden.

 


Illustrationen

 

Die Optik des Spiels weiß zu gefallen! Die Folien wurden ansprechend gestaltet, vor allem begünstigen die Illustrationen eine reibungslose Spielmechanik. Dies bedeutet konkret, dass das Ziel der Entwickler mit den Folien erreicht wurde, dass beim Übereinanderstapeln nicht leicht zu erkennen ist, auch welcher Ebene sich welches Tier befindet. Zudem ist festzustellen, dass die Tiere sehr ästehtisch  (auch für Kinder) illustriert wurden und gut ankamen.  Alles in allem ist "Dive"  auch ein optisch ansprechendes Produkt.

 


Spielmechanik

 

In "Dive" geht es prinzipiell darum, dass die SpielerInnen gleichzeitig (jeder für sich hinter einem Sichtschirm) entscheiden müssen, welche Tiere sich auf den fünf obersten Folien befinden. Hierbei ist die Entscheidung zu treffen, ob sich jeweils ein Hai auf einer Ebene befindet oder nicht, wobei dann ein entsprechender Marker geheim auf dem eigenen Tableau platziert wird. Während der Auswertung wird dann Ebene für Ebene für alle SpielerInnen kontrolliert, ob man richtig getippt hat. Hat man falsch getippt, scheidet man   ab der falsch getippten Folie aus, wohingegen die restlichen SpielerInnen mit ihren richtigen Tipps "tiefer tauchen" dürfen.  

 


Geht man davon aus, dass auf einer Ebene kein Hai vorhanden ist, dann ordnet man dieser Ebene einen Marker zu, der eine Zahl enthält. Hierbei ist es möglich, dass man mehrere Marker mit Zahlen für eine Ebene aufwendet, um eventuell MitspielerInnen zu überbieten. Denn tippt man richtig (kein Hai) und hat die höchsten Zahlen gesetzt, dann kann man eventuell Boni abstauben, falls sich auf der Ebene Schildkröten etc. befinden.

Wählt man für eine Ebene mehrere Plättchen mit Zahlen, dann ist klar, dass nicht für alle Ebenen Plättchen übrig bleiben und man nicht bis Ebene 5 tauchen kann. Dies ist ein toller Kniff, da man stets abwägen muss, ob man mehr als ein Plättchen einer Ebene zuordnet oder jeder Ebene genau ein Plättchen und somit theoretisch bis zur letzten Ebene tauchen darf.

Ein weiterer positiver Aspekt des Spiels ist, dass die "Folien-Mechanik" außerordentlich gut funktioniert und nicht auf Anhieb erkennen lässt, auf welcher Ebene sich welche Tiere befinden. Hierbei wurde auch mit Kniffen gespielt, da einige Folien Löcher enthalten und somit eine optische Illusion hervorrufen. Auch wurden illustrative Störfaktoren in die Folien eingebaut, um die Sicht auf die Tiere in den jeweiligen Ebenen zu erschweren. 

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass in dem Spiel ein Aufholmechanismus eingebaut ist, sodass SpielerInnen, die weit hinten liegen, mit etwas Glück und dem richtigen Tipp zur richtigen Zeit wieder im Rennen sind. 

Es ist zu resümieren, dass die Mechanismen sehr gut funktionieren und ein reibungsloser Ablauf stattfindet.

 


Innovationen

 

Das Spielsystem mit den Folien wirkt frisch und ist ein toller Einfall. Vor allem ist der Einsatz in das Spielsystem gelungen und die Mechanik funktioniert einwandfrei. Zudem wurden die Folien auch im Rahmen des Materials modifiziert, sodass optische Täuschungen entstehen und das Raten schwieriger wird. Auch dies ist ein toller Einfall. Des Weiteren ist positiv zu erwähnen, dass man im Prinzip auch sein Glück herausfordern muss, um noch tiefer in die Meeresebenen vorzudringen. Hier passt auch die Thematik super zu der "Folien-Mechanik" und setzt demzufolge ebenso frische Akzente. Alles in allem waren sich die TesterInnen einig, dass sich die Entwickler bei der Ideenfindung sichtlich Mühe gegeben haben und "Dive" einen individuellen Charakter aufweist.

 


Spielspaß

 

"Dive" hat den TesterInnen gut gefallen. Es haben sowohl Kinder als auch Erwachsene an den Testpartien teilgenommen. "Dive" glänzt mit einem sehr individuellen "Folien-Mechanismus", der allen Beteiligten Spaß gemacht und Emotionen geweckt hat. Selbstverständlich ist das Spiel auch schön anzusehen und an den Materialien wurde ebenfalls nicht gespart. Als einziger Kritikpunkt hat sich herauskristallisiert, dass der Wiederspielreiz nach einigen Partien etwas abgeklungen ist, da der Ablauf sich im Großen und Ganzen immer ähnelt und keine neuen Anreize geschaffen werden. Dessen ungeachtet tritt mit "Dive" ein Spiel in Erscheinung, das einen individuellen "Spielflow" aufweist und spannende Momente enthält.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Dive" wenn du...

 

- ein Spiel suchst, das sowohl bei Eltern als auch bei Kindern Emotionen weckt

 

- ein Spiel spielen willst, das mit einem ausgeklügelten Mechanismus "Folien-Mechanismus" in Erscheinung tritt

 

 

Lass die Finger von "Dive", wenn du ein Spiel spielen willst,

 

- das dir sehr viel Abwechslung bringt