02.10.19

5 Fragen zu "Maracaibo" von Alexander Pfister

Hi Alex, bald erscheint dein Spiel "Maracaibo" beim Verlag "dlp games".

 

1) Auf welchen Kernmechanismen basiert "Maracaibo"?

 

Da gibt es jetzt nicht den EINEN Kernmechanismus, sondern als großes Spiel sind viele, verzahnte Mechanismen enthalten. Ich fange davor mal kurz mit dem Setting an: Wir sind Seefahrer in der Karibik im 17.Jahrhundert. Wir segeln mit unserem Schiff von Ort zu Ort und machen dort jeweils eine Aktion, dann ist der nächste Spieler am Zug. Diese Struktur erinnert an "Great Western Trail". Ich mag die eher kurzen, schnellen Züge. Wir spielen auf diese Art 4 Runden zu je ca. 7 Zügen. Denn was neu ist: Wenn ein Spieler die Runde beendet, ist sie für alle vorbei. Felder wo man stehen bleiben muss, machen das Ende vorhersehbar und es gibt ein Minimum an Zügen pro Runde. Aber es ist spannend und interaktiv. Weiters unternehmen wir Expeditionen, erfüllen Quests und erleben eine Story - wobei man auch ohne Story spielen kann. Die Story verändert über "Legacy-Plättchen" das Spielbrett, welche in die nächste Partie mitgenommen werden. Wir sammeln Einfluss bei den 3 Nationen England, Frankreich und Spanien. Wir können in deren Namen Kämpfe austragen, heuern Gehilfen an, bauen Gebäude, verbessern unser Schiff, liefern Waren usw. Man sieht, da tut sich viel. Es ist für 1-4 Spieler und dauert ca. 30 Minuten pro Spieler, außer bei der Erstpartie, da kann man mit 50% mehr Zeitbedarf rechnen.

 

2) Kannst du näher auf den Storymodus eingehen?

Die Spieler können Quests erfüllen und eine ist da besonders: Denn die erzählt eine Story. Wird sie erfüllt, geht die Story weiter. Da gibt es auch Abzweigungen und die Spieler können gemeinsam entscheiden was passieren soll. Je nachdem wie sich die Story entwickelt kommen neue Städte ins Spiel oder es verschwinden welche. "Maracaibo" ist auch gut alleine gegen einen Automa-Spieler geeignet.

 

3) Zeitgleich mit "Maracaibo" erscheint dein Spiel "Aufbruch nach Newdale". Arbeitest du dementsprechend schon längere Zeit an diesem Spiel?

 

Ja, "Maracaibo" ist mein aufwendigstes Spiel bisher. Auch weil ich stärker in die Produktion und Spielmaterial Einblick nehmen durfte. Ich war also stärker eingebunden als es bei einem größeren Verlag der Fall ist.

 

4) Welche Hürden gab es in der Entwicklung zu bewerkstelligen?

 

Es gab schon einige, die meisten habe ich wohl schon verdrängt :). Aber woran ich beispielsweise lange gearbeitet habe, war die Implementierung der Story. Es ist nicht einfach, dass sie einerseits gespürt wird, aber andererseits Spielern, die kein Fan von Story sind, nicht auf die Nerven gehen. Ich bin glücklich, den Spagat geschafft zu haben.

 

5) Weißt das Spiel Parallelen mit deinen anderen Spielen auf? Wenn ja, welche?

 

Meine Handschrift ist klar erkennbar. Ich mag beispielsweise keine Kämpfe zwischen den Spielern, darum mag ich mein Spiel "Mombasa" sehr gerne. Dieses Konzept habe ich auch bei "Maracaibo" übernommen. Es passt auch sehr gut zum Thema: Als Spieler sind wir die Strippenzieher hinter den Nationen, gewinnen Einfluss und zetteln Kriege an. Die Rundenstruktur wird an "Great Western Trail" erinnern. Ich sehe das aber wie "Workerplacement" oder "Deckbuilding": Ein cooler Mechanismus, den man gerne öfters sieht. Der Fokus auf viele verschiedene Karten erinnert vielleicht an "Terraforming Mars". Hier sieht man im Laufe des Spiels viele Karten und muss sich immer entscheiden, welche man kaufen will und welche man als Ware liefert oder abwirft.

 

Danke für das Interview wir sind sehr gespannt auf das Spiel!

Gerne!