29.09.18

Review: "Aufstieg der Gilden" von Christian Giove

Fakten

 

Autor: Christian Giove

Spieleranzahl: 2-4

Spieltyp: Familienspiel

Spieldauer: ca. 90 Minuten

Alter: ab 12 Jahren

Erscheinungsjahr: 2017

Preis: UVP 38,50 Euro

Verlag: Asmodee

Spielbeschreibung

 

Wie weit wirst du gehen, um die Gunst des Königs für dich zu gewinnen?

 

Überall im Königreich wurden neue Straßen erbaut und dort, wo sie aufeinander trafen, wurde schon bald eine neue Stadt gegründet. Sie wuchs so schnell, dass der König beschloss, sich dort einen neuen Palast zu errichten.

Mittlerweile gibt es große, mächtige Gilden, die ständig miteinander konkurrieren, um ein Ziel zu erfüllen: Die Gunst des Königs zu erlangen.

Wird es dir gelingen, deine Gilde besonders hervorzuheben und sie zur wichtigsten der ganzen Stadt zu machen?

Aufstieg der Gilden ist ein strategisches Bietspiel für 2-4 Spieler, die sich durch ein gutes Gespür für das richtige Gebot zur richtigen Zeit einen Vorteil gegenüber ihren Mitspielern verschaffen können.

Die Auswahl der passenden Gildenmitglieder muss wohl überlegt sein, denn mit geschickter Planung lassen sich mächtige Kombinationen zusammenstellen.

In 5 aufeinanderfolgenden Phasen erhalten die Spieler ihren Ertrag, bieten auf neue Gildenmitglieder und bauen ihr Hauptquartier aus. Denn nur die angesehenste Gilde kann die Gunst des Königs erlangen und zur Vorherrschaft in Anderis aufsteigen.

(Quelle: Asmodee)



Hintergrundinformationen

 

Auf "Boardgamegeek" (Amerikanische Brettspieldatenbank) wurdem dem Spiel "Aufstieg der Gilden" eine solide 6,9 verliehen. Ist das Spiel wirklich so gut? Der folgende Bericht wird euch ausführlich alle Pros und Cons darlegen.

 


Spielmaterialien

 

"Aufstieg der Gilden" beinhaltet viele Karten, Plättchen, Spielertableaus und ein kleines Spielbrett. Die Qualität der Raumplättchen erüfllt hohe Anforderungen und auch die Karten lassen keine Wünsche übrig. Negativ anzumerken ist, dass die Spielertableaus doch etwas minderwertig wirken (biegsam) und auch die Münzen viel zu klein sind. Es wäre besser gewesen, wenn diese größer ausgestanzt worden wären. Zudem ist das Schachtelinlay sehr unüberlegt konzipiert worden, sodass die vielzähligen Materialien nur mit großen Mühen zu verstauen sind.

 


Illustrationen

 

Die Illustrationen haben den Testspielern zugesagt. "Aufstieg der Gilden" beinhaltet viele Personenkarten, die sehr ansprechend gestaltet wurden. Wesentlich hierbei ist, dass sich keine einzige Personenkarte zweimal im Spiel befindet, was eine super Leistung des Illustrators ist. Zudem sind in dem Spiel viele Raumteile enthalten, die sehr thematisch und überaus passend illustriert wurden. Hinzu wurden die Raumteile mit vielen Details versehen, was gut gelungen ist. Einzig und allein ist diesbezüglich zu bemängeln, dass die Räume doch etwas menschenleer wirken und man diese noch etwas mit Leben hätte füllen können. Ansonsten wurde großen Wert auf die Optik gelegt.

 


Spielmechanik

 

"Aufstieg der Gilden" ist ein Spiel, das im oberen Familienbereich anzusiedeln ist. Der Bietmechanismus funktioniert super (auch bei 2 Personen) und auch an der Phase, in der man die Raumteile erwirbt, kann man nichts aussetzen. Interessant ist, dass zwei Geldwährungen existieren, wobei Silber für den Kauf der Karten und Gold für den Erwerb der Raumteile einzusetzen ist. Das Spiel beinhaltet definitiv einige Glücksfaktoren, was eine Klassifizierung in den Bereich der Familienspiele untermauert. Esl verbindet die Mechanismen "Bieten", "Puzzlen" und "Set Collection" auf eine elegante Weise und es sind keine gravierenden Defizite in der Mechanik auszumachen.

 



Innovationen

 

"Aufstieg der Gilden" basiert auf bereits bekannten Mechanismen und beinhaltet wenige kreative Impulse. Frische Impulse sind ansatzweise in dem Bietmechanismus zu erkennen, der in einer abgewandelten Form in Erscheinung tritt. Nichtsdestotrotz wirkt das Geamtkonzept leider nicht erwähnenswert erfrischend.

 


Spielspaß

 

Die Testspieler fanden "Aufstieg der Gilden" solide. Es macht Spaß, die unterschiedlichen Persönlichkeitskarten zu entdecken und seine Gilde auszubauen. Nichtsdestotrotz konnten die Erwartungen, die mit dem Titel und der Optik entstanden, auf spielerische Ebene nicht erfüllt werden, da zu wenig individiuelle Akzente gesetzt wurden, die das Spiel aus der Masse hervorheben würden. Emotional konnte das Spiel die Testspieler leider nicht packen und es verharrte auf einer mechanischen Ebene, bei der von Runde zu Runde die vielen Phasen abgearbeitet wurden.

 


Preis-Leistungs-Verhältnis

 

Die UVP von "Aufstieg der Gilden" liegt bei 38,50 Euro. Die Materialien konnten überzeugen, jedoch gibt es Verbesserungsvorschläge was das Schachtelinlay, die Geldmünzen, sowie Spielertabelaus betrifft. Weiterhin wurde das Spiel optisch schön gestaltet, besonders die Personenkarten haben es den Testspielern angetan. Auf mechanischer Ebene sind keine Entwicklungsfehler zu erkennnen. Im Kontext der Innovationen wirkt das Spiel nicht frisch und relativ träge, was sich leider auch auf den Spielspaß ausgewirkt hat.

 


Geamtwertung

 

Kaufe dir "Aufstieg der Gilden", wenn du...

 

- ein großer Fan von Bietmechanismen bist, denn diesr Mechanismus ist ein Hauptelement des Spiels

 

- es magst Puzzleelemente im Spiel zu haben (du verbaust deine gekauften Raumplättchen auf deinem Spielertableau)

 

 

Lasse die Figner von Aufstieg der Gilden, wenn du...

 

- Innovationen im Spielablauf suchst

 

- einen Agressionsanfall bei schlechten Inlays bekommst, die es nicht erlauben, das Material irgendwie halbwegs zu verstauen ;)