09.06.21

Review: "Catan - Aufstieg der Inka" von Klaus und Benjamin Teuber

Fakten

 

Autor:  Klaus und Benjamin Teuber

Spieleranzahl: 3-4 Spieler

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca.90 Min.

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2018

Preis: UVP 39,99 Euro

Verlag: Kosmos

Spielbeschreibung

 

„Siedeln, Handeln, Bauen“: Die catanischen Grundelemente bekommen in ‚CATAN – Der Aufstieg der Inka‘ Gesellschaft. Denn der neue Verdrängungsmechanismus eröffnet den Spielern neue Möglichkeiten und konfrontiert sie mit neuen Spielsituationen, die Anpassungen der Taktik erforderlich machen. So holt sich die Natur einmal gebaute Siedlungen wieder zurück – und ein anderer Spieler hat die Chance, seine Siedlung an den begehrten Platz zu bauen! Daneben bereichern Fisch, Koka und Federn den Tauschhandel. Detailreiche Spielfiguren und farbenfrohe Illustrationen verbreiten die Atmosphäre der südamerikanischen Kultur.

(Quelle: catan.de)

 



Hintergrundinformationen

 

"Catan" ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Spiele weltweit. Es sind bisher etliche Erweiterungen und Variationen erschienen. Als Entwickler sind beim vorliegenden Spiel Klaus Teuber und sein Sohn Benjamin Teuber angegeben, die bereits auch schon in anderen Spielen, wie z. B."Tumult Royal" und "Schmuggler"     kooperiert haben. Ein Interview mit Klaus Teuber kannst du lesen, wenn du hier klickst.

 

 

Zusätzlich wurde ein Produktvideo veröffentlicht, das ihr euch anschauen könnt:


Spielmaterialien

 

Das Spielbrett ist von angemessener Qualität und lässt sich modular gut zusammenfügen. Auch die Regeln wurden optimal strukturiert und der Verlag stellt den SpielerInnen mittels der „Kosmos-Erklär-App“ auch eine digitale Regelvorstellung zur Verfügung, was ein toller Service ist. Auch die Würfel, Plättchen und Tableaus sind nicht negativ aufgefallen. Die Spielfiguren hingegen wurden von den TesterInnen stark kritisiert, da meist nicht direkt auf Anhieb die Städte und Siedlungen zu unterscheiden waren. Zudem passen die Figuren überhaupt nicht in das Setting "Inka", da die vorhandenen Gebäude optisch einem anderen Kontinent bzw. einer anderen Epoche zuzuordnen sind. Dementgegen ist positiv anzuführen, dass die grünen Plastikelemente (Dickicht/Überwucherung) gut über die Siedlungen und Städte zu stülpen sind. 

 


Illustrationen

 

Optisch hat man sich an dem typischen "Catan-Design" orientiert und große illustrative Veränderungen sind ausgeblieben. Es enthält im Prinzip das gleiche Design wie andere Versionen nur diesmal mit einem anderen Thema. Dennoch ist das Spiel ansehnlich und optisch ansprechend.

 


Spielmechanik

 

Auch beim Spielprinzip ist man sich dem "Standard-Catan" in weiten Teilen treu geblieben. Das Spiel funktioniert, es wurden jedoch an einigen mechanischen Stellschrauben gedreht, sodass sich der Spielablauf ändert. Unter anderem kommt ein "Zivilsationselement" ins Spiel, was bedeutet, dass bei einer vorgegebenen Anzahl an verbundenen Städten und Siedlungen diese untergehen und ein Gestrüpp (Plastikelement) erhalten. Dieses Element symbolisiert, dass diese Zivilisation nun untergegangen ist und von der Natur eingeholt wird. Das Wesentliche hierbei ist, dass die verbundenen Städte/Sieglungen weiterhin Rohstoffe generieren, jedoch auch überbaut werden können, wodurch ein zusätzliches Interaktions- bzw. Konkurrenzelement entsteht. Hinzu werden beim Wechsel der zweiten Generation auch noch die Gebäude abgeräumt, sodass untergegangene Zivilisationen nunmehr auch keine Rohstoffe generieren und somit das mühselige Bauen zu Nichte gemacht wird.


Weiterhin platzieren SpielerInnen bei einem Generationswechsel neue Startsiedlungen, wodurch stets eine neue taktische Ausrichtung entsteht und das Spiel sehr dynamisch bleibt. Hierbei ist zu benennen, dass die letzte Startsiedlung so platziert werden sollte, dass man diese auch ausreichend ausbauen kann, da man sonst nicht im Stande ist, die letzte Zivilisation zu beenden und zu gewinnen. Denn wird man von den MitspielerInnen bei der letzten Zivilisation eingekesselt, so kann man das Spiel absehbar nicht mehr gewinnen und hat Pech gehabt, wodurch eine hohe Frustration entsteht. Mechanisch hat dieses Element den TesterInnen nicht so gut gefallen, da es sein kann, dass man im Prinzip während der Partie indirekt ausscheidet und kaum mehr eine Chance auf den Sieg hat, was sich negativ auf den Spielspaß auswirkt. 

Dennoch funktioniert das Spiel und große mechanische Defizite sind ausgeblieben.

 


Innovation

 

"Catan – Aufstieg der Inka" bleibt seinem Grundmechanismus treu: Am Anfang der Runde wird gewürfelt und Städte bzw. Siedlungen, die am Plättchen des Würfelwurfes angrenzen, generieren Rohstoffe. Diese können dann auch mit den MitspielerInnen oder der „Bank“ getauscht werden. Das neue Element ist, dass man drei Stämme/Zivilisationen entwickelt haben muss, um zu gewinnen. Ein Stamm/Zivilitsation wird durch eine vorgegebene Anzahl von Siedlungen und Städte in einer Kette definiert. Stämme, die entwickelt und überwuchert sind, können auch überbaut und zerstört werden, was einen neuartigen "Spielflow" in das eher starre "Catan-Grundkonzept" bringt. Seitens Klaus und Benjamin Teuber wurde an Abläufen gearbeitet, die bereits gebaute Gebäude betreffen und frisch wirken.

 


Spielspaß

 

Das Grundspiel von "Catan" war den TesterInnen bereits bekannt, sodass ein leichter in das Spiel gewährleistet war. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die neuen Elemente das Spiel noch konfrontativer machen, was jedoch in den Testrunden gut ankam. Nichtsdestotrotz kann das Spiel bei dem einen oder anderen Fan von "Catan" aufgrund seiner Konfrontation anecken, da Gebäude überbaut werden können und man selbst auch Gebäude entfernen muss, was kein richtig befriedigendes Gefühl hinterlässt.

Als weiterer Kritikpunkt ist anzuführen, dass es sein kann, dass einem Spieler bzw. einer Spielerin bereits frühzeitig die Chance auf den Sieg genommen wird und dies dann für alle TeilnehmerInnen sichtbar ist, was zu einem verminderten Spielspaß führt. Dennoch ist man dem Grundprinzip und dem Spielgefühl von "Catan" treu geblieben und wer dieses Spielgefühl mag, der wird auch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diese Auskopplung mögen, sofern keine hohe Abneigung gegen einem hohen Konkurrenzdruck vorliegt.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Catan – Aufstieg der Inka" liegt bei 39,99 Euro. Die Spielmaterialien sind von guter Qualität, über die Unterscheidung und Optik der Figuren (Siedlung/ Stadt) gibt es jedoch Diskussionsbedarf. Auf mechanischer Ebene funktioniert das Spiel und dieses "Catan" ist definitiv noch konfrontativer als die bisherigen Versionen. Das einem Spieler bzw. einer Spielerin frühzeitig und für alle offensichtlich die Chance auf den Sieg genommen werden kann, ist jedoch nicht so gut angekommen. Klaus und Benjamin Teuber sind dem Grundprinzip von "Catan" treu geblieben und haben dennoch Abänderungen vorgenommen, wodurch frische Akzente entstanden sind. Optisch knüpft diese "Catan-Version" an die bisherigen Versionen an und ist optisch als nicht schlechter, aber auch nicht als besser zu beurteilen.  Das Spiel hat den TesterInnnen gut gefallen, jedoch haben sich in den  Testpartien in den zuvor genannten Bereichen auch Schwachstellen herauskristallisiert.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Catan – Aufstieg der Inka", wenn du…

 

- ein konfrontatives "Catan" spielen willst 

 

- ein großer Fan von "Catan" bist , denn das "Catan-Spielgefühl" bleibt weiterhin grundlegend vorhanden

 

Lass die Finger von diesem Spiel, wenn du…

 

- keine Glückselemente magst. "Catan" enthält viele Zufallsfaktoren

 

- nicht möchtest, dass sich mehrere Person gegen eine Person verschwören. Es kann bei diesem "Catan" passieren, dass man von MitspielerInnen eingekesselt wird, sodass man offensichtlich nicht mehr gewinnen kann.