Review: "Decrypto" von Thomas Dagenais-Lesperance

23.03.2020

Fakten

 

Autor:  Thomas Dagenais-Lesperance

Spieleranzahl: 3-8 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Alter: ab 8

Erscheinungsjahr: 2019

Preis: UVP 18,70 Euro

Verlag: Asmodee

Spielbeschreibung

 

Informationen sind alles.

Jede Seite will sie, jede Seite will verhindern, dass die andere sie hat. Daher kommunizieren wir in Codes und verschlüsseln unsere Botschaften, sodass nur unsere Seite sie versteht. In Decrypto treten zwei Teams mit je 2 bis 4 Spielern gegeneinander an, um herauszufinden, wer die besten Verschlüsselungskünstler sind. Dabei versuchen sie immer abwechselnd, Codes an die eigenen Teammitglieder zu übermitteln. Diese muss das eigene Team verstehen, ohne dass das gegnerische Team sie entschlüsseln kann. Doch die andere Seite hört mit und wird versuchen, die Mitteilungen abzufangen. Welcher Seite gelingt es zuerst die Codewörter zu knacken?

(Quelle: Asmodee)



Hintergrundinformationen

 

Der Verlag hat einen gelungen Trailer veröffentlicht:


Spielmaterialien

 

Das Spielmateriaien sind von einer guten Qualität! Die Karten, die Sanduhr und auch die Plättchen sind keineswegs zu bemängeln. Auch die Sichtschirme mit den roten Fenstern funktionieren super und können sich sehen lassen. Dementgegen sind die mitgelieferten Standfüße erwas minderwertig bzw. wackelig. Ebenso hätte das Regelwerk einige Verbesserungen gebraucht, um einen klaren Einstieg in das Spiel zu ermöglichen.

Alles in allem dennoch eine gute Produktion.

 


Illustrationen

 

Das Spiel enhtält bei weitem nicht so viele Illustrationen, wie man es aus anderen Brettspielen kennt. Dies ist auch nicht weiterhin schlimm, weil es sich um ein Wortspiel handelt. Nichtsdestotrotz wurden die Sichtschirme ansprechend illustriert, da sie überzeugend als Maschinen dargestellt wurden und man demzufolge versucht hat, das Spiel mit  einer Thematik zu verbinden. Im Rahmen eines abstrakten Wortspiels kann man die Optik als gelungen bezeichnen.

 


Spielmechanik

 

"Decrypto" enthält im Gegensatz zu "Codenames" eine gewisse Einstiegshürde, die erst zu bewältigen ist. Diese Einstiegshürde ist auch eher selten für ein Wortspiel in dieser Kategorie (Kommunikationsspiel/Partyspiel/Familienspiel). Dessenungeachtet hat sich der Entwickler eine feine Mechanik einfallen lassen, die funktioniert. Der Tippgeber muss Hinweise geben, die am besten vom eigenen Team erraten, jedoch nicht vom gegnerischen Team "abgefangen" werden sollten. Hinzu sind auch Glückselemente in "Decrypto" vorhanden, da ähnliche Wörter gezogen werden können, durch die das Entwickeln von Hinweisen erschwert wird. Dies hat den jedoch in den Testphasen nicht gestört, da es sich um ein Partyspiel handelt.

 



Innovationen

 

"Decrypto" ist definitv in eine Sparte mit "Codenames" einzuordnen. Dennoch hat es sehr frische Abläufe und beleuchtet das Thema "Begriffe erraten" von einer neuen kreativen Seite. Es geht im Prinzip darum, die Hinweise nicht zu offensichtlich für die gegnerische Gruppe zu entwickeln, wohingegen es bei den meisten anderen Wortspielen darum geht, exakte Hinweise für einen zu erratenden Begriff zu liefern. "Decrypto" wirkt folglich frisch und hat einen festen Platz in der Sparte der "Wortspiele" verdient.

 


Spielspaß

 

Man muss das Spiel auf jeden Fall mindestens einmal spielen, um es komplett zu verstehen, da die Erklärungen meist auf einer nicht nachvollziehbaren abstrakten Ebene verharren. Das Spiel macht sehr viel Spaß, wobei bei den TesterInnen "Codenames" im direkten Vergleich besser abgeschnitten hat. Dennoch haben beide Spiele aufgrund der innovativen Ideen sicherlich auch nebeneinander einen Platz im Spieleschrank verdient. "Decrypto"  versprüht einen sehr individuellen Reiz, da das Entwickeln von Hinweisen sehr einzigartig und in einer nie dagewesenen Form abläuft, wobei eine Verknüpfung zur Thematik "Codierung - Codes abfangen" existiert.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Decrypto" liegt bei 18,70 Euro. Die Spielmaterialien sind von einer guten Qualität, die Regeln haben sicherlich noch etwas "Luft nach oben". Die Optik passt zu der Thematik und es ist nichts diesbezüglich zu beanstanden. Auf mechanischer Ebene funktioniert das vorliegende Wortspiel, auch wenn der Einstieg sperrig ist. Im Kontext der Innovationen wirkt das Spiel frisch und beleuchtet das Thema "Wortspiel" von einer neuen Seite. "Decrypto" kam in den Testrunden gut an und wird sicherlich neben "Codenames" in den Spieleschrank kommen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Decrypto" wenn du...

 

- ein tolles Kommunikationsspiel suchst, das eine individuelle Note mitbringt

 

- ein Spiel spielen willst, welches den Hinweisgeber ins Schwitzen bringt (Hinweise geben, die für das eigene Team einfach, aber schwer für das gegnerische Team zu erraten sind)

 

Lass die Finger von "Decrypto", wenn du...

 

- ein zugängliches Kommunikationsspiel erwartest