29.04.18

5 Fragen zu "Luxor" von Rüdiger Dorn

Hallo Herr Dorn,

können Sie einmal den ausführlichen Entwicklungsprozess beschreiben? Wie sind Sie konkret vorgegangen und wie haben Sie den Entwicklungsprozess gestartet?

 

2014 hatte ich die Idee, ein Start-Ziel-Spiel zu entwickeln, bei dem die Spieler einerseits schnell ins Ziel wollen, andererseits jedoch gezielt Felder aufsuchen, um einen tollen Effekt zu haben – aber nur solange die Figur auf dem entsprechenden Feld steht.

(Diese Ausgangsidee ist im Endprodukt nicht mehr vorhanden, jedoch im Sommer als Queenie erhältlich.)

Danach machte ich mir Gedanken darüber, wie sich die Figuren bewegen sollen. Würfel und Karten haben sich bewährt. Um gezielt Felder anzusteuern war der Würfel eher ungeeignet, weshalb ich mich für Karten entschied. Mir gefiel mir der Gedanke, dass die Reihenfolge der Bewegungskarten auf der Hand fix ist. Das Ausspielen sollte "von außen" erfolgen.

 

2) Können Sie einmal die Spielmechanik beschreiben und welche Kniffe beinhaltet "Luxor"?

 

"Luxor" ist ein Start-Ziel-Spiel, bei dem die Spieler ihre Figuren mithilfe von Bewegungskarten Richtung Ziel ziehen und verschiedene Schätze einsammeln. Der Kniff besteht darin, seine Handkarten so auszuspielen, dass die Figuren einerseits zügig vorankommen, andererseits aber auch Schätze zu sammeln und die Möglichkeit zu nutzen, an stärkere Karten heranzukommen.

 

3) Wie haben Sie es geschafft, das Thema mit der Mechanik zu kombinieren?

 

Mit dem Thema habe ich nichts zu tun, das hat "Queen Games" ganz allein so entschieden.

Mein Prototyp hieß "Affenbande", weil ich dafür die tollen Affen-Figuren aus dem Ravensburger Spiel "Coco Crazy" verwenden konnte. Man sammelte Pokale für den Affenkönig Primaki I. und versuchte den Thronsaal des Königs auf dem Gipfel des Affenberges zu erklimmen.

Von "Queen Games" wurde das Thema dann in die ägyptische Welt der Abenteurer und Entdecker verlagert, womit ich auch sehr zufrieden bin.

 

4) Inwiefern würden Sie "Luxor" als innovativ bezeichnen?

 

Bei der großen Masse an Spielen wird es immer schwieriger, wirklich innovative Ideen zu entwickeln, die sich dann auch noch zu einem guten Spiel ausbauen lassen. Ich denke Luxor ist eine Mischung aus vielen bekannten Ideen, das sich aber trotzdem unverbraucht anfühlt.

 

5) Warum hätte "Luxor" Ihrer Meinung nach den Preis "Spiel des Jahres" verdient?

 

"Luxor" ist schnell zu erlernen und sowohl für Familien als auch für Vielspieler geeignet. Durch die variablen Plättchen ist jede Partie anders. Wenn sich die ersten Spieler dem Zielfeld nähern, steigt die Spannung nochmal an, weil jeder gern eine Figur ins Ziel bringen möchte.