03.08.21

Review: "Bonfire" von Stefan Feld

Fakten

 

Autoren: Stefan Feld

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Spieltyp: Expertenspiel

Spieldauer: ca. 70 - 100 Minuten

Alter: ab 12

Erscheinungsjahr: 2020

Preis: UVP 49,95 Euro

Verlag: Hall Games/ Pegasus Spiele

Spielbeschreibung

 

Entfacht die Bonfire, vertreibt das Zwielicht!

Die magischen Bonfire sind erloschen, die Städte der Alten verlassen, die Welt ist im Zwielicht versunken. Die Hüterinnen des Lichts, die einst über die Bonfire wachten, haben sich auf ferne Inseln zurückgezogen. Dort warten sie auf jene, die sich als würdig erweisen, die Dunkelheit zu vertreiben.

Und so ist es an euch, dem Volk der Gnome, euch diesem Schicksal zu stellen: Besiedelt die leeren Städte und bereitet den Hüterinnen den Weg zurück an ihren angestammten Platz. Erfüllt die Aufgaben, die nötig sind, um die Bonfire wieder zu entfachen, und eure neue Heimat wird in hellem Licht erstrahlen!

Bonfire ist abwechslungsreich und anspruchsvoll: sowohl vorausschauende Planung als auch Flexibilität sind gefordert. Erfolgsautor Stefan Feld hat ein spannendes und herausforderndes Spielerlebnis geschaffen, das mit nur wenigen Aktionsmöglichkeiten viel Varianz bietet.

(Quelle: Pegasus Spiele)



Hintergrundinformationen

 

Stefan Feld gehört zu den bekanntesten Spieleentwicklern Deutschlands. Er hat bereits Brettspiele, wie z. B. "Die Burgen von Burgund" und "AquaSphere" entwickelt. "Bonfire" wurde gemeinsam mit dem Verlag "Hall Games" entwickelt und über den Vertrieb "Pegasus Spiele" veröffentlicht. Ein Interview mit Stefan Feld kannst du hier lesen. 

Bei jeder Veröffentlichung sind unsere TesterInnen gespannt, da sie grundsätzlich seine Spiele mögen. Mal schauen, wie "Bonfire" abschneiden wird. 

 


Spielmaterialien

 

Die Spielmaterialien sind von einer super Qualität. Es werden viele Holzmaterialien, wie z.B. Ressourcenmarker und Holzfiguren mitgeliefert, was einen positiven sowie edlen Eindruck hinterlässt. Auch die Karten sind qualitativ und genügen den spielerischen Anforderungen. Es ist ein schöner Bonus, dass eine dreidimensionale Figur mitgeliefert wird, die als Zeiger dient. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die modularen Playerboards gut produziert wurden, sodass Plättchen, die an das Board gelegt werden, sehr gut reinpassen. In den Partien ist jedoch auch aufgefallen, dass sich die Playerboards verbiegen und nicht mehr gerade auf dem Tisch liegen.  Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Aufgabenplättchen, die die Hüterinnen abbilden, nicht ganz optimal gewählt bzw. dargestellt wurden und zu etwas Verwirrung führen. Alles in allem liegt mit "Bonfire" dennoch ein qualitatives Produkt vor. 

 


Illustrationen

 

Die Optik ist gelungen! Auch wenn etliche Symbole in dieses Expertenspiel hineingepresst werden mussten, wirkt das Spiel dennoch systematisch. Es wurde mit vielen Blautönen gespielt, die stimmig wirken und auch die Gnome auf den Karten wurden toll illustriert. Ebenso können die Playerboards mit ihrer "Aufgeräumtheit" überzeugen und man findet recht schnell den Überblick. Alles in allem ist zu sagen, dass "Bonfire" schön illustriert wurde und die vielen Symbole im Spiel gut "verstaut" bzw. untergebracht wurden.

 


Spielmechanik

 

"Bonfire" ist ein echter Hirnzwirbler und komplex. Zwar ist die Einstiegshürde nicht sehr hoch, aber das Spiel gut zu beherrschen, benötigt dann doch mindestens eine bis zwei Partien.  Das Spiel enthält ein "Puzzelelement", das hervorragend funktioniert und das eigene Spielertableau ausfüllt. Auf dem gemeinsamen Spielertableau wird mittels Aktionen von einer Insel zu einer anderen gereist. Man nimmt sich dort selbst seine Aufgaben, die unterschiedlich schwer sind und erfüllt diese dann. Somit stellt man sich selbst seinen "Aufgabenpool" zusammen, was positiv aufgefallen ist. Bei diesem Spiel ist es sehr stark zu spüren, dass ein perfektes Ressourcenmanagement verlangt wird. Hier nützt es nämlich nicht, wenn man etliche Ressourcen anhäuft, eher geht es darum, gezielt seine Ressourcen zu einem bestimmten Zeitpunkt für eine ganz bestimmte Aktion aufzuwenden.


Da die eigentlichen Spielzüge schnell gespielt sind, ist die "Downtime" für dieses Spiel relativ gering. Ferner ist aufgefallen, dass die gesamten Abläufe im  Spiel hervorragend miteinander verzahnt wurden und allesamt Sinn ergeben. Ein weiter toller Aspekt ist, dass wenn das Spielende eingeleitet wird, eine Countdownphase beginnt, die exakt angibt, wie viele Züge den SpielerInnen übrig bleiben, bis das Spiel endet. Generell ist zur Spielzeit zu sagen, dass diese perfekt ausgewählt wurde, sodass zum richtigen Zeitpunkt eine Spannungskurve und auch ein gewisser Zeitdruck entsteht, die beide das Spiel gehörig antreiben. Ein großer Kritikpunkt ist diesmal die Thematik. Man ist es ja gewöhnt, dass "Euro-Games" nicht thematisch sind, aber leider fällt hier das Thema  komplett  durch und steht thematisch auch hinter anderen Spielen von Stefan Feld. Es ist zu resümieren, dass Stefan Feld mal wieder bewiesen hat, dass er sehr gut verzahnte Spiele entwickeln kann.

 


Innovationen

 

Im Vergleich zu anderen "Stefan-Feld-Spielen" hat "Bonfire" eine nicht so starke Innovationskraft. Dennoch wirkt das Spiel im Ganzen frisch. Der Puzzelmechanismus, mit welchem man Ressourcen generiert, ist gut ausgeklügelt und macht Spaß. Auch die Abläufe auf dem eigenen Tableau, wie z.B. das Weiterbewegen der Hüterinnen in Verbindung mit dem Entfachen der Bonfire hat seinen ganz eigenen Charme. Das Spiel ist jetzt kein innovativer Meilenstein, hat aber durchaus frische wie auch starke Ansätze.

 


Spielspaß

 

So muss ein "Euro-Game" sein! Mal wieder ein tolles Spiel von Stefan Feld, das außerordentlich gut verzahnt ist. Es gibt unterschiedlichste Arten, Siegpunkte zu generieren, was man ja bereits von ihm kennt. Das Spiel ist anspruchsvoll und es bereitet Freude, die perfekten Züge für sich selbst auszuloten. "Bonfire" enthält eine hohe Spieldynamik, sodass man ständig unter Zeitdruck gerät, da das Spielende urplötzlich eingeläutet werden kann. Durch diese Dynamik wird Spannung aufgebaut, die sehr gut bei den SpielerInnen angekommen ist. "Bonfire" ist ein super Spiel, aber das es das beste "Feld-Spiel" ist, kann man so nicht sagen. 

Das vorliegende Produkt ist ein tolles "Euro-Game", das leider mit keinem guten Thema angereichert wurde. Nichtsdestotrotz sollten sich auf jeden Fall die ExpertenspielerInnen sowie KennerspielerInnen unter euch dieses neue "Feld-Spiel" mal anschauen.

 


Gesamtwertung

 

Kauf dir "Bonfire", wenn du...

 

- ein klassisches "Euro-Game" suchst, das perfekt verzahnte Abläufe enthält

 

- einen "Hirnzwirbler" spielen willst ;)

 

 

Lass die Finger von "Bonfire", wenn du...

 

- ein Spiel mit einem guten Thema suchst

 

- komplett neuartige Mechanismen spielen willst